Seltenes Himmelsschauspiel steht bevor
tz München Stadt Extrem seltenes Himmelsspektakel steht bevor – wo man es in München am besten sehen kann Von: Benedikt Strobach Uns auf Google folgen Ein besonderes Himmelsschauspiel steht bald bevor. Am stärksten ist es in Süddeutschland. Die Stadt München gibt Tipps, wo man es gut beobachten kann. München – Es ist ein seltenes, aber beeindruckendes Himmelsschauspiel: Eine Sonnenfinsternis fasziniert regelmäßig Millionen von Menschen weltweit. Die nächste steht nun bevor – und trifft auch Deutschland: Ein Großteil der Sonne wird dabei vom Mond bedeckt. Am stärksten sind die Auswirkungen im Süden des Landes. Die Stadt München hat nun Tipps gegeben, wo und wann man die anstehende Sonnenfinsternis am besten verfolgen kann. Bis zu 90 Prozent bedeckt: Partielle Sonnenfinsternis im August – wo man sie in München sehen kann Die partielle Sonnenfinsternis findet am Mittwochabend, 12. August, statt. Besonders ist der große Anteil, der vom Mond bedeckt wird. Dieses Jahr sind es in München bis zu 90 Prozent des gelben Zwergsterns. In den vergangenen Jahren war dieser Anteil in der Landeshauptstadt deutlich geringer: 29. März 2025: 11 Prozent 25. Oktober 2022: 25 Prozent 10. Juni 2021: 6 Prozent Beginn ist um 19.22 Uhr, dann beginnt der Erdtrabant, sich vor die Sonne zu schieben. Das Maximum wird gegen 20.15 Uhr erreicht. Gegen 20.30 Uhr ist das Himmelsspektakel in München wieder vorbei, da die Sonne in der Landeshauptstadt danach unter dem Horizont steht; rechnerisch läuft die Finsternis noch eine gute halbe Stunde weiter. Die beste Sicht auf die Sonnenfinsternis hat man aufgrund der bereits vorangeschrittenen Uhrzeit in München an erhöhten, offenen Orten mit freier Sicht nach West-Nordwest. Die Stadt nennt hier zwei Beispiele: den Olympiaberg in Milbertshofen und den Fröttmaninger Berg an der nördlichen Stadtgrenze. Der Olympiaturm fällt als Aussichtspunkt aus: Er ist wegen Sanierung geschlossen. Die freie Sicht sei deswegen wichtig, weil die Sonne zum Maximum nur noch gut 2 Grad über dem Horizont stehe. Auch Volkssternwarte in München bietet Event zum „Jahres-Highlight 2026“ an – wie wird das Wetter? Eine weitere, aber kostenpflichtige Möglichkeit, die Sonnenfinsternis zu verfolgen, bietet die Bayerische Volkssternwarte. Sie organisiert am Tag der Sonnenfinsternis von 18 bis 20.30 Uhr eine Sonderveranstaltung im Upside East, Gisela-Stein-Straße 20, zum „Jahres-Highlight 2026“, wie sie es bezeichnet. Die Veranstaltung ist zwar bereits ausverkauft. Man kann sich aber auf eine Warteliste für Tickets (Kosten: 30 Euro) setzen lassen. Bezüglich des Wetters am 12. August gehen die ersten Trend-Vorhersagen aktuell auseinander. Wetter.com spricht mit Blick auf die Landeshauptstadt von einem sonnigen Tag mit bis zu 33 Grad und 13 Sonnenstunden. Wetteronline meldet hingegen, dass es in München bewölkt werden soll bei maximal 27 Grad. Wie beobachtet man sicher eine Sonnenfinsternis? Wer eine Sonnenfinsternis live verfolgen möchte, sollte unbedingt seine Augen schützen, betont das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf seiner Website. Bei einem ungeschützten Blick in die Sonne treffen UV-Strahlung, sichtbares Licht und Infrarotstrahlung mit sehr hoher Intensität auf die empfindlichen Strukturen des Auges. Ein Blick in die Sonne könne „die Netzhaut in kürzester Zeit so schädigen, dass das Sehvermögen bleibend eingeschränkt wird oder sogar ganz verloren geht“, warnt die Behörde. Das Tückische dabei: „Es gibt kein Warnsignal.“ Netzhautschäden lösten keinen akuten Schmerz aus. Wenn die Schädigung des Sehvermögens bemerkt werde, sei es schon zu spät. „Die Schäden sind vorhanden und heilen nicht mehr.“ Hochgefährlich sei auch die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras. Von Schutzmitteln der „Marke Eigenbau“, wie rußgeschwärzten Gläsern, schwarzen Filmstreifen, CDs oder Ähnlichem, rät das BfS entschieden ab. Als sicherste Methode zur Sonnenbeobachtung gelte die indirekte Betrachtung per Projektion durch eine Lochkamera (sogenannte Camera obscura) auf einen Schirm. Aber auch spezielle, für die Sonnenbeobachtung geeignete Schutzbrillen kommen demnach infrage. Diese müssten gemäß den gültigen EU-Normen als sicher für den direkten Blick in die Sonne gekennzeichnet und mit dem CE-Symbol versehen sein. „Die aktuell gültige Norm ist DIN EN ISO 12312-2:2015“, erklärt das BfS. Eine gute Schutzbrille verfüge „über extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an, um den Einfall von Streustrahlung ins Auge zu reduzieren“. Die Brille müsse intakt sein. Die Folie dürfe keine Kratzer, Löcher und Risse am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Bei einer Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie, und der Mond schiebt sich vor die Sonne. Das passiert nur bei Neumond. Je nach Standort verdeckt der Mond die Sonne ganz (totale Finsternis) oder nur teilweise (partielle Finsternis). Total ist eine Sonnenfinsternis nur dort, wo der Kernschatten des Mondes auf die Erde trifft – in einem schmalen Streifen. München liegt am 12. August 2026 daneben, im Halbschatten. Deswegen bleibt hier ein Teil der Sonne sichtbar. Den Kernschatten und damit die totale Finsternis erleben unter anderem Teile Spaniens, Islands und Grönlands sowie der Nordatlantik. Nächste partielle Sonnenfinsternis über München bereits 2027 – totale Bedeckung erst in über 100 Jahren Wann das nächste Himmelsspektakel über München stattfinden soll, steht bereits fest. Schon am 2. August 2027 gibt es rund um die Mittagszeit statt wieder eine partielle Sonnenfinsternis, mit Maximum gegen 11.11 Uhr. Diese ist dann aber wieder schwächer: Der Mond verdeckt rund 59 Prozent des Sonnendurchmessers. Hallo, ich bin Benedikt Strobach, Online-Lokalredakteur bei tz.de. Als gebürtiger Münchner freue ich mich, Sie regelmäßig mit aktuellen Nachrichten aus unserer Weltstadt mit Herz zu versorgen. Das Zentrum der Isarmetropole ist zweifelsohne der am stärksten frequentierte – und für viele auch bekannteste – Teil. Zwischen Siegestor, Glockenbachviertel, Fußgängerzone, Theresienwiese und Westend ist eigentlich immer etwas los. Im Newsletter „München-City“ informiere ich Sie jede Woche, was in den Stadtbezirken Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt und Schwanthalerhöhe aktuell geschieht. Ich freue mich auf Sie! Hier können Sie sich nach kurzer Registrierung kostenlos für den Newsletter anmelden. Bis zu einer totalen Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonne über München vollständig verdeckt, dauert es noch über 100 Jahre: Ein solches Ereignis gibt es erst wieder am 14. Juni 2151. Die nächste Totalität über deutschem Boden zieht zwar bereits am 3. September 2081 vorbei. Ihr Kernschatten verläuft aber nur über Teile Süddeutschlands, die Schweiz, Liechtenstein und Österreich – und nicht über München. Hier bleibt 2081 nur eine sehr tiefe partielle Finsternis. (Quellen: Stadt München, Bayerische Volkssternwarte, Bundesamt für Strahlenschutz) (bes)