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Seilbahn für Heilbronn: Stadt nennt erstmals möglichen Eröffnungstermin

Technologie

Bei der Lokaltour der Stimme, einer Diskussionsrunde mit Lesern zu kommunalpolitischen Themen, hatte sich Andreas Ringle kürzlich erstmals zum Zeitplan für den Seilbahnbau geäußert. Auf Nachfrage präzisierte Heilbronns Baubürgermeister nun seine Angaben. Demnach bezieht sich die seinerzeit genannte Dauer von acht Jahren bis zur Eröffnung auf das Ausgangsjahr 2025. Im Vorjahr wurden die Pläne für eine spektakuläre Stadt-Seilbahn, die Heilbronns Innenstadt mit dem KI-Park Ipai (Innovation Park Artificial Intelligence) westlich des Stadtteils Neckargartach verbinden soll, erstmals öffentlich vorgestellt. Nach Ringles Rechnung könnten sich die Gondeln von 2033 an drehen. „Allerdings“, so schränkt er ein, „ist dies sehr von der Laufzeit des Planfeststellungsverfahrens abhängig, das nicht gänzlich durch die Stadt beeinflussbar ist“. Heilbronner Seilbahn: Von der City zum Ipai mit fünf Stopps Am 14. Juli soll sich nach Stimme-Informationen der Bauausschuss des Gemeinderats mit dem Vorhaben befassen, die Ausschreibung der Arbeiten könnte 2029 erfolgen. Die Kabinen sind für zehn Personen ausgelegt, die Strecke soll über 4,7 Kilometer zwischen dem Hauptbahnhof und dem Ipai führen. Vorgesehen sind fünf Haltestellen mit Start in der Nähe der Experimenta-Parkhäuser, unweit des Hauptbahnhofs. Die Seilbahn hält den Plänen zufolge am Bildungscampus West, am Zukunftspark Wohlgelegen, in Neckargartach im Bereich des bisherigen Geländes der Firma Campina und schließlich beim Ipai. Dort sollen einmal bis zu 5000 Menschen in Firmen und Forschungseinrichtungen an Anwendungen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz arbeiten. Neue Details gibt es auch zur möglichen Lage der Endhaltestelle am Ipai. Beim gut besuchten Tag der offenen Baustelle am 13. Juni legten Planskizzen nahe, dass die Seilbahn auf der Ostseite des künftigen KI-Parks andockt, in einiger Entfernung zum sogenannten Mobility Hub, der Verkehrsdrehscheibe im Westen des kreisrunden Areals. Dem ist aber nicht so, wie Baubürgermeister Ringle betont: „Die Seilbahnstation soll auf dem Ost-West-Boulevard südlich des Mobility Hubs, und damit in unmittelbarer Nähe liegen.“ Verkehrsclub VCD fordert: Stadtbahn-Erweiterung statt „Solitär“ Seilbahn Kritik kam erneut vom ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Region. „Die Stadtbahn ist ein Solitär“, bemängelt Bahnexperte Hans-Joachim Knupfer gegenüber der Stimme die aus seiner Sicht mangelnde Einbindung in das Nahverkehrssystem. Knupfer ist im regionalen Mobi-Netzwerk aktiv, das wiederum vom VCD unterstützt wird. Er fordert: „Man sollte auf bewährte Lösungen setzen.“ Aus Sicht der Seilbahn-Kritiker kann das nur eine Stadtbahn sein, die auf dem Weg zum Ipai auch Stadtteile westlich des Neckars bedient. Führte die neue Linie über die bestehende Bahnbrücke, sei auch kein teurer Brückenschlag über den Fluss nötig, kontert der VCD das von der Stadt angeführte Argument, die Seilbahn sei deutlich günstiger zu haben als eine neue Stadtbahn. „Wir dürfen die Chance nicht verbauen“, betont VCD-Regionalvorstand Hans-Martin Sauter. Je nach Trasse koste die Stadtbahn das Doppelte bis Vierfache der Seilbahn, erläutert Baubürgermeister Ringle. Man habe Strecken mit Brückenneubau untersucht und solche, die mit dem bestehenden Übergang auskommen. Eine Trasse durch die Stadtteile Frankenbach und Neckargartach sei „auf Grund der dichten Bebauung und der nicht ausreichend breiten Straßen nicht möglich“. Allerdings hat der VCD keine Bahn durch die Orte im Sinn, sondern eine Streckenführung entlang der Neckartalstraße. Eine Kostenschätzung für die Heilbronner Seilbahn gibt es nach wie vor nicht. Die Gondelstrecke, die seit 2025 Vororte der französischen Hauptstadt Paris an die Metro anbindet, ist fast gleich lang wie das, was in Heilbronn geplant ist. Auch die Zahl der Haltestellen ist identisch. Die Seilbahn in Paris hat 138 Millionen Euro gekostet, vielen gilt das als Hinweis auf eine mögliche Größenordnung. Allerdings gibt es auch Unterschiede. So verläuft die Strecke in Paris zum Teil in großer Höhe, um Anwohner vor Lärm und neugierigen Blicken zu schützen. In Heilbronn werden kaum bewohnte Gebiete überquert.

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