Segeljacht mit Kokain: Prozess gegen Duo in Rostock
Stand: 12.08.2026 14:42 Uhr Vor dem Landgericht Rostock hat der Prozess gegen einen 59-Jährigen und eine 67-Jährige begonnen. Sie sollen 264 Kilogramm Kokain von Kolumbien nach Europa transportiert haben. Portugiesische Ermittler stoppten die Jacht nahe den Azoren. Was klingt wie das Drehbuch für einen spektakulären Hollywood-Krimi, beschäftigt nun die Justiz: Ein 59 Jahre alter Mann und eine 67-jährige Frau aus dem Landkreis Rostock sollen im vergangenen Sommer mit einer Segeljacht von Kolumbien aus Richtung Europa aufgebrochen sein. An Bord soll sich nach Darstellung der Staatsanwaltschaft eine erhebliche Menge Kokain befunden haben. Insgesamt geht es um rund 264 Kilogramm des Rauschgifts. Vorwurf: Drogenhandel und Verabredung zum Verbrechen Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor. Zudem geht es um den Vorwurf der Verabredung zum Verbrechen. Zum Prozessauftakt wurde die Anklage verlesen. Laut Anklage sollen sich die beiden 2024 eine Segelyacht gekauft haben, mit dem Ziel, mit dem Schiff Kokain nach Deutschland zu bringen. Sie segelten nach Kolumbien und wieder zurück - in der Nähe der Azoren im Atlantik stellten portugiesische Ermittler die beiden und fanden mehr als 260 Kilo Kokain. Die Staatsanwaltschaft schätzt den Verkaufswert auf fast 16 Millionen Euro. Seitdem befinden sich der Mann und die Frau in Untersuchungshaft. Prozess unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Der Prozess um den mutmaßlichen Drogenschmuggel hat heute Mittag mit Verspätung am Landgericht Rostock begonnen. Ein Ersatzschöffe musste einspringen, weil eine Schöffin beim Prozessauftakt fehlte und auch zu Hause nicht erreicht werden konnte. Am Gericht galten strenge Sicherheitsvorkehrungen - unter anderem saßen vermummte Polizisten mit im Gerichtssaal. Aufnahmen der Angeklagten waren verboten. Portugiesischer Polizist soll aussagen Die Anwälte der beiden Angeklagten haben beim Prozessbeginn in Aussicht gestellt, dass sich ihre Mandanten zu den Vorwürfen äußern könnten. Zunächst solle jedoch der Beginn der Beweisaufnahme abgewartet werden. Beim nächsten Verhandlungstag in einer Woche soll ein portugiesischer Polizist per Videoschalte aussagen. Für den Prozess vor dem Landgericht Rostock sind zwölf weitere Termine angesetzt. Das Verfahren soll bis Mitte Oktober dauern.