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Serie-A-Profi ignoriert Klub wochenlang und sorgt damit für Ärger

Sport

Der Serie-A-Klub US Lecce machte sich bereits ernsthaft Sorgen, nachdem Spieler Lameck Banda wochenlang nicht auf Anrufe reagiert hatte. Nun zeigt er sich plötzlich in den Sozialen Medien, als wäre nichts gewesen. Wochenlang herrschte Funkstille – kein Rückruf, keine Nachricht, kein Lebenszeichen. Dann postete Lameck Banda plötzlich Instagram-Stories aus dem Kraftraum: Der Flügelspieler von US Lecce absolvierte gut gelaunt Hantelübungen und Sprints auf dem Laufband – mitten in Sambia, während seine Mannschaftskollegen längst im Trainingslager schwitzten. Wie die italienische "Gazzetta dello Sport" berichtet, sorgte der Social-Media-Auftritt im Umfeld des Klubs für eine Mischung aus Erleichterung und Empörung. Wie der Flügelspieler vom Radar verschwand Die Vorgeschichte des kuriosen Falls reicht bis zum 12. Juli zurück. An jenem Tag erschien Banda als einziger Spieler nicht zum Saisonauftakt der Mannschaft. Zunächst begründete der Sambier sein Fernbleiben mit Passproblemen, die eine Ausreise aus seinem Heimatland unmöglich machten. Doch nahezu zeitgleich lud er ein Video auf Instagram hoch, in dem er mit Freunden kickte – und löschte es kurz darauf wieder, wie die "Gazzetta dello Sport" in einem weiteren Bericht schilderte. Der Klub reagierte daraufhin mit einem offiziellen Statement, in dem er disziplinarische Konsequenzen androhte. Am 23. Juli schien sich die Lage zu entspannen: Banda wurde am Flughafen von Lusaka, der Hauptstadt von Sambia, an der Seite seiner Ehefrau fotografiert – offenbar reisefertig. Doch statt in Italien aufzutauchen, brach der Kontakt erneut vollständig ab. Weder der Verein noch Bandas Berater noch seine Mitspieler konnten ihn erreichen. Ein pikantes Detail am Rande: Seine Frau Abi Chato – die er im Juni in Sambia geheiratet hatte – entfolgte ihm auf Instagram. Lecce schwankt zwischen Sorge und Wut Die Klubführung durchlief in den vergangenen Wochen ein emotionales Wechselbad. Sportdirektor Stefano Trinchera erklärte gegenüber dem "Corriere del Mezzogiorno", man habe seit zwei Wochen keinerlei Nachricht von Banda erhalten – ebenso wenig wie dessen Berater. "Wir befürchten mittlerweile alle, dass etwas passiert sein könnte, das nichts mit Fußball zu tun hat", so Trinchera. Auch Präsident Saverio Sticchi Damiani äußerte sich bestürzt: In elf Jahren an der Vereinsspitze habe er so etwas noch nie erlebt. Man hoffe, dem Spieler sei nichts Gravierendes zugestoßen. Doch mit dem Instagram-Auftritt aus dem Fitnessstudio kippte dann die Stimmung. Wie die "Gazzetta dello Sport" berichtet, wich die Besorgnis in der Klubzentrale spürbarer Verärgerung. Banda sei bereits mit Geldstrafen für die versäumten Trainingseinheiten belegt worden. Nun prüfe Lecce weitergehende Schritte: Die Vereinsverantwortlichen sehen demnach ausreichend Grundlage, um vor dem Schiedsgericht eine Kürzung der Bezüge zu erwirken. Darüber hinaus stehe eine Schadenersatzforderung im Raum – sowohl wegen des Imageschadens für den Klub als auch wegen des gesunkenen Marktwerts des Spielers. Eine Vertragsauflösung als drastischste Maßnahme liege zwar ebenfalls auf dem Tisch, wäre für den Verein allerdings wirtschaftlich nachteilig. Vertragsstreit und gescheiterter Wechsel als Hintergrund Hinter dem Zerwürfnis verbirgt sich offenbar ein tiefgreifender Konflikt um Bandas Vertragssituation. Der ursprünglich bis 2026 datierte Kontrakt enthielt eine einseitige Verlängerungsoption zugunsten des Klubs, die Lecce am Ende der vergangenen Saison zog – um den Spieler nicht ablösefrei ziehen lassen zu müssen. Bandas Arbeitspapier läuft damit bis 2027. Genau an diesem Punkt setzt die Kritik aus dem Umfeld des Spielers an. Die sambische Sportplattform "BolaNews" zitierte einen Vertrauten Bandas mit schweren Vorwürfen: Dem Spieler sei nicht mitgeteilt worden, dass sein Vertrag verlängert werde. Man habe ihm ein Dokument auf Italienisch zur Unterschrift vorgelegt, ohne den Inhalt zu erläutern – und damit seine fehlenden Sprachkenntnisse ausgenutzt. Zudem sei ein Monatsgehalt nicht ausgezahlt worden. "Lameck verdient eine bessere Behandlung", wird der Freund von der "Gazzetta dello Sport" zitiert. Zwischenzeitlich hatte es zudem Interesse des saudi-arabischen Klubs Al-Fateh gegeben, der Banda einen lukrativen Vertrag in Aussicht gestellt haben soll. Doch die Saudis überlegten es sich offenbar anders – ein konkretes Angebot für Banda liegt Lecce derzeit nicht vor. Empfehlungen der Redaktion Das Schweigen des Südamerika-Präsidenten Hochrangiger Infantino-Berater tritt mit drastischen Worten zurück Nick Woltemade bekommt wohl deutschen Trainer Der Sambier war 2022 nach Apulien gewechselt und avancierte in der abgelaufenen Spielzeit mit fünf Treffern zum besten Torschützen seiner Mannschaft. Sein entscheidender Treffer gegen den FC Genua am letzten Spieltag sicherte den Klassenerhalt. Seitdem hat er sich in Lecce nicht mehr blicken lassen. (red)

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