Sicherheit: Drohnen-Vorfall - Dobrindt sieht „neue Gefahrenqualität“
Leipzig. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) geht nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Leipziger Flughafen von einem „hybriden Anschlagsszenario“ aus. Es handele sich um einen „sehr ernsten sicherheitsrelevanten Vorfall“ und eine „neue Gefahrenqualität“, sagte Dobrindt am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz mit seinem sächsischen Amtskollegen Armin Schuster (CDU) und dem sächsischen Generalstaatsanwalt Wolfgang Schwürzer. Schuster betonte, man habe es hier nicht mit Hobby-Drohnenpiloten zu tun, die sich auf das Flughafengelände verirrt hätten. „Hier geht es um eine sehr ernste Angelegenheit.“ In der Nacht zu Mittwoch war eine Drohne in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt worden. Sie trug einen Sprengsatz, der laut Dobrindt durch Spezialisten der Bundespolizei kontrolliert gesprengt wurde. Außerdem suchen die Behörden nach Teilen einer mutmaßlichen zweiten Drohne, die mit einer DHL-Frachtmaschine kollidiert sein könnte. Das Flugzeug war nach der Sperrung einer Landebahn durchgestartet und dabei von einem Gegenstand getroffen worden, was zu einer leichten Beschädigung führte. Das sächsische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden haben die Ermittlungen übernommen. Dabei werde in alle Richtungen ermittelt, betonte Schwürzer. Dobrindt wollte sich weder zum verwendeten Sprengstoff noch zu einer möglichen Herkunft der Drohne äußern. Klar sei aber, dass es sich bei den Verursachern des Vorfalls nicht um Amateure handele. Hierfür seien ein hohes Maß an Technikerfahrung und Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoff erforderlich.