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Shooting, Song und Hintergründe

Unterhaltung

Das Shooting knüpft an ihren Song „Playboy Bunny“ an – und erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem das Magazin selbst um eine neue Rolle in der Popkultur ringt.

Charli XCX ist auf dem Cover der Herbstausgabe 2026 des US-amerikanischen „Playboy“ zu sehen. Die Ausgabe soll am 29. September erscheinen. Fotografiert wurde die 34-Jährige von Aidan Zamiri, einem ihrer regelmäßigen kreativen Partner, der auch bei ihrer Mockumentary „The Moment“ Regie führte.

Die Aufnahmen entstanden in London. Charli XCX posiert dafür unter anderem in schwarzer Unterwäsche, in einem Hotelzimmer und auf einem Boot auf der Themse. Auf einem der Motive ist sie mit freiem Oberkörper vor der Londoner Skyline zu sehen. Das begleitende Interview führte Kylie Jenner, die beispielsweise ebenfalls in „The Moment“ dabei ist.

Gegenüber „Playboy“ erklärt Charli, dass eben dieser Auftritt für sie schon länger auf der Wunschliste gestanden habe. „Ich wollte schon eine Weile mit ‚Playboy‘ shooten“, sagt sie. Das Magazin bezeichnet sie als „ikonisch“ und verweist dabei besonders auf dessen visuelle Sprache und das Bunny-Logo.

Zur Einordnung: Über ihr eigenes Verhältnis zu ihrem Körper und ihrer Sexualität sagte sie laut „People“ mal: „Sex, Sexualität und Selbstvertrauen sind für mich sehr heilige Dinge.“ Sie fühle sich in Unterwäsche ebenso attraktiv wie in einem guten Anzug.

„Playboy Bunny“ kam Monate vor dem Cover

Ganz aus dem Nichts kommt das Shooting damit nicht: Bereits im Mai veröffentlichte Charli XCX den Song „Playboy Bunny“ als B-Seite ihrer Single „SS26“. Das Stück ursprünglich bewusst außerhalb des kommenden Albums bleiben und zunächst über Vinyl sowie Charlis „b.sides“-Account auf Instagram verbreitet werden.

Im Juli landete „Playboy Bunny“ schließlich zusammen mit weiteren B-Seiten doch in einer separaten Veröffentlichung.

Auch „Playboy“ greift diese Verbindung nun gezielt auf: Das Magazin kündigte an, der ersten Auflage für Abonnent:innen eine limitierte Flexi-Disc von „Playboy Bunny“ beizulegen.

Im Song selbst nutzt Charli den Playboy-Hasen weniger als konkrete Referenz auf das Magazin denn als Sinnbild für ein sofort erkennbares Zeichen: Popmusik als Slogan, Bild und reproduzierbares Produkt.

Was Charli XCX an einem „sexy“ Foto interessiert

Im aktuellen Interview beschreibt Charli XCX auch, was für sie ein erotisches Foto ausmacht. Perfektion scheint dabei keine große Rolle zu spielen. „Es kann roh, chaotisch und vielleicht ein wenig verletzlich sein“, sagt sie über ein Bild, das sie als „sexy“ empfindet.

Der Gedanke passt zu Aidan Zamiris Fotos, die weniger nach einem klassischen Studio-Shooting aussehen als nach einer inszenierten Nacht in London. An der alten Playboy-Bildsprache ändert das allerdings nur bedingt etwas: Im Mittelpunkt steht weiterhin ein weiblicher Popstar, der für ein historisch männlich geprägtes Erotikmagazin unbekleidet posiert.

Gerade deshalb gehört die Frage, was „Playboy“ im Jahr 2026 eigentlich sein will, inzwischen zum Kontext eines solchen Covers.

Ist „Playboy“ 2026 zeitgemäß?

Das US-Magazin befindet sich selbst mitten in einem Umbau. Nachdem die reguläre Printausgabe 2020 eingestellt worden war, kehrte „Playboy“ 2025 an die Kioske zurück. Seit diesem Jahr erscheint das Magazin wieder vierteljährlich.

Im März 2026 übernahm Phillip Picardi die Chefredaktion. Picardi leitete zuvor „Out“, gründete bei Condé Nast das queere Medium „Them“ und arbeitete als Digitalchef von „Teen Vogue“. Sein Auftrag besteht ausdrücklich darin, die Bedeutung des Magazins neu zu verhandeln. Gegenüber „Fast Company“ argumentierte Picardi, dass Sexualität gerade für jüngere Generationen wieder stärker als gesellschaftliches Thema behandelt werden müsse. Aktuelle Ausgaben beschäftigen sich deshalb neben Aktfotografie mit Einsamkeit, Dating und der Rolle Künstlicher Intelligenz in Beziehungen.

Auch bei den Coverstars versucht die Redaktion, sich von der alten Vorstellung eines Magazins für heterosexuelle Männer zu lösen. Im Sommer war Cara Delevingne laut „People“ die erste offen lesbische Frau auf dem US-Cover. Zugleich bleibt weibliche Nacktheit ein zentraler Bestandteil des Hefts.

Der heutige „Playboy“ versucht also weniger, diese Vergangenheit abzuschütteln, als sie neu zu rahmen.

Wie kommt das Playboy-Motiv bei Charli-XCX-Fans an?

Zumindest in Teilen von Charlis Fan-Community scheint das Bunny-Motiv bislang keinen größeren Bruch auszulösen. Als „Playboy Bunny“ im Mai auftauchte, fielen die Reaktionen im großen Charli-XCX-Subreddit überwiegend positiv aus. Fans bezeichneten den Track dort unter anderem als einen ihrer Favoriten der aktuellen Phase und forderten eine reguläre Streaming-Veröffentlichung.

Plus: Ein Fan beschrieb „Playboy“ dort zugleich als kulturell einflussreich und historisch problematisch. Genau diese Ambivalenz macht den Hasen für Charlis aktuelle Bildsprache offenbar brauchbar – das Logo ist sofort lesbar, lässt sich vermarkten und trägt genügend kulturelles Gepäck mit sich, um Reibung zu erzeugen.

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