DAX +0,73 % 26.515,14 Pkt 14:46:13 MDAX +0,99 % 32.568,92 Pkt 14:46:13 Euro Stoxx 50 +0,17 % 6.562,48 Pkt 14:46:00 Dow Jones -0,45 % 53.791,85 Pkt 22:41:12 S&P 500 -0,38 % 7.728,20 Pkt 22:34:05 Nasdaq -0,92 % 26.445,45 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,83 % 67.524,06 Pkt 08:45:02 Gold +2,32 % 4.484,70 USD 14:51:10 Silber +2,68 % 66,51 USD 14:51:05 Brent -0,21 % 88,72 USD 14:50:53 WTI +0,04 % 83,23 USD 14:51:08 Bitcoin +0,80 % 64.058,40 USD 15:01:12 EUR/USD +0,15 % 1,15630 USD 15:00:21 EUR/GBP -0,07 % 0,85390 GBP 15:01:13 EUR/CHF +0,10 % 0,93590 CHF 15:01:13 EUR/JPY -0,10 % 183,586 JPY 15:01:13

Seltsame Beobachtung

Wissenschaft

Startseite Wissen Welche Auswirkungen hat eine Sonnenfinsternis auf Tiere und Pflanzen? Uns auf Google folgen Eine Sonnenfinsternis ist nicht nur für Menschen spannend, sondern auch für Tiere und Pflanzen. Was dieses Phänomen mit der Natur macht. Deutschland – Am 12. August findet hierzulande wieder eine partielle Sonnenfinsternis statt. Dabei schiebt sich der Mond in den Abendstunden zu etwa 85 bis 90 Prozent vor die Sonne. Diese Phänomene finden weltweit regelmäßig statt und viele Menschen beobachten sie häufig mit großer Bewunderung. Doch auch an Tieren und Pflanzen geht eine Sonnenfinsternis nicht spurlos vorbei. Naturforscher beobachten ihre Verhaltensweisen dazu bereits seit vielen Jahren. Von vergangenen Sonnenfinsternissen existiert eine begrenzte Zahl an Beobachtungen und Anekdoten, die das Verhalten von Tieren während der plötzlich einbrechenden Dunkelheit beschreiben. Wie die Zeit berichtete, untersuchte Klaus Reiter von der Technischen Universität München das Verhalten von Nutztieren während der totalen Sonnenfinsternis im Jahr 1999. Das Naturschauspiel war damals in weiten Teilen Europas während rund zwei Minuten sichtbar. Tiere reagierten unterschiedlich auf Sonnenfinsternis „Die Sonnenfinsternis signalisiert den Tieren eine beginnende Nacht und wirkt sich kurzfristig auf ihren Rhythmus aus“, sagte Reiter gegenüber der Zeit. Auf Grundlage seiner Untersuchungen kam Reiter zum Schluss, dass Tiere unterschiedlich auf die plötzliche Dunkelheit reagieren. Er berichtete von Pferden, die deutliche Anzeichen von Stress zeigten. Andere Tiere wiesen zwar erhöhte Herzfrequenzen auf, ließen dies jedoch nicht in ihrem Verhalten erkennen. Weiter hielt Reiter fest, dass sich Enten in der Mitte eines Teiches versammelten – offenbar auf der Suche nach Schutz. Gleichzeitig gab es Tiere, die kaum Stress zeigten und sich stattdessen auf die vermeintlich bevorstehende Nacht einstellten: Sie verstummten und verhielten sich ruhig. Ähnliche Beobachtungen machte die Tierschützerin Shirley Cormack im Jahr 2001 während einer Sonnenfinsternis in Simbabwe. In einem Interview mit dem Spiegel schilderte sie ihre Erfahrungen wie folgt: „Die Tiere reagierten, als sei urplötzlich die Dämmerung eingebrochen: Zikaden und Vögel verstummten; stattdessen schwirrten Mücken durch die Luft. Schmetterlinge falteten ihre Flügel zusammen und setzten sich zur Nachtruhe. Die Nilpferde reckten wie auf Kommando ihre Köpfe aus dem Wasser und begannen, ihre behäbigen Leiber an Land zu wuchten, um grasen zu gehen.“ Verwirrung hielt bei einigen Tieren länger an Wie auch bei naturschutz.ch berichtet wurde, bemerkte Cormack zudem, dass die Verwirrung bei einigen Tieren auch am Folgetag noch anhielt. So hätten die Schmetterlinge ihre Flügel trotz des wiederkehrenden Sonnenlichts nicht wieder entfaltet. Auch die Nilpferde seien am nächsten Morgen noch nicht ins Wasser zurückgekehrt. Diese Beobachtungen stehen im Gegensatz zu den Erfahrungen Reiters. Er hatte darauf hingewiesen, dass die Tiere nach der Rückkehr des Sonnenlichts rasch zu ihrem normalen Verhalten zurückkehrten. Ob eine Sonnenfinsternis tatsächlich länger anhaltende Verwirrung auslösen kann oder ob dies von Art zu Art unterschiedlich ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Für nachtaktive Tiere kann eine totale Sonnenfinsternis hingegen den Beginn ihrer aktiven Phase signalisieren. So berichtete Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, dass während einer Sonnenfinsternis in Mexiko Fledermäuse beobachtet wurden, die sich auf Nahrungssuche begaben. Auch von Grillen wird berichtet, dass sie während einer totalen Sonnenfinsternis ihre typischen Zirpkonzerte begannen. Bislang stützt sich das Wissen über das Verhalten von Tieren während Sonnenfinsternissen weitgehend auf Einzelbeobachtungen und Anekdoten. Ein wissenschaftlicher Konsens fehlt bisher. In den USA wurde deshalb im Rahmen eines naturwissenschaftlichen Projekts erstmals versucht, breit abgestützte Daten zu sammeln. Bäume zeigten 14 Stunden vor Sonnenfinsternis Veränderungen Auch an Bäumen untersuchten Wissenschaftler das Verhalten während einer Sonnenfinsternis. Am 25. Oktober 2022 war über Norditalien eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Kurz vor diesem Ereignis beobachtete ein Forschungsteam um Alessandro Chiolerio vom Technischen Institut in Genua ein ungewöhnliches Verhalten bei Kiefern in den Dolomiten. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Bäume bereits etwa 14 Stunden vor der Sonnenfinsternis ihre bioelektrische Aktivität miteinander abstimmten. Diese Synchronisation hielt auch während der Verfinsterung an. Das Team vermutete deshalb, dass die Kiefern die bevorstehende Veränderung von Helligkeit und Dunkelheit vorausgeahnt hatten. Dieser Erklärung widersprechen jedoch die israelischen Forscher Ariel Novoplansky und Hezi Yizhaq von der Negev-Universität. Sie halten eine deutlich einfachere Ursache für wahrscheinlicher: ein Gewitter. Für ihre Untersuchung analysierten sie die Daten des italienischen Forschungsteams und verglichen diese mit Wetteraufzeichnungen aus der Region. Dabei zeigte sich, dass sich vor der Sonnenfinsternis ein starkes Gewitter entwickelt hatte. Die Temperaturen sanken deutlich, es regnete kräftig, und mehrere Blitze schlugen in der Nähe der untersuchten Kiefern ein. Blitze wohl für bioelektrische Aktivität verantwortlich Nach Ansicht von Novoplansky und Yizhaq erklärt dieses Wetterereignis die beobachtete Synchronisation der Bäume besser als die Sonnenfinsternis. Sie vermuten, dass die Blitze und die damit verbundenen Umweltveränderungen die bioelektrische Aktivität der Kiefern ausgelöst haben. Novoplansky äußert sich besonders kritisch zur ursprünglichen Deutung. Es sei gut bekannt, dass Pflanzen auf Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren. Solche Reaktionen träten jedoch meist nur dann auf, wenn ein bevorstehendes Ereignis für die Pflanzen wichtig sei und durch klare Hinweise angekündigt werde. Die Sonnenfinsternis erfülle diese Bedingungen nach Ansicht der Forscher nicht. Sie sei zu kurz und zu schwach gewesen, um eine besondere Reaktion der Bäume auszulösen. Die Verringerung der Lichtmenge sei sogar geringer gewesen als bei größeren Wolken, die vorübergehend die Sonne verdecken. (Quellen: Die Zeit, Der Spiegel, naturschutz.ch, Spektrum der Wissenschaft) (aw)

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