Sechs-Tore-Spektakel! Nürnberg siegt im Frankenderby
Bei einem spektakulären Schlagabtausch im 277. Frankenderby hat der 1. FC Nürnberg gegen die SpVgg Greuther Fürth die Oberhand behalten. Am Sportpark Ronhof kämpfte sich der Club nach zwei Rückständen zurück und feierte letzten Endes einen emotionalen 4:2-Sieg. Mit sechs Punkten aus zwei Spielen und einer Tordifferenz von 7:2 steht die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose in der 2. Bundesliga zumindest vorübergehend an der Tabellenspitze. Fürth liegt mit einem Zähler auf dem 14. Rang. Fürth startet besser in das Frankenderby Sowohl der 1. FC Nürnberg als auch die SpVgg Greuther Fürth starteten selbstbewusst in das Derby. FCN-Trainer Miroslav Klose vertraute auf dieselbe Startelf wie beim 3:0 gegen Dynamo Dresden, Heiko Vogel tat es seinem Amtskollegen nach dem 1:1 bei Bundesliga-Absteiger St. Pauli gleich. Vor heimischer Kulisse erwischten die Fürther den besseren Auftakt. In der ersten Viertelstunde verbuchten die Hausherren die einzigen Abschlüsse und schnupperten sogar an der Führung: Ein strammer Rechtsschuss von Jannik Dehm aus 17 Metern rauschte knapp über das Tor (13.). Schon früh war der besondere Charakter des Frankenderbys zu spüren. Die Zweikämpfe waren von großer Physis geprägt, jeder Ball hart umkämpft. In der 20. Minute meldete sich schließlich auch Nürnberg an: Julian Justvans Distanzschuss streifte das rechte Außennetz. Janisch-Handspiel beschert Fürth die Führung Für ihren guten Start belohnte sich die Spielvereinigung dank eines Fauxpas von Tim Janisch. Der 21-jährige Rechtsverteidiger wollte eine scharfe Flanke von rechts mit dem Kopf klären, spielte den Ball aber mit dem Arm. Schiedsrichter Tom Bauer zeigte sofort auf den Punkt, Fürth-Kapitän Felix Klaus verwandelte souverän ins rechte Eck (22.). Der Startschuss für ein Spektakel. Kurzer Jubel über zwei ungültige Führungstreffer Der Rückstand rüttelte Nürnberg wach. Bei einer Flanke von Justvan aus dem rechten Halbfeld stand Piet Scobel goldrichtig und köpfte den Ball am Fünfmeterraum per Aufsetzer durch die Beine von Florian Hellstern (26.). Sechs Minuten später hatte Scobel sogar die Führung auf dem Fuß, traf aber nur die Unterkante der Latte. In der 36. Minute zappelte der Ball erneut im Fürther Netz, Scobel stand beim Zuspiel von Justvan allerdings im Abseits. Drei Minuten später ereilte Fürth-Kapitän Klaus dasselbe Schicksal: Sein wuchtiger Treffer nach einer Hereingabe von Dehm zählte ebenfalls nicht (39.). Klaus und Justvan glänzen auf beiden Seiten Zwei Minuten später machte Klaus hingegen alles richtig. Einen langen Ball von Dennis Srbeny nahm er klasse mit und legte die Kugel im Sechzehner eiskalt an Keeper Jan Reichert vorbei (41.). Reichert verhinderte anschließend das 1:3, als er einen weiteren Abschluss des Doppelpackers aus kurzer Distanz parierte. Kurz vor der Pause schlug Nürnberg dafür zu: Scobel legte im Strafraum für Justvan quer, dessen Linksschuss von Krisztián Keresztes ins eigene Tor abgefälscht wurde (45.+3). Nürnberg belohnt sich nach der Pause In der zweiten Halbzeit gab der Club zunächst den Ton an - und ging in der 54. Minute erstmals in dieser Partie in Führung. Einen Linksschuss aus 17 Metern platzierte Justvan unhaltbar neben den linken Pfosten. Tatsächlich hatten die Fürther die Chance auf den Ausgleich: Klaus übernahm auch beim zweiten Elfmeter an diesem Nachmittag die Verantwortung, scheiterte aber mit einem schwachen Schuss an Reichert (63.). Der 1. FC Nürnberg blieb anschließend am Drücker - und legte nach. Bei einer einstudierten Eckenvariante flankte Giannis Masouras vom Strafraumeck an den zweiten Pfosten, wo Javier Fernández für Scobel ablegte. Aus sieben Metern jagte der Stürmer den Ball flach ins kurze Eck zum 4:2 (74.). Die Gastgeber bäumten sich in der Schlussphase zwar noch einmal auf, ein Treffer war der tapferen Spielvereinigung aber nicht mehr vergönnt. Knifflige Pokal-Aufgaben für Nürnberg und Fürth Somit reist Nürnberg mit zwei Siegen aus zwei Spielen am kommenden Samstag zu Viktoria Köln und bestreitet beim Drittligisten die 1. Runde im DFB-Pokal (15.30 Uhr). Einen Tag später müssen die Fürther zum Pokal-Auftakt beim VfL Bochum ran (13.00 Uhr).