Selenskyj: China steht nicht auf unserer Seite
China ist Russlands großer Nachbar und vertritt offiziell eine neutrale Position im russisch-ukrainischen Krieg. Für Selenskyj ist das nicht genug und er erhebt konkrete Vorwürfe gegen Peking.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat China vorgeworfen, im russisch-ukrainischen Krieg auf Russlands Seite zu stehen. "Es ist schade, dass China politisch in diesem Krieg nicht auf unserer Seite steht", sagte der Staatschef gemäß einer Mitteilung dem japanischen TV-Sender NHK. Peking helfe Moskau zwar nicht mit Waffen, sei aber den Russen "offener" gegenüber und habe eine größere Bereitschaft, dem Kreml und nicht den Ukrainern zu helfen. "Im Falle eines so großen Landes bedeutet dieses "etwas mehr" (auf Russlands Seite) recht viel", sagte Selenskyj.
Gleichzeitig warf er China vor, seinen Einfluss auf Russland nicht für Frieden in der Ukraine zu nutzen. "Ich sehe nicht, dass China Druck auf Russland ausübt, um den Krieg zu beenden", bedauerte der Präsident. Peking habe einen sehr großen Einfluss auf Russland und könne den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Verhandlungen bewegen. Selenskyj sei davon überzeugt, doch habe Peking das nicht getan. "Und wenn du es kannst, aber nicht machst, ist das eine Unterstützung oder nicht?", fragte der Staatschef. Er warf China dabei auch den Transfer von Technologie nach Russland vor.
Reise von Außenminister Sybiha nach Peking geplant
Kiew hatte mehrfach versucht, die Kontakte zu China zu verbessern. Im Juli erhielt Außenminister Andrij Sybiha nach einem Gespräch mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi eine Einladung zu einem China-Besuch und lud diesen wiederum in die Ukraine ein. Bisher fand jedoch keine der Reisen statt.
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Sowohl die Ukraine als auch Russland sind vor allem bei ihrer Drohnenproduktion auf die Lieferung von chinesischen Einzelteilen angewiesen. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher Hilfe gegen eine großangelegte russische Invasion. Peking bezeichnet sich offiziell als neutral in dem Krieg und rief zu einer Friedenslösung auf. (dpa/ bearbeitet durch ras)