Selenskyj meldet Zerstörung von russischem Tu-95-Bomber
von MDR AKTUELL Stand: 17.07.2026 17:18 Uhr Selenskyj meldet Zerstörung von russischem Tu-95-Bomber Weitere Angriffe auf Häfen und Schiffe im Schwarzen Meer Merz und Macron beraten über weitere Ukraine-Hilfe Die Ereignisse von gestern im kurzen Überblick Weitere Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg Insider: Russland bezieht erstmals Benzin aus Kasachstan Russland erhält Insidern zufolge wegen Engpässen nach ukrainischen Angriffen erstmals Benzin aus Kasachstan. Aus Branchenkreisen heißt es, im Juli seien rund 1.000 Tonnen in eine Region in Zentralrussland geliefert worden. Wegen der Drohnenangriffe auf Raffinerien sucht Russland auch in Belarus und Indien nach Treibstoff. EU verhängt Sanktionen gegen russische Drohnenhersteller Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen eine russische Managerin und fünf Unternehmen wegen deren Beteiligung an der Produktion von Drohnen. Wie der Rat der Europäischen Union mitteilt, richten sich die Maßnahmen gegen Irina Charissowa, die Aufsichtsratsvorsitzende von ABS Electro, sowie gegen fünf Firmen der Unternehmensgruppe. ABS Electro entwickelt und produziert elektronische Bauteile für den Drohnenkrieg. Die Sanktionen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot für Charissowa. Die EU verhandelt zudem über ein 21. Sanktionspaket gegen RUssland, das unter anderem Banken, Krypto-Netzwerke und Ölhändler treffen soll. (Quelle: Reuters) Selenskyj meldet Zerstörung von russischem Tu-95-Bomber Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj einen strategischen Bomber vom Typ Tu-95 auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Engels zerstört. Die Basis liegt etwa 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das Militärflugzeug sei von den russischen Streitkräften für Raketenangriffe auf die Ukraine eingesetzt worden, teilte Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst X mit. "Wir verteidigen uns gerecht und proaktiv", erklärte der ukrainische Staatschef. (Quelle: Reuters) Weiter Demos in der Ukraine für entlassenen Verteidigungsminister Fedorow In Kiew und anderen Städten der Ukraine dauern Demonstrationen gegen die Personalpolitik von Präsident Wolodymyr Selenskyj den dritten Tag in Folge an. Die Demonstranten fordern nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform vor allem die Wiedereinsetzung des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow. Viele verlangten auch eine Entlassung des Oberkommandierenden der Armee, Olexander Syrskyj. Selenskyj hatte bei einer größeren Regierungsumbildung den auf Technik und Digitalisierung setzenden Reformer Fedorow entfernt. Dieser hatte eigenen Angaben zufolge in einem Dauerstreit mit Syrskyj gelegen. Selenskyj entschied sich, an seinem Oberkommandierenden festzuhalten. (Quelle: dpa) Zwei Tote bei russischem Angriff auf Hafen von Mykolajiw Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur der südukrainischen Stadt Mykolajiw sind ukrainischen Behörden zufolge zwei Menschen getötet worden. Zudem seien drei zivile Schiffe unter ausländischer Flagge beschädigt worden, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Bei den Todesopfern handele es sich um zwei ukrainische Staatsbürger, die sich an Bord eines der ausländischen Schiffe befunden hätten. Zudem musste der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz nach einem russischen Drohnenangriff die Arbeiten an einer Gasförderanlage in der nordöstlichen Region Charkiw einstellen. (Quelle: Reuters) Ukraine greift erneut russische Schiffe im Schwarzen Meer an Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf russische Ziele im Schwarzen Meer fortgesetzt. Wie der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte, wurden zwölf weitere russische Schiffe getroffen. Ziele seien neun Frachter, zwei Tanker und ein Schlepper gewesen. Damit steige die Gesamtzahl der Schiffe, die im Juli im Asowschen und im Schwarzen Meer getroffenen wurden auf 159, hieß es. (Quelle: Reuters) Erneute russische Luftangriffe auf Häfen im Gebiet Odessa Die russischen Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge weitere Angriffe auf die ukrainischen Schwarzmeer-Häfen durchgeführt. Wie das russische Verteidigungsministerium auf Telegram mitteilte, wurden bei Angriffen mit "hochpräzisen luftgestützten Waffen" und "unbemannten Luftfahrzeugen" in den Häfen von Odessa und Tschernomorsk Hafeninfrastrukturanlagen getroffen, die für die Versorgung der ukrainischen Streitkräfte genutzt worden seien. Außerdem seien Werkstätten für die Drohnen-Produktion getroffen worden. (Quelle: Telegram) Sieben Verletzte durch russische Angriffe in Sumy Im nordostukrainischen Gebiet Sumy sind nach Angaben lokaler Behörden am Vortag sieben Menschen bei russischen Angriffen verletzt worden. Wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform unter Verweis auf den Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, berichtet, wurden im Dorf Stezkiwka drei Personen beim Beschuss durch ein Mehrfachraketensystem verletzt. In der Innenstadt der Gebietshauptstadt Sumy sei ein Zivilist bei einem Drohnenangriff verletzt worden. Bei einem Drohneneinschlag an einer Autobahn habe ein Kind in einem Fahrzeug eine Stressreaktion erlitten. Am Stadtrand von Sumy hätten zwei Personen nach dem abendlichen Angriff mit russischen Lenkbomben medizinisch versorgt werden müssen. (Quelle: Ukrinform) Merz und Macron beraten über Unterstützung der Ukraine Die weitere Unterstützung der Ukraine ist ein Schwerpunkt des deutsch-französischen Regierungstreffens am Freitag in Nörvenich und Brühl. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wollen unter anderem über die gemeinsame nukleare Abschreckung auf Basis des französischen Atomwaffenarsenals sowie die militärische Zusammenarbeit zur Stärkung der europäischen Sicherheit beraten. Thema sind zudem gemeinsame Übungen und die künftige Zusammenarbeit im Rüstungsbereich nach dem weitgehenden Scheitern des Kampfjet-Projekts FCAS. (Quelle: dpa) Putin-Kritiker Nadeschdin warnt vor Kurs Russlands Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Präsident Wladimir Putin vorgeworfen, Russland mit seinem Kurs in Richtung Chaos und möglicherweise sogar in eine Katastrophe zu führen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP sprach sich der Kriegsgegner erneut für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aus. Nadeschdin war Anfang der Woche kurzzeitig festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen des angeblichen Zeigens extremistischer Symbole ermittelt. Am Freitag muss er vor Gericht erscheinen. Zudem verhängten die russischen Behörden ein Ausreiseverbot gegen den 63-Jährigen. Nadeschdin weist die Vorwürfe zurück und sieht sie als politisch motiviert an. (Quelle: AFP) Ukraine weist Vorwürfe nach Tod von AKW-Ingenieur zurück Die Ukraine hat russische Vorwürfe zurückgewiesen, für den Tod des Chefingenieurs des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja verantwortlich zu sein. Das Außenministerium in Kiew sprach von haltlosen Anschuldigungen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) verurteilte den Angriff als inakzeptabel und forderte, Angriffe auf Atomanlagen und deren Personal unverzüglich einzustellen. Russland hatte zuvor erklärt, der Chefingenieur Alexander Jakowlow sei bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. (Quelle: AFP) Die Ereignisse gestern – 16. Juli 2026 Das ukrainische Parlament hat Serhij Korezkyj zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. 289 von 318 Abgeordneten stimmten für den bisherigen Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz. Korezkyj nannte die Verteidigung des Landes, wirtschaftliche Stabilität und den angestrebten EU-Beitritt als wichtigste Aufgaben. Die bisherige Regierungschefin Julia Swyrydenko war am Dienstag zurückgetreten. Damit schied auch ihr gesamtes Kabinett aus dem Amt. Präsident Wolodymyr Selenskyj schlug den bisherigen Geheimdienstchef Jewhenij Chmara als neuen Verteidigungsminister vor. Zuvor war Mychajlo Fedorow entlassen worden. Gegen den Regierungsumbau protestierten Menschen in Kiew und anderen Städten. Bei russischen Angriffen auf die Ukraine wurden mehrere Menschen getötet. In Kiew starben mindestens zwei Menschen, sechs weitere wurden verletzt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland mindestens acht ballistische Raketen auf die Hauptstadt und ihr Umland ab. In der Region Saporischschja kamen mindestens fünf Zivilisten ums Leben. 15 Menschen wurden verletzt. Bei einem Luftangriff auf Kramatorsk gab es mindestens sieben Verletzte. Auch Odessa wurde beschossen. Dort wurde eine Bildungseinrichtung beschädigt. Auch Russland meldete Tote durch ukrainische Angriffe. In der Region Jaroslawl wurde nach Behördenangaben ein Mann getötet. Vier Menschen wurden verletzt. In der Region Brjansk starben ein 15-jähriges Mädchen und seine Großmutter. In Engels schlugen Drohnen in ein Wohnhaus ein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden mehrere Menschen verletzt. Medien berichteten zudem über Brände auf einem Militärflugplatz in Engels und in einem Öldepot bei Jaroslawl. Diese Angaben wurden zunächst nicht offiziell bestätigt. Ukraine-News am Freitag, 17. Juli 2026 Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.