Sicherheitslücke: Erste Behörden im Norden sind wieder online
Stand: 22.10.2026 12:04 Uhr
Einige Websites von Behörden im Norden sind - nachdem sie am Mittwoch vorsorglich offline gestellt wurden - wieder erreichbar. Hintergrund ist eine Sicherheitslücke - ein Update läuft und soll die schließen.
So sind die Webseiten der Städte Hannover, Varel, Stralsund oder auch der Krankenhäuser in Grimmen und in Bergen auf Rügen wieder am Netz. Auch viele Universitäts-Seiten sind inzwischen wieder online. Dennoch sind in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern - überall im Norden weiterhin Websites von Ministerien, Behörden, kommunalen Betrieben, Verbänden oder Vereinen nicht erreichbar. Grund ist die Warnung vor einer gefährlichen Sicherheitslücke in Seiten, die auf der Programmiersprache PHP basieren.
Bisher keine Ausnutzung der Sicherheitslücke bekannt
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schätzt die Lage als kritisch ein. Ob Schäden entstanden sind, ist aktuell unklar. Das BSI konnte eigenen Angaben zufolge bisher keine Fälle feststellen, bei denen die Hacker durch die Sicherheitslücke geschlüpft seien. Das Nachrichten Portal heise online teilte heute gegenüber NDR Niedersachsen ebenfalls mit, dass es bisher keine Hinweise gebe, dass die Sicherheitslücke ausgenutzt wurde und ein Schaden entstanden sei.
Millionen Websites könnten betroffen sein
Betroffen sein könnten Millionen Seiten weltweit - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. Die Schwachstellen waren laut der Nachrichtenagentur AFP bereits im August entdeckt und den PHP-Entwicklern vertraulich gemeldet worden. Sie blieben unter Verschluss, während Experten an einer Lösung arbeiteten. Wie heise online schreibt, war die Veröffentlichung der Sicherheitslücken eigentlich für den 22. Oktober geplant, wurde aber wegen eines Leaks um einen Tag auf Mittwoch vorverlegt.
Bundesländer schalten Seiten in Wartungsmodus
Sämtliche Seiten des Landes Niedersachsen wurden am Mittwoch vorsorglich in den Wartungsmodus genommen, teilte das Innen- und Digitalministerium mit. Damit soll verhindert werden, dass potenzielle Angreifer die Schwachstelle ausnutzen können. Der Landesdienstleister IT.Niedersachsen habe mit dem Einspielen von Sicherheitsupdates begonnen. Vom niedersächsischen Innenministerium hieß es am Morgen, dass unter anderem die Seiten der Staatsanwaltschaften und der Polizei im Laufe des Tages wieder erreichbar sein werden. In Mecklenburg-Vorpommern wurden das Regierungsportal sowie die Seiten des Landes "vorübergehend vom Internet isoliert", wie das Innenministerium mitteilte.
NDR.de wie gewohnt erreichbar
Die Online-Seiten des Norddeutschen Rundfunks sind wie gewohnt zu erreichen und online. Der NDR verwendet die Programmiersprache PHP für seine Webseiten nicht. Lediglich Newsletter-Angebote funktionierten am Mittwoch vorübergehend nicht wie gewohnt.
Für normale Nutzer keine Gefahr
Nach Einschätzung von Experten besteht für normale Internetnutzer beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC kein direkter Handlungsbedarf. Die Sicherheitslücke befindet sich nicht auf den Geräten selbst, sondern auf den Servern, die im Hintergrund laufen. Verbraucher könnten aber indirekt betroffen sein - etwa durch vorübergehende Ausfälle von Online-Diensten oder möglichen Datenabflüssen von nicht rechtzeitig geschützten Webseiten.
Diese Seiten sind/waren offline (Auswahl) :
Niedersachsen
Land Niedersachsen - darunter auch die Polizei
Medizinische Hochschule Hannover
Universität Göttingen
Verkehrsbetriebe Üstra
Städte Goslar, Wolfenbüttel, Celle
Landkreise Hildesheim, Cuxhaven, Hameln-Pyrmont
Mecklenburg-Vorpommern
Stadt Rostock
Stadt Anklam
Landkreis Nordwestmecklenburg
Bonhoeffer-Klinik
Sana-Klinikum Wismar
LUP-Kliniken
Universitätsmedizin Greifswald
Hamburg und Schleswig-Holstein
Universität Hamburg
Stadt Flensburg
Stadt Kiel
Stadt Reinbek
Stadt Geesthacht
Dieses Thema im Programm:
NDR Fernsehen | Hallo Niedersachsen | 21.10.2026 | 19:30 Uhr