Shokz OpenFit Air 2 im Test: Endlich warmer Klang statt heiße Ohren
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Shokz OpenFit Air 2 im Test: Endlich warmer Klang statt heiße Ohren
24. August 2026 um 09:00 Uhr
Die neuen Shokz OpenFit Air 2 versuchen sich an der Quadratur des Kreises: Sie versprechen voluminösen Klang, sollen aber im Alltag kaum zu spüren sein. Sind das die besten Langzeit-Kopfhörer?
Open-Ear-Kopfhörer sitzen vor den Gehörgängen und dichten sie nicht ab. Das verspricht hohen Tragekomfort und schottet nicht von der Umgebung ab. Ihr hört also, was um euch herum passiert. Die neuen Shokz OpenFit Air 2 wollen dieses Prinzip mit Leichtbau auf die Spitze treiben. Gleichzeitig sollen neue Schallwandler voluminösen Klang ermöglichen - sonst eher eine Schwachstelle von Open-Ear-Kopfhörern. Unser ausführlicher Test der Shokz OpenFit Air 2 zeigt, ob dem Hersteller der anspruchsvolle Spagat zwischen Tragekomfort und Klangqualität gelingt.
Inhalt
Design und Verarabeitung: Die OpenFit Air 2 sind leicht & drahtig
Ausstattung und Bedienung: Zwei Tasten genügen
Shokz OpenFit Air 2 im Test: So klingen die Kopfhörer
Bassphere und Direct Pitch: Doppelt klingt besser
Akkulaufzeit und Ladedose: Mit guter Ausdauer
Shokz App mit den wichtigsten Funktionen
Fazit & Alternativen
Design und Verarabeitung: Die OpenFit Air 2 sind leicht & drahtig
Das "Air" in der Produktbezeichnung deutet bei Shokz an, wir haben es mit einer Leichtbau-Version der Open-Ear-Kopfhörer im Test zu tun. Aufgrund ihrer Bauweise mit Ohrbügeln sind Open-Ears tendenziell schwerer als klassische In-Ears, doch die neuen 2er lassen die Unterschiede verschwimmen. Beide zusammen haben wir mit 14 Gramm gewogen. Zum Vergleich: Andere Open-Ears können auch mal 20 Gramm auf die Waage bringen, die Apple AirPods liegen bei 10 Gramm.
Die flexible Bügel aus einer Titan-Nickel-Legierung sind mit einer samtig-weichen Silikonschicht überzogen und dünn genug, um nicht Brillenbügeln ins Gehege zu kommen. So hängen die Shokz OpenFit Air 2 fast nicht spürbar über den Ohren. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen sind die neuen etwas schlanker und etwas mehr in Richtung Gehörgänge gebogen. Einen nennenswerten Unterschied im Tragekomfort konnten wir jedoch nicht feststellen, da sind beide hervorragend. Die Air 2 sind laut Hersteller zudem robust - zwar nicht wasserdicht, aber gemäß IP55 staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. Die Ladedose ist spritzwassergeschützt, das sollte im Alltag genügen.
Ausstattung und Bedienung: Zwei Tasten genügen
Zum unkomplizierten Wesen der Shokz OpenFit 2 tragen die funktionale Ausstattung und die einfache Bedienung bei: Es gibt an jedem der beiden Hörer jeweils genau eine Taste. Die könnt ihr kurz drücken, lange drücken und mehrfach drücken, dementsprechend steuert ihr Musik und Anrufe, ändert die Lautstärke oder springt zum nächsten Musiktitel. Im Vergleich zu oft störrischen und zähen Touch- und Wisch-Bedienungen ist das eine echte Wohltat, Fehlbedienungen kamen im Test nicht vor. Dank Multipair verbinden sich die Shokz via Bluetooth 6.1 mit zwei Geräten gleichzeitig, so dass ihr reibungslos etwa zwischen Computer und Smartphone wechseln könnt.
Shokz OpenFit Air 2 im Test: So klingen die Kopfhörer
Aufgrund ihrer Bauweise klingen Open Ear Kopfhörer etwas anders als klassische In-Ear-Modelle: Weil sie die Gehörgänge nicht abdichten, können sie weniger Druck im Bass aufbauen. Das gilt mit zunehmen tiefen Bässen um so mehr. Der Shokz OpenFit Air 2 kompensiert das sehr geschickt mit einer warmen und fülligen Klangabstimmung. So klingt er sehr angenehm und stimmig. Sprache und Gesang gibt er weitgehend unverfälscht wieder, wenn auch nicht besonders brillant. Aber auch das trägt zu den Langzeitqualitäten der Open-Ears bei: Man kann stundenlang hören, ohne dass sich die Wiedergabe aufdrängt.
Die räumliche Abbildung erfolgt etwas außerhalb des Kopfes und nicht wie sonst häufig mittendrin, das ist ebenfalls auf Dauer sehr angenehm. Im Vergleich zu den teureren Shokz OpenFit Pro sind die Bässe etwas schlanker. Sehr gut: Auch bei gehobener Lautstärke bleibt die Wiedergabe sauber und frei von störenden Nebengeräuschen, wie wir sie bei den allerersten Modellen von Shokz vernommen hatten.
Bassphere und Direct Pitch: Doppelt klingt besser
Den vergleichsweise volumniösen Klang erzielen die Shokz OpenFit Air 2 mit jeweils zwei Schallwandlern für jedes Ohr. Mit 11,8 Millimetern Durchmesser fallen sie außerdem vergleichsweise groß aus, zusammen kommen sie leicht auf etwa die 10fache-Fläche herkömmlicher In-Ear-Treiber. Dementsprechend mehr Luft können sie in Schwingung versetzen und damit die fehlende Ohr-Abdichtung kompensieren. Außerdem soll präzise Ausrichtung des Schallausgangs in Richtung Gehörgang die Effektivität verbessern, der Hersteller nennt das "Direct Pitch". Erstaunlich: Außenstehende bekommen von der laufenden Musik wenig mit, die Open-Ears sind sowohl in der U-Bahn als auch im Büro problemlos nutzbar.
Akkulaufzeit und Ladedose: Mit guter Ausdauer
Filigrane Konstruktion, geringes Gewicht - für dicke Akkus ist da wenig Luft. Und trotzdem: Shokz verspricht für die OpenFit Air 2 pro Akkuladung eine Laufzeit von 8 Stunden. Das haben wir überprüft und die Kopfhörer dafür mit gut mittlerer Laufzeit dudeln lassen. Erst nach 11:17 Stunden machten sie schlapp, ihr kommt damit also durch einen Arbeitstag inklusive Bahnfahrt hin und zurück. Die mitgelieferte Ladedose erlaubt unterwegs dreimaliges Aufladen der Akkus. Wenn es schnell gehen muss, ist nach 10 Minuten wieder Energie für 80 Minuten nachgeladen. Zum Aufladen hat die Dose einen USB-C-Anschluss, drahtloses Laden per Qi-Ladegerät ist nicht möglich.
Shokz App mit den wichtigsten Funktionen
Für Klangeinstellungen und weitere Extras gibt es die Shokz App. Auch da gilt: Keine Schnörkel, keine komplizierten Extras. Die App zeigt den Akkustand der beiden Hörer und der Ladedose an. Ihr könnt die Tastenbelegung ändern und auch deren Druckempfindlichkeit. Und ihr könnt als Suchhilfe die Kopfhörer laut klingeln lassen. Zur Klanganpassung gibt es vier Voreinstellungen:
Standard: Für den ausgewogensten Klang
Vocal: Für Sprachwiedergabe, betont mittlere Tonlagen und klingt daher etwas trötig
Bass: Wie der Name schon sagt. Klingt eher dumpf, tiefe Bässe bleiben Mangelware
Privatmodus: Reduziert nur wenig die Schallabstrahlung nach außen, dämpft dafür die Höhen
Manuelle Klanganpassung ist nicht vorgesehen, wir haben sie im Test wegen der angenehmen Abstimmung der Kopfhörer aber auch nicht vermisst.
Test-Fazit Shokz OpenFit Air 2: So leicht, als wären sie garnicht da
Der Tragekomfort ist ein riesengroßes Plus der Shokz OpenFit Air 2: Während herkömmliche In-Ear-Kopfhörer früher oder später kneifen, drücken und für heiße Ohren sorgen, kann man die OpenFit Air 2 den ganzen Tag über tragen und dabei glatt vergessen. Die Klangqualität ist nicht so gut wie bei den besten In-Ears der gleichen Preisklasse, aber mehr als gut genug für angenehme Hintergrundberieselung. Telefonieren klappt ebenfalls sehr gut, auch Videokonferenzen sind dank der klaren Sprachwiedergabe problemlos möglich. Damit sind die Shokz OpenFit Air 2 perfekte Alltags-Kopfhörer.
Wer bereits die Vorgänger-Modelle Shokz OpenFit Air besitzt, kann die getrost weiter nutzen. Die Unterschiede zwischen den Generationen sind nicht groß, beides sind extrem komfortable und funktionale Kopfhörer für Vielnutzer. Einige teurere Modelle wie die Shokz OpenFit Pro liefern präziseren und druckvolleren Klang, sind dann in der Regel aber auch etwas größer, schwerer und spürbarer. Ob das den Aufpreis wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Die OpenFit Air 2 gibt es in den Farben Schwarz, Weiß und Hellblau.