Serbien: Präsident Aleksandar Vučić gesteht Niederlage bei Parlamentswahl ein
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Parlamentswahl in Serbien Aleksandar Vučić gesteht Niederlage ein
Der langjährige serbische Präsident hat eingeräumt, mit seiner Partei die Parlamentswahl verloren zu haben. Die Wahlbeteiligung erreichte Rekordhöhe.
25.10.2026, 21.52 Uhr
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Nach der Parlamentswahl in Serbien hat der langjährige Präsident Aleksandar Vučić die Niederlage seiner seit vielen Jahren herrschenden Fortschrittspartei eingestanden. Zwar lägen noch keine endgültigen Ergebnisse vor, auf Basis von Hochrechnungen sei jedoch klar, dass seine Serbische Fortschrittspartei (SNS) die Wahl verloren habe, sagte Vučić am Sonntagabend vor seinen Anhängern im Parteihauptquartier in Belgrad. Die Liste »Die Studenten siegen« habe die Wahl für sich entschieden und werde zwischen 135 und 140 Sitze im Parlament erhalten, während seine eigene Partei auf 105 Mandate komme, so Vučić. Andere Parteien hätten den Einzug in die Volksvertretung verpasst.
Die Wahlbeteiligung hatte bereits vor Schließung der Wahllokale den höchsten Wert seit mehr als 30 Jahren erreicht. Bis 18.00 Uhr hatten nach Angaben der Wahlkommission 64,89 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. In den Monaten vor der Wahl hatte eine von Studenten getragene Protestbewegung massiv gegen die Regierung mobilisiert.
Vučić hatte die Neuwahlen im September ausgerufen. Rund 6,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren offiziellen Angaben zufolge dazu aufgerufen, die 250 Abgeordneten der Volksversammlung (Skupstina) zu wählen. Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden SNS von Vučić und der neuen Studentenbewegung voraus.
Der Wahl waren fast zweijährige Proteste gegen mutmaßliche Korruption und zunehmenden Autoritarismus vorausgegangen. Auslöser der Demonstrationen war der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der Stadt Novi Sad im Jahr 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Studentenbewegung hatte seitdem massiv an Rückhalt in der Bevölkerung gewonnen und sich zur größten Bedrohung für Vučić entwickelt.
In wechselnden Funktionen bestimmte der 56-jährige Vučić bereits seit 2012 die Politik des Landes. Kritiker werfen ihm Korruption und Verbindungen zur Organisierten Kriminalität vor. Er war Ende September von seinem Amt als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei Regierungschef zu werden.
fwu/dpa/AFP