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serbischer Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist tot

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Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladić ist nach Informationen serbischer Medien tot. Der wegen Kriegsverbrechen vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) zu lebenslanger Haft verurteilte Mladić starb im Alter von 84 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag, wie der serbische Staatssender RTS am Donnerstag berichtete. Die serbische Staatssekretärin für Menschenrechte, Lidija Pavićević, bestätigte dies unter Berufung auf die Familie von Mladić nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug.

Mladić wird in Medien und der historischen Forschung häufig als „Schlächter von Srebrenica“ bezeichnet. Er war Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee während des Bosnienkriegs. Er wurde wegen der Belagerung von Sarajevo und dem Völkermord von Srebrenica vom UN-Kriegsverbrechertribunal verurteilt.

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Nach Angaben seiner Familie vom Donnerstag verschied Mladić in einer Haftanstalt des internationalen Strafgerichts IRMCT in Den Haag. Nach Angaben seiner Anwälte soll Mladić in seinen letzten Lebensjahren mehrere Schlaganfälle erlitten haben. Seine Familie hatte deshalb wiederholt seine frühzeitige Entlassung aus humanitären Gründen beantragt, jedoch erfolglos. Das jüngste Ansuchen habe der IRMCT erst vergangene Woche abgelehnt, wie bosnische Medien berichteten. Laut seiner Verteidigung befand sich Mladić zuletzt in Palliativpflege.

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Nach einer Laufbahn in der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) schlug sich der 1942 geborene Ratko Mladić während des Zerfalls Jugoslawiens auf die Seite der bosnischen Serben. Im Mai 1992 wurde er zum Kommandeur des Hauptstabs der Armee der Republika Srpska (VRS) ernannt und blieb deren militärischer Oberbefehlshaber während des Bosnienkriegs.

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Unter seinem Kommando führte die VRS große Militäroperationen gegen die Regierungstruppen Bosniens durch. Mladić spielte eine zentrale Rolle bei der jahrelangen Belagerung Sarajevos sowie bei der Einnahme der UN-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995. In den 1990er-Jahren wurde er von vielen serbischen Nationalisten als erfolgreicher Militärführer verehrt, während er international zunehmend als mutmaßlicher Kriegsverbrecher galt.

Mladić war verantwortlich für einige der schwersten Verbrechen des Bosnienkriegs. Dazu zählen die Vertreibung und Verfolgung von Bosniaken und Kroaten in zahlreichen Gemeinden Bosniens, die Belagerung Sarajevos mit gezielten Angriffen auf die Zivilbevölkerung sowie das Massaker von Srebrenica. Dort wurden nach dem Fall der Enklave mehr als 8000 bosniakische Männer und Jungen von bosnisch-serbischen Kräften ermordet.

Das Internationale Strafgericht für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) erhob bereits 1995 Anklage gegen Mladić. Er entzog sich jedoch jahrelang dem Zugriff der Behörden und lebte unter dem Schutz serbischer Netzwerke. Seine Festnahme gelang erst am 26. Mai 2011 in Serbien. Wenige Tage später wurde er an das Tribunal in Den Haag überstellt. Sein Prozess begann 2012 und entwickelte sich zu einem der umfangreichsten Verfahren in der Geschichte der internationalen Strafjustiz. Hunderte Zeugen wurden gehört und Tausende Beweismittel ausgewertet.

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Am 22. November 2017 sprach das UN-Kriegsverbrechertribunal Mladić in zehn von elf Anklagepunkten schuldig. Er wurde unter anderem wegen Völkermords in Srebrenica, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mordes, Verfolgung, Deportation und Kriegsverbrechen verurteilt. Das Gericht verhängte lebenslange Haft. Im Juni 2021 bestätigte die Berufungskammer das Urteil und die lebenslange Freiheitsstrafe rechtskräftig.

Die Strafe verbüßte Mladić in Scheveningen in den Niederlanden. Aufgrund gesundheitlicher Probleme beantragten seine Anwälte immer wieder eine vorzeitige Freilassung aus humanitären Gründen. Die zuständigen internationalen Richter lehnten dies jedoch ab und verwiesen auf die Schwere seiner Verbrechen sowie die medizinische Versorgung in Haft. Mladić blieb damit bis zuletzt in Haft.

AFP/dpa/KNA/ll/lfb

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