Sensationeller Nmecha krönt souveränen BVB-Auftritt - Schlotterbeck feiert Comeback
Bester Start seit 2015, dazu personell gute News: Beim BVB ist die Laune nach dem Schlotterbeck-Comeback blendend.
Dortmund (SID) Rückkehrer Nico Schlotterbeck bekam schon bei seiner Auswechslung tosenden Applaus, auch Doppelpacker Felix Nmecha genoss nach dem besten BVB-Auftakt seit elf Jahren andächtig die Gesänge der glücklichen Fans. Der Traumstart garniert mit den personell guten Nachrichten sorgte bei Borussia Dortmund für ausgelassene Stimmung.
"Fußball ist schon eine Adrenalinsucht. Ich habe es extrem vermisst, es war eine schwere Verletzung", sagte Schlotterbeck nach seinem Startelf-Comeback beim 3:0 (1:0) gegen den Aufsteiger SC Paderborn bei Sky: "Aber ich bin jetzt froh, wieder zurück zu sein." Er sei "schon vor einer Woche ins Training eingestiegen", verriet der Nationalspieler: "Wir haben einfach noch nicht so viel kommuniziert, weil ich das nicht wollte."
Und mit dem Kapitän wieder an Bord machte Dortmund nahtlos weiter: Erstmals seit 2015 hat der Vizemeister seine ersten drei Bundesligaspiele der Saison gewonnen. Insgesamt sind es nun fünf Siege in Folge in drei Wettbewerben, in einer Woche folgt der Härtetest beim VfB Stuttgart.
Fabio Silva (5.), Teil einer erstmals in dieser Saison aufgebotenen BVB-Doppelspitze, erzielte nach einem Steilpass seines Sturmkollegen Serhou Guirassy die Führung, Nmecha (80./89.) erhöhte spät. Guirassy traf überdies zweimal, doch beide Tore nahm der VAR zu Recht zurück. Paderborn bleibt mit einem Punkt und ohne Tor im Tabellenkeller.
Schlotterbeck kehrte 84 Tage nach seiner Innenband-Verletzung aus dem WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste (2:1/20. Juni) zurück. "Ich bin kein sensibler Spieler, ich kann mit Schmerzen umgehen. Deswegen hatte ich Vertrauen und Riesenbock", sagte Schlotterbeck nach der Partie.
Zudem gab Trainer Niko Kovac vor dem Anpfiff bei "Sky" ein erfreuliches Update zu Konstantinos Karetsas. Bei den Untersuchungen nach dem Kollaps des griechischen Offensivspielers gab es "nichts Auffälliges".
Zwei Guirassy-Tore aberkannt - Nmecha sensationell
Und weil sich beim BVB derzeit auch sportlich vieles fügt, waren es Silva und Guirassy, die in Co-Produktion für die frühe Führung verantwortlich zeichneten. Guirassy schlug den Ball zum Konter steil, SCP-Profi Tjark Scheller griff an der Mittellinie nicht ein, Silva lief allein aufs gegnerische Tor zu und traf.
Und Paderborn? Die Spielanlage war passabel, aber längere Ballbesitzpassagen endeten zumeist ohne Abschlüsse. Lediglich in der 19. Minute traf Kapitän Laurin Curda mal das Außennetz. Und rückte Paderborn weit auf, kombinierte der BVB rasend: Guirassy erzielte sein vermeintliches 2:0 (32.) aber aus einer Abseitsstellung heraus. Dies wiederholte sich in der dritten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte.
Der BVB blieb auch danach überlegen, bekam das Spiel aber nicht frühzeitig entschieden. Die Gäste standen in ihrem 3-5-2, das in Dortmunder Ballbesitz ein sehr engmaschiges Netz wurde, weitestgehend sicher. Zudem parierte SCP-Torhüter Nahuel Noll stark gegen Ethan Nwaneri (58.) und Guirassy (62./80.).
So blieb die Hoffnung auf einen überraschenden Auswärtspunkt lange erhalten - auch wenn die Stürmer Marvin Pieringer und Stefano Marino, den Trainer Ralf Kettemann später durch den früheren BVB-Profi Steffen Tigges ersetzte, fast immer vergeblich auf den Ball warteten. Nach der Vorentscheidung durch den eingewechselten Nmecha traf Marcel Sabitzer (84.) noch die Latte.
Dann traf Nationalspieler Nmecha sensationell, als er eine hohe Hereingabe per Fallrückzieher unhaltbar im Tor unterbrachte.