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Schwere Unruhen in Frankreich - Macron kündigt Runden Tisch an

Welt

Macron will Schülern und Studierenden Gehör verschaffen

Mit Blick auf die Proteste von Schülern und Studierenden zeigte Macron Verständnis. "Sie müssen ohne Vorurteile Gehör finden, und ihre Schwierigkeiten dürfen nicht heruntergespielt werden", sagte er. Die Regierung habe bereits erste Maßnahmen eingeleitet.

Um die von den Demonstranten angesprochenen Probleme zu lösen, müssten alle Beteiligten gemeinsam nach Antworten suchen, betonte der Präsident. Noch in dieser Woche sollen Vertreter von Schülern und Studierenden, Lehrkräfte, Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Kommunalbehörden und Abgeordnete gemeinsam mit der Regierung konkrete Vorschläge erarbeiten. Der Premierminister werde sie dazu in den kommenden Tagen zu einem Treffen einladen. Mit Blick auf die Ausschreitungen am Wochenende sprach Frankreichs Innenminister Nunez von einem "Kontrollverlust".

Macron verurteilt Gewalt und kündigt Konsequenzen an

Mit Blick auf die Ausschreitungen des Vortages verurteilte der Präsident die "ungezügelte" Gewalt. Die Exzesse seien durch nichts zu rechtfertigen. "Wir alle empfinden heute Abend Wut und Scham", sagte Macron. Zugleich rief er dazu auf, Demonstranten mit "legitimen Forderungen" nicht mit jenen gleichzusetzen, "die zerstört, zertrümmert und geplündert haben". "Es ist unerträglich, die Straßen unserer Städte derart verwüstet zu sehen", sagte der Präsident. Die Verantwortlichen würden mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt.

Zugleich kündigte Macron eine genaue Untersuchung des Vorgehens von Polizei und Sicherheitskräften an. Dabei werde es "volle Transparenz" geben. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen in den kommenden Tagen verstärkt werden.

Auswärtiges Amt rät Reisenden zur Vorsicht

Nach den Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich rät das Auswärtige Amt Reisenden zur Vorsicht. Weitere Demonstrationen und mögliche Gewaltausbrüche seien nicht auszuschließen. Reisende sollten Kundgebungen meiden und den Anweisungen der Sicherheitskräfte folgen. Wer sich trotz Aufforderung nicht von ungenehmigten oder gewalttätigen Demonstrationen entferne, müsse mit Geldbußen und Schadensersatzforderungen rechnen.

Rund 2.400 Festnahmen nach Ausschreitungen

Bei neuen Ausschreitungen in Frankreich gibt es weitere Festnahmen. Alleine in Paris wurden in der Nacht 350 Menschen in Gewahrsam genommen. Nach Angaben des französischen Innenministeriums wurden am Samstag rund 2.400 Menschen festgenommen. 997 Polizisten und andere Sicherheitskräfte seien verletzt worden.

Bei den landesweiten Protesten hatten sich nach Angaben des Innenministeriums insgesamt rund 550.000 Menschen versammelt, darunter 110.000 in Paris. Im Mittelpunkt standen die hohen Lebenshaltungskosten und der schlechte Zustand der Schulen. Am Rande der Kundgebungen kam es zu schweren Ausschreitungen.

Hohe Lebenshaltungskosten im Zentrum der Proteste

Als Ursache für die derzeit hohen Preise nannte Macron den Konflikt im Nahen Osten. Er setze sich auf internationaler Ebene für niedrigere Kraftstoff- und Energiekosten ein. Am Montag will der Präsident zu einer Reise in vier Länder am Persischen Golf aufbrechen, um die Energieversorgung Frankreichs abzusichern.

Proteste auch in anderen europäischen Ländern

Auch in anderen europäischen Ländern kam es am Wochenende zu ähnlichen Protesten: In Italien kam es in Mailand, Bologna und Turin am Samstag zu Demonstrationen wegen der anhaltend hohen Lebenshaltungskosten. Bei Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen nahm laut dem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa allein in Mailand seit Samstag rund 70 Menschen fest. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni berief für Montag eine Sitzung mit den Sicherheitskräften ein.

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon gingen Zehntausende unter anderem wegen der sich verschärfenden Wohnungskrise auf die Straßen. In der belgischen Hauptstadt Brüssel protestierten vor allem junge Menschen gegen steigende Bildungskosten. In Albanien forderten Studenten den Rücktritt von Ministerpräsident Edi Rama, wobei die Polizei Berichten zufolge Gummigeschosse einsetzte.

Mit Information von dpa, Reuters und AFP.

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