Selenskyj bleibt eiskalt, als Trump ihn vor laufenden Kameras provoziert
Startseite Politik Trump stichelt vor laufenden Kameras gegen Selenskyj – doch der bleibt eiskalt Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Trump stichelt gegen Selenskyj, macht der Ukraine aber neue Zusagen. Beim NATO-Gipfel in Ankara kündigt der US-Präsident den Kauf ukrainischer Drohnen an. Ankara – Das Treffen von Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj beim NATO-Gipfel in Ankara war schon vor Beginn aufgeladen. Zu frisch wirkte noch der Eklat im Weißen Haus im Februar 2025. Nun saßen der US-Präsident und der ukrainische Staatschef wieder nebeneinander. Und auch diesmal teilte Trump aus. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Vor Kameras setzte Trump eine Spitze gegen Selenskyj. Er nannte ihn einen „schwierigen Charakter“. Selenskyj lachte nicht mit, sondern blieb regungslos, wie die US-Website Raw Story berichtet. Trump sprach zunächst über seine Versuche, Kriege zu beenden. Der Krieg in der Ukraine sei einer gewesen, von dem er gedacht habe, er könne vielleicht am leichtesten zu lösen sein. Frostiger Moment vor Kameras Dann sagte er: „Putin ist ein schwieriger Charakter, und dieser Kerl ist ein schwieriger Charakter!“ Dabei zeigte Trump laut Raw Story auf Selenskyj und lachte kurz. Selenskyj erwiderte das Lachen dem Bericht zufolge nicht. Trump sagte anschließend, es sei „nicht die einfachste Sache“. Es gebe viel Einsatz und viel Liebe zu den Ländern. In den vergangenen Wochen seien aber viele Fortschritte gemacht worden. Trotz der Szene beschreibt das US-Politikportal The Hill das Treffen als deutliche Entspannung im Verhältnis beider Präsidenten. Trump sagte vor Reportern, die Beziehung zu Selenskyj habe sich seit dem Streit im Oval Office verbessert. „Wir haben tatsächlich eine gute Beziehung entwickelt. Kaum zu glauben, oder? Vom Oval Office bis jetzt – ich glaube, wir haben eine sehr gute Beziehung entwickelt“, sagte Trump demnach. In einem offiziellen Statement Selenskyjs heißt es, besondere Aufmerksamkeit habe der Diplomatie gegolten. Die Präsidenten der Ukraine und der USA versuchten demnach, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sie greife. „Wir werden weiter konstruktiv daran arbeiten, damit das geschieht“, betonte Selenskyj. Neue Signale an die Ukraine Für Kiew waren vor allem Trumps konkrete Zusagen wichtig. Nach Angaben des Politikportals kündigte der US-Präsident an, die USA würden ukrainische Drohnen kaufen. Noch wichtiger könnte die geplante Mitproduktion von Patriot-Abfangraketen werden. Trump gab demnach grünes Licht dafür, dass die Ukraine eine Lizenz zur Herstellung erhalten soll. Patriot-Systeme dienen der Luftverteidigung. Für die Ukraine sind sie vor allem gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe wichtig. Trump sagte laut The Hill, die USA hätten selbst nicht mehr „viele“ Patriot-Abfangraketen übrig. Eine direkte Lieferung weiterer Raketen stellte er damit nicht in Aussicht. Stattdessen sagte Trump an Selenskyj gerichtet: „Wir geben euch eine Lizenz, um Patriots herzustellen. Das ist ziemlich cool, oder? So könnt ihr euch nicht beschweren, dass wir euch nicht genug geben.“ Er müsse noch die „Firma“ informieren, fügte Trump demnach hinzu. Das werde aber funktionieren. Telefonat mit Putin geplant Schon vor dem Gipfel hatte sich ein diplomatischer Ablauf abgezeichnet. Trump plane nach dem Treffen mit Selenskyj ein Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin, berichtete das russische Exilmedium Meduza. Selenskyj und Putin hatten Trump demnach zuvor zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit gratuliert. In beiden Gesprächen sei es auch um ein Ende des Kriegs gegangen. Selenskyj sagte nach seinem Telefonat laut Meduza: „Es gibt eine echte Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und Amerikas Entschlossenheit ist entscheidend.“