Sicherheitslücke: Nach Update nehmen mitteldeutsche Städte Internetseiten wieder online
Warnung des BSI
Gravierende Sicherheitslücke: Update für Millionen Webseiten
Stand: 22.10.2026 04:03 Uhr
Eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke bringt weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste ins Wanken. Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen. Inzwischen gibt es ein Update
Länder und Kommunen reagieren umgehend auf Warnung
Betroffen sind auch Internetauftritte in Mitteldeutschland
von MDR AKTUELL
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat vor einer Welle von Cyber-Angriffen gewarnt. Grund sind Schwachstellen innerhalb der Programmiersprache PHP. Dadurch seien weltweit Internetseiten bedroht. Daten könnten abgegriffen, verändert oder gelöscht werden. Das BSI ordnet das Risiko mit der Warnstufe "3 / Orange" als außerordentlich hoch ein.
Im Laufe des Mittwochs wurde ein Sicherheitsupdate zur Verfügung gestellt Der Behörde zufolge sollte es von Webseiten-Betreibern umgehend installiert werden. Gelinge dies nicht, sollten die Internetseiten vorsorglich abgeschaltet werden, riet das BSI. Sonst könnten Cyberangreifer Server ohne ein Passwort übernehmen.
Länder und Kommunen reagieren umgehend
Die Einschätzungen der Sicherheitsbehörden zeigen bereits erste drastische Auswirkungen im öffentlichen Leben. Mehrere Bundesländer, Kommunen und Behörden sind der Empfehlung des BSI gefolgt und haben ihre Online-Angebote vorübergehend abgeschaltet, um Angreifern keine Angriffsfläche zu bieten.
Entsprechend reagiert haben aber auch Universitäten und Krankenhäuser, darunter die Charité, sowie Krankenkassen.
Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betroffen
So haben unter anderem die Stadt Dresden und die Stadt Freiberg ihren Internetauftritt vorsorglich offline genommen. Auch der Internetauftritt der Stadt Plauen ist nicht erreichbar. In Thüringen laufen Anfragen unter anderem auf die Seiten der Stadt Jena ins Leere.
In Sachsen-Anhalt sind beispielsweise die Onlineseiten von Halberstadt, Stendal und Wernigerode nicht anzuklicken. Das IT-Service-Unternehmen KID Magdeburg GmbH, das 130 Kommunen in Sachsen-Anhalt berät, bestätigte die Abschaltung von Internetseiten. KID-Geschäftsführer Martin Steffen sagte MDR Aktuell, "diejenigen, die jetzt abschalten, handeln vorsorglich und klug."
Es ist eine Abwägung zwischen temporärer Nicht-Verfügbarkeit der Internet-Präsenzen und potentiell erfolgreichen Angriffen. Martin Steffen, Geschäftsführer KID Magdeburg
Das IT-Unternehmen geht davon aus, dass die Updates binnen eines Tages eingespielt sind und dann wieder alle Seiten online sein können. In Thüringen etwa war das bereits am Mittwochabend zu beobachten. Seit dem späten Abend sind viele Seiten wieder online, darunter jene der Staatskanzlei, der Landespolizei und des Innenministeriums. Die Homepage des Landtags war durchweg verfügbar gewesen.
dpa,Reuters,AFP (isc, olei)