Sicherheitslücke: "Große Gefahr" beim Online
Das war der Morgenticker für heute. Morgen ist übernimmt an dieser Stelle meine Kollegin Franziska Weigelt. Bis dahin gibt es die Nachrichten für Baden-Württemberg unter SWRAktuell.de/bw, in der SWR Aktuell App, in unserem Newsletter am Morgen, auf WhatsApp, bei Instagram, Facebook, TikTok oder YouTube und natürlich auch im Radio und TV.
Zum Abschluss noch ein kulinarisches Highlight - und vielleicht ein Tipp für die Mittagspause später: Eigentlich war das Seminar für das Ortsjubiläum geplant, doch der Run blieb groß: In Rottenburg-Dettingen (Kreis Tübingen) kann man lernen, wie man einen richtigen, schwäbischen Kartoffelsalat macht. Kartoffeln lieber garen und bloß nicht über die Reibe hin und her schieben - unter anderem diese Tipps hat Seminarleiterin Eleni Egeler parat. Doch schaut doch einfach selbst, wie sie ihren Kartoffelsalat macht:
Die Gewerkschaft ver.di ruft für morgen erneut zu einem Warnstreik bei der SWEG auf. Es ist bereits der vierte Ausstand. Betroffen sind Busbetriebe in mehreren Regionen Baden-Württembergs, der Zugverkehr bleibt diesmal außen vor. Gestreikt wird in den SWEG-Busbetrieben in Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl (alle Ortenaukreis), Weil am Rhein (Kreis Lörrach), Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), Dörzbach (Hohenlohekreis), Lauda (Main-Tauber-Kreis) und Gammertingen (Kreis Sigmaringen). In diesen Verkehrsgebieten ist mit erheblichen Fahrtausfällen zu rechnen, auch bei Schulbuslinien. Die SWEG-Standorte Endingen am Kaiserstuhl und Emmendingen sind von dem Streik nicht betroffen.
Hintergrund des Arbeitskampfs ist, dass die SWEG rund 500 Beschäftigten in mehreren Busunternehmen kündigen will. Ver.di fordert unter anderem den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bei Neuausschreibungen von Buslinien. Die Arbeitgeberseite lehnt Verhandlungen nach Gewerkschaftsangaben bisher ab, es gebe nicht einmal einen Gesprächstermin. Die SWEG-Konzernleitung bezeichnet den erneuten Warnstreik als unverhältnismäßig.
Das neue elektrische Stellwerk am Hauptbahnhof Ulm wird auch im kommenden Jahr nicht in Betrieb gehen. Der Grund: Die Vollsperrung, die dafür gebraucht wird, ist laut Bahn aktuell nicht geplant. Zwar funktioniert das alte Stellwerk aus den 60er Jahren laut Bahn aktuell noch. Doch je älter es werde, desto störanfälliger werde es. Die Folge: Es kommt immer wieder zu Stellwerksausfällen.
In Baden-Württemberg bereitet sich die Polizei auf bundesweite Jugenddemonstrationen der Initiative "Gen Z steht auf" am 31. Oktober vor. Die Gruppe fordert in einem Positionspapier mehr Geld für Bildung und Gesundheit, ein Leben, das sich Menschen leisten können, sowie mehr Einfluss junger Leute in der Politik. Zudem lehnt die Initiative die Wehrpflicht ab. Innenminister Manuel Hagel (CDU) warnte vor möglichen Ausschreitungen ähnlich wie in Frankreich und Italien und kündigte ein hartes Vorgehen an. Die Veranstalter betonen, dass sie friedlich bleiben wollen. Ein Forscher hält schwere Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich für weniger wahrscheinlich, da Polizei und Öffentlichkeit in Deutschland anders reagierten.
Das Landgericht Tübingen hat einen 67 Jahre alten Mann aus Egenhausen (Kreis Calw) wegen sexuellen Missbrauchs seiner beiden Pflegetöchter zu sieben Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung der Kammer missbrauchte er die Mädchen in insgesamt 28 Fällen, unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Der Mann hatte die Vorwürfe im Prozess zunächst bestritten, das Gericht sah jedoch keinerlei Zweifel an den Taten. Die jüngere Pflegetochter war zu Beginn der Taten 8 Jahre alt und lebte über ein Jahr in der Pflegefamilie, die ältere war 15 und etwa zweieinhalb Monate dort untergebracht.
Bei der bundesweiten Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll bleiben mehrere Regionen in Baden-Württemberg im Fokus. Nach Angaben der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) erfüllen Teile des nördlichen und südlichen Schwarzwalds, Gebiete rund um Ulm auf der Schwäbischen Alb sowie Flächen in der Kurpfalz bei Heidelberg erste geologische Kriterien. Der Rest des Landes gilt nach aktuellem Stand als geologisch nicht ausreichend geeignet für ein sicheres Endlager.
Die ausgewählten Gebiete haben damit zunächst nur eine erste Hürde genommen. Energieministerin Thekla Walker (Grüne) betont, dass dies nicht automatisch bedeutet, dass diese Regionen auch tatsächlich erkundet werden. Bis Ende 2027 will die BGE bundesweit fünf bis zwölf Standortregionen für eine detaillierte oberirdische Untersuchung vorschlagen, über die endgültigen Kandidaten entscheidet der Bundestag. Das Bundesumweltministerium geht derzeit davon aus, dass ein Endlagerstandort voraussichtlich bis 2050 feststehen wird.
Im Kernener Ortsteil Rommelshausen (Rems-Murr-Kreis) hat ein Mann gestern einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Er hatte per Notruf gemeldet, dass er mit einer Waffe am Bahnhof sei. Daraufhin sperrte die Polizei den Bereich und forderte die Bevölkerung dazu auf, das Gebiet zu meiden. Der Bahnverkehr wurde unterbrochen.
Nach gut zwei Stunden gab die Polizei Entwarnung: Der Tatverdächtige habe sich nicht am Rommelshausener Bahnhof befunden. Stattdessen sei er in einer psychiatrischen Klinik in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) gewesen. Von dort aus soll er auch die Polizei alarmiert haben. Laut Polizei befand sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat ermittelt.
Das Landgericht Ellwangen hat gestern einen 38 Jahre alten Mann aus Schrozberg (Kreis Schwäbisch Hall) wegen Mordes und illegalen Waffenbesitzes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte gestanden, seine Ehefrau im Februar hinter dem gemeinsam betriebenen Dönerimbiss erschossen zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Die Staatsanwaltschaft sah die Tat als geplanten Femizid am 18. Geburtstag des Sohnes und war von einem heimtückischen Mord ausgegangen. Der Angeklagte hatte zwar gestanden, sprach aber von einem emotionalen Ausnahmezustand und wollte lediglich wegen Totschlags verurteilt werden. Das Gericht folgte der Einschätzung der Staatsanwaltschaft und sah das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt, weil der Mann die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit seiner Frau bewusst zur Tötung ausgenutzt habe.
Ein wichtiger Meilenstein der Energiewende soll sie sein, die Überlandstromleitung Ultranet. Jetzt wurde die Trasse zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg (Kreis Karlsruhe) fertiggestellt. Auf rund 42 Kilometern hat der Netzbetreiber TransnetBW Leitungen erneuert und Masten ausgetauscht oder ergänzt. Über Ultranet soll vor allem Windstrom aus Norddeutschland nach Süddeutschland fließen, grundsätzlich ist der Stromtransport mit 2 Gigawatt Übertragungsleistung bei rund 380.000 Volt aber auch in die andere Richtung möglich.
In Stuttgart hat gestern der Prozess gegen einen 84-jährigen Mann begonnen, der seine drei Enkel zehn Jahre lang vielfach sexuell missbraucht haben soll. Die Übergriffe sollen an verschiedenen Orten im Alltag geschehen sein. Die Enkel zeigten ihn erst Jahre später an, nachdem ein Zeitungsbericht den Verdacht erweckte, dass der Großvater auch ein fremdes Mädchen in einem Schwimmbad bedrängt habe. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch sowie Besitz von verbotenen Bildern von Kindern und Jugendlichen vor. Der Angeklagte hat die Vorwürfe vollständig gestanden, Reue geäußert und um Entschuldigung gebeten. Ihm drohen mehrere Jahre Haft.
Da hab ich mich wohl zu früh gefreut: Wie ich von meinen Kolleginnen und Kollegen aus den SWR-Regionalstudios gerade erfahre, sind noch immer viele Internetauftritte von Kommunen und Behörden offline. Unter anderem sind noch die Seiten der baden-württembergischen Landespolizei oder die der Städte Heidelberg, Freiburg, Pforzheim, Konstanz und Ulm betroffen. Es ist aber weiter davon auszugehen, dass diese in Kürze wieder online sind.
Der baden-württembergische Sozialminister Oliver Hildenbrand (Grüne) warnt im Gespräch mit dem SWR vor einem Rechtsruck und mehr Druck auf Minderheiten. Im SWR-Videopodcast "Zur Sache! intensiv" sagte der offen schwul lebende Grünen-Politiker, es gebe den Versuch, "Menschen wieder in die Unsichtbarkeit zu drängen, Menschen auch mundtot zu machen, dass sie sich eben nicht trauen, sich zu äußern, sich nicht trauen, sich zu zeigen". Es sei wichtig, dass die Regierung da gegensteuere. Er wolle Vorbild und "ein Anwalt für die queere Community in Baden-Württemberg" sein. Im Videopodcast forderte Hildenbrand ein Verbotsverfahren gegen die AfD.
Die Ulmer Basketballer haben ihr Spiel bei PAOK Saloniki gestern Abend mit 78:87 verloren. Damit haben sie jetzt mit zwei Siegen und zwei Niederlagen ein ausgeglichenes Konto im EuroCup. Nach der bitteren Heimpleite am vergangenen Samstag im BBL-Pokal gegen Hagen zeigten sich die Schwaben zwar verbessert, doch zu einem Sieg in Griechenland reichte es nicht.
In Schwäbisch Hall hat vor kurzem offenbar ein Lastenradfahrer mit Kind an Bord nachts in einer Tempo-30-Zone statt gemütlicher Fahrt offenbar den Turbo gezündet: Das Rad wurde mit 44 km/h geblitzt. Auf dem Foto ist kein Kennzeichen zu sehen, trotzdem nutzt die Stadt den Vorfall für eine klare Botschaft: Tempolimits gelten auch auf zwei Rädern. Wer deutlich schneller unterwegs ist, müsse auch mit Konsequenzen rechnen. Besonders heikel ist aus Sicht der Stadt, dass Kinder bei einem möglichen Zusammenstoß dem Geschehen weitgehend hilflos ausgeliefert wären.
Im aktuellen Fall bleibt der Fahrer allerdings unbekannt, die Stadtverwaltung will deshalb auch nichts weiter unternehmen. Das Polizeipräsidium Aalen stellt dennoch klar: Radfahrer sind ganz normale Verkehrsteilnehmer, Tempo 30 und Stoppschilder gelten für alle. Für eine solche Geschwindigkeitsüberschreitung sieht der Bußgeldkatalog grundsätzlich 50 Euro vor, zusätzlich wird geprüft, ob andere gefährdet wurden.