Selbst RTX 5090 braucht DLSS für 4K60
The Witcher 3 Remastered ist seit dem 29. September verfügbar und bringt auf dem PC unter anderem Pathtracing, DLSS 4.5 samt Ray Reconstruction sowie überarbeitete Grafikoptionen mit. Gerade die neue Beleuchtung hat es allerdings in sich. Selbst die Geforce RTX 5090 kann maximale Details in Ultra HD nicht einfach mit ausreichend hohen Bildraten berechnen. Wer 60 Fps anpeilt, kommt um Upscaling nicht herum. Gleichzeitig steigen auch die Anforderungen an den Grafikspeicher: Je nach Auflösung und eingesetzten Grafikfunktionen stellt sich schnell die Frage, ob 8, 12 oder 16 GiB VRAM sinnvoll sind.
Für den PCGH-Test kam eine Gigabyte Aorus Geforce RTX 5090 Infinity zum Einsatz, die auf gut 3 GHz Kerntakt und 34 GT/s beim Speicher übertaktet wurde. In Ultra HD aktivierten wir sämtliche Grafikoptionen einschließlich Pathtracing. Erst mit DLSS Balanced wird die Marke von 60 Fps durchbrochen. Das zeigt, wie hoch die Rechenlast des neuen Beleuchtungsmodells ausfällt. Selbst eine aktuell praktisch konkurrenzlose High-End-Grafikkarte benötigt damit Unterstützung durch temporales Upscaling, wenn maximale Grafikdetails und hohe Auflösung zusammenkommen.
Der hohe Bedarf ist allerdings auch unserer Messszene geschuldet. PCGH nutzt für die GPU-Benchmarks bewusst einen Abschnitt mit deutlich überdurchschnittlicher Grafiklast. In anderen Bereichen des Spiels liegen die Bildraten nach unseren Messungen mindestens rund 20 Prozent höher. Eine Grafikkarte, die den Benchmark flüssig bewältigt, hat damit eine entsprechende Reserve für den restlichen Spielverlauf. Gleichzeitig macht die Szene sichtbar, wie stark Pathtracing die Leistungsreserven aktueller GPUs beansprucht.
Pathtracing geht dabei noch einmal deutlich weiter als die bisherige Raytracing-Darstellung. Statt einzelne RT-Effekte separat zu berechnen, werden unter anderem Schatten, Reflexionen, indirekte Beleuchtung und Verschattung gemeinsam berücksichtigt. Zusätzliche Lichtstrahlen und Lichtabpraller erhöhen die Komplexität weiter. Besonders in verwinkelten Innenräumen fällt die Beleuchtung dadurch sichtbar anders aus als mit gewöhnlichem Raytracing oder Rasterisierung.
Der Preis dafür zeigt sich im Benchmark
Für 60 Fps in Full HD werden in unserem Benchmark bereits eine Geforce RTX 4070 Ti oder RTX 5070 benötigt. In WQHD erreichen die Marke nur noch die drei schnellsten Nvidia-Grafikkarten des Testfelds. Damit wird deutlich: Die RTX 5090 ist zwar das obere Ende der Leistungsskala, Pathtracing kann die vorhandene Rechenleistung aber problemlos aufbrauchen. Wie weit sich The Witcher 3 Remastered nach unten skalieren lässt, zeigt auf der anderen Seite der Performance-Vergleich auf dem Steam Deck.
Hinzu kommen Unterschiede bei den verfügbaren Grafikfunktionen. „Path Traced Hair“ lässt sich derzeit ausschließlich auf Geforce-RTX-5000-Grafikkarten aktivieren und kostet nach unseren Messungen etwa fünf Prozent zusätzliche Leistung. Radeon- und Arc-Grafikkarten müssen beim Denoising wiederum ohne Nvidias Ray Reconstruction auskommen. Ihre Benchmark-Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres direkt mit den Geforce-Werten vergleichen.
Wie groß die CPU-Seite des Problems ausfällt, zeigt ein weiterer Blick auf unsere Messungen. Der Wechsel von Pathtracing auf gewöhnliches Raytracing steigert die Prozessorleistung in unserer Testszene bereits um mehr als 30 Prozent. Ohne Raytracing sind sogar über 137 Prozent mehr Fps möglich. Wie sich etwa ein Ryzen 7 5800X3D im Remaster schlägt, haben wir ebenfalls separat untersucht. Die hohen Anforderungen lassen sich damit nicht allein auf die Grafikkarte reduzieren.
Das Remaster beschäftigt die Spieler allerdings nicht nur wegen seiner Hardware-Anforderungen. Auf der Switch 2 fällt etwa die HDR-Ausgabe mit Spitzen von über 2.000 cd/m² auf, während die PC-Version auf Steam bereits einen neuen Spielerzahlenrekord erreicht hat. Auch spielerisch gibt es Änderungen: Dazu zählen das Transmog-System bei Yoana und Hattori, Besonderheiten beim Laden älterer Spielstände und neue Medaillons sowie Loot-Gegenstände.
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