„Sektenführer“ und „Schlange“: Sie war eine seiner lautesten Verbündeten - nun teilt Marjorie Taylor Greene gegen Trump aus
„Es ist eine Sekte, eine hässliche, groteske Sekte“, schreibt die ehemalige Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses Marjorie Taylor Greene am Mittwoch auf X über die Maga-Bewegung von Donald Trump – eine Gruppe, für die sie früher selbst noch als eine der wichtigsten Stimmen auftrat.
Das Zerwürfnis der ehemals radikalen Trump-Verbündeten mit dem US-Präsidenten hat sich zuletzt noch einmal hochgeschaukelt. Nach ihrem Bruch mit Trump Ende letzten Jahres hatte die Republikanerin aus dem US-Bundesstaat Georgia ihr Mandat aufgegeben und gilt seitdem als eine der vehementesten Kritikerinnen aus Trumps eigenen Reihen.
Auch für ihre derbe Ausdrucksweise ist die rechte Hardlinerin Marjorie Taylor Greene bekannt. Trump wiederum hatte ihr im vergangenen November den Spitznamen Marjorie Traitor („Verräterin“) Greene gegeben und sie als „zeternde Irre“ bezeichnet.
In letzter Zeit schießt Greene immer wieder heftig gegen Trump
„Mittlerweile besteht der schwindende Rest von Maga aus Menschen, die ihrem Sektenführer nacheifern“, schrieb Greene in ihrem Post vom Mittwoch weiter als Reaktion auf ein zurzeit kursierendes Video, in dem eine Frau mit dem T-Shirt-Aufdruck „Gebt die Epstein-Akten frei“ auf einer Trump-Veranstaltung offenbar von Maga-Anhängern angegriffen wird.
Greene macht sich seit Längerem dafür stark, die Akten aus der Strafverfolgung des inzwischen verstorbenen Sexualstraftäters und Finanziers Jeffrey Epstein zu veröffentlichen.
Zuletzt reagierte sie am Donnerstag außerdem auf die umstrittene Hausdurchsuchung bei der demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar in Washington, D. C., vom Montag. Mit Omar liege sie in vielen Positionen zwar weit auseinander. „Aber kann mir mal jemand erklären, wie das Vortäuschen von Abschiebevorbereitungen von Ilhan Omar dafür sorgen soll, dass die Spritpreise unter 2 Dollar landen, die Krankenversicherung verdammt noch mal bezahlbar wird, der Kassenbon für den Wocheneinkauf einer Familie Sinn ergibt und unser geliebtes Militär nicht mehr in den nächsten verdammten Krieg im Ausland geschickt wird???“, fragte sie.
Erst wenn „ihr dummen Motherfucker“ im Weißen Haus endlich die Epstein-Akten veröffentlichen und die „Pädophilen und Vergewaltiger, mit denen ihr abhängt“ weggesperrt würden, „dann werden wir anfangen, euch zuzuhören“. Sie schloss mit „Bis dann“ und einem Mittelfinger-Emoji.
Greene über Trump: „Mein Fehler war es, Sie überhaupt unterstützt zu haben“
Bereits in den Tagen zuvor schoss Greene gegen Trump. Am 11. Oktober veröffentlichte sie den Screenshot einer E-Mail der Trump-Wahlkampagne mit dem Betreff: „Abgeordnete Marjorie Taylor, habe ich etwas falsch gemacht?“
In ihrer öffentlichen Antwort auf die Frage holt sie zum Rundumschlag aus, wirft Trump vor, seine „pädophilen Vergewaltigerfreunde“ zu schützen, unprovoziert einen „bescheuerten Krieg“ im Iran angezettelt zu haben, bezeichnet ihn als „Schlange“ und sagt: „Mein Fehler war es, Sie überhaupt unterstützt zu haben.“
Auf einen Post Trumps, in dem er jeden als „DEN FEIND“ bezeichnete, der seiner Umbenennung des Begriffs „Künstliche Intelligenz“ in „Superintelligenz“ nicht anschloss, reagierte Greene mit den Worten: „Künstliche Intelligenz.“
Green saß von 2021 bis Januar 2026 für die Republikaner im Repräsentantenhaus. Bereits vor Jahren fiel sie mit Verschwörungstheorien der Gruppe QAnon auf, die sie in sozialen Medien verbreitete.
Lange galt sie als prominente Stimme der Maga-Bewegung. Im Januar nach der Wahlniederlage Donald Trumps gegen Joe Biden 2020 erschien Greene zu ihrer Vereidigung als Kongressabgeordnete mit einer schwarzen Maske im Gesicht, auf der die Worte „TRUMP HAT GEWONNEN“ standen. Trump und seine Anhänger hatten die Rechtmäßigkeit der Wahl immer wieder unbegründet angezweifelt.
Im vergangenen Jahr kam es schließlich zu öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten von Greene und US-Präsident Trump. Im November gab sie überraschend bekannt, ihr Mandat zum Januar aufgeben zu wollen.