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Sensation im DFB-Pokal: Jeddeloh II schießt Heidenheim ab

Allgemein

Mit 5:2 (3:1) kegelte der Regionalligist SSV Jeddeloh II sensationell den Bundesligaabsteiger von der schwäbischen Alb aus dem Pokalwettbewerb. Und das völlig verdient. Die nicht nur aufopferungsvoll kämpfenden, sondern auch spielerisch cleveren und eiskalt konternden Jeddeloher erwischten den indisponierten Zweitligisten auf dem komplett falschen Fuß.

Pokalbilanz von Jeddelohs Coach bislang: 1:27 Tore

Jeddelohs Coach Kristian Arambasic nahm schon viermal mit seinen Mannschaften an der ersten Runde des DFB-Pokals teil. Seine Bilanz: vier Niederlagen mit 1:27 Toren. Der fünfte Anlauf war für den Trainer des Regionalligisten auch wegen des gegnerischen Trainers ein besonderer. Er bezeichnet Gäste-Trainer Frank Schmidt als sein großes Vorbild. An der Seitenlinie traf er ihn im Oldenburger Marschweg-Stadion, in das der Regionalligist für die Pokalpartie umgezogen war, allerdings nicht: Schmidt war für ein Pokalspiel gesperrt, nachdem er bei der Zweitrunden-Niederlage im Vorjahr gegen den HSV Gelb-Rot gesehen hatte.

"In der ersten DFB-Pokalrunde gibt es immer eine fette Überraschung", hatte Jeddelohs Trainer vor der Partie gesagt. Und sein Team tat alles, um selbst zu dieser fetten Überraschung zu werden. Tom-Julian Kanowski köpfte den Ball an den rechten Pfosten (8.). Riesenglück für den Bundesligaabsteiger, der in der Anfangsphase noch üppige Abstimmungsprobleme zeigte.

Jeddeloh mit einer Wahnsinns-Halbzeit gegen Heidenheim

Dafür aber mit der ersten Chance in Führung ging: Marvin Pieringer hatte sich auf links durchgesetzt und in die Mitte zu Yannick Wagner gepasst. Der musste aus sieben Metern nur noch einschieben (12.). Wer jetzt mit einem standesgemäßem Verlauf gerechnet hatte, hatte sich komplett getäuscht. Denn Jeddeloh drehte auf. Und wie!

Nur eine Minute später glich Kamer Krasniqi aus 15 Metern mit einem gefühlvollen Schuss aus (13.). Und war auch am Führungstor der Gastgeber beteiligt: Seinen flach ins Zentrum gespielten Ball lenkte Jan Schöppner ins eigene Tor (27.). Der Wahnsinn setzte sich fort: Haris Hyseni hämmerte den Ball mit einem Traumschuss in den linken Winkel (29.) - 3:1! Der Regionalligist zeigte ein bärenstarke Vorstellung und nutzte die Defensivprobleme des Zweitligisten gnadenlos aus.

Nachdem Tim Janßen fast noch das 4:1 nachgelegt hätte, erlöste Schiedsrichter Jonah Besong die Heidenheimer mit dem Pausenpfiff. Die großen Fragen vor der zweiten Hälfte: Würde der FCH sich in der Kabine sortieren können und würden die Kräfte des Regionalligisten reichen?

Heidenheim regiert mit Dreifach-Wechsel, Zivzivadze verballert Strafstoß

Heidenheim reagierte mit einem Dreifachwechsel auf das Desaster in der ersten Hälfte. Für Wagner, Breunig und Kölle kamen Honsak, Zivzivadze und Hennrich. Und zumindest die Entschlossenheit, die Partie noch zu drehen, war den Heidenheimern anzumerken. Scheinbar lief es dann in bessere Bahnen: Budu Zivzivadze wurde im Strafraum umgegrätscht. Der Goalgetter trat selbst zum Strafstoß an - doch SSV-Keeper Moritz Onken tauchte ab und parierte den ungenau platzierten Strafstoß (57.).

Jeddeloh nimmt Heidenheim auseinander

Die Sensation zeichnete sich immer deutlicher ab, Heidenheim kam trotz phasenweise 72 Prozent Ballbesitz kaum ins letzte Drittel. Dafür aber die Gastgeber! Bei einem weiteren Konter Jeddelohs wurde Janßen im Strafraum zu Fall gebracht. Ein ebenso klarer Elfmeter wie zuvor auf der anderen Seite. Hyseni machte es besser als zuvor Zivzivadse - 4:1 (70.). Und wer noch einen Pfifferling auf Heidenheim gesetzt hatte, der hatte ihn spätestens zwei Minuten später verloren. Da enteilte Janßen der Gästeabwehr und schob eiskalt zum 5:1 (!) ein.

Nach diesem erneuten Nackenschlag schien Heidenheim endgültig der Stecker gezogen. Jeddeloh hatte keine Probleme, die uninspirierten Angriffsversuche der Gäste zu verteidigen, während die übermütigen Fans den sechsten Treffer forderten. Der kam nicht mehr, und auch ein weiterer Heidenheimer Treffer durch Mikkel Kaufmann (89.) konnte die Feststimmung in Oldenburg nicht verderben.

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