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Sicherheitslücken: Die meisten Seiten im Norden sind wieder online

Technologie

Stand: 22.10.2026 16:25 Uhr

Die meisten Websites von Behörden im Norden sind wieder erreichbar, nachdem sie am Mittwoch vorsorglich offline gestellt worden waren. Hintergrund sind zwei Sicherheitslücken, für die es nach Veröffentlichung ein Update gab.

In Niedersachsen sind Webseiten des Landes, wie die der Ministerien, der Staatskanzlei, der Staatsanwaltschaft und der Polizei wieder online. Auch die Webseiten der norddeutschen Städte Hannover, Varel, Stralsund oder auch der Krankenhäuser in Grimmen und in Bergen auf Rügen sind wieder am Netz. Zudem sind viele Universitäts-Seiten inzwischen wieder online. Somit sind in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die meisten Online-Angebote von Behörden, kommunalen Betrieben, Verbänden und Vereinen wieder nutzbar. Grund für den zeitweisen Offline-Modus der Seiten war die Warnung vor einer gefährlichen Sicherheitslücke in Seiten, die auf der Programmiersprache PHP basieren.

Schleswig-Holstein: Uni-Klinik weiterhin nicht erreichbar

Wie die Staatskanzlei in Schleswig-Holstein dem NDR mitteilte, sind mittlerweile die meisten Webseiten des Landes nach einem Software-Update wieder erreichbar. Bei der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wird derweil mit "Hochdruck" daran gearbeitet, die "Services zeitnah wieder im vollen Umfang bereitzustellen", teilte die Uni dem NDR mit. Man gehe bisher nicht davon aus, dass es unbefugte Zugriffe gegeben habe. Die Uni-Klinik Schleswig-Holstein ist nach eigenen Angaben weiterhin nicht erreichbar. Die Seite sei "komplex", daher würde es noch dauern, teilte ein Sprecher mit. Auswirkungen auf den Klinikbetrieb gebe es nicht.

Dataport in Hamburg weiter offline

In Hamburg laufen nach NDR Information ein Großteil der wichtigen Seiten aus Politik, Wirtschaft, Gesundheit und Kultur wieder. Lediglich die Seite von Dataport - dem IT-Dienstleister der Stadt - ist weiterhin offline. Dataport schrieb auf NDR Anfrage, dass sie den heutigen Tag noch brauchen, um ihre Seiten mit den nötigen Sicherheits-Updates zu versehen. "Soweit wir das wissen, sind bislang keine Daten abgeflossen", sagte Hamburgs Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs dem NDR. Es gebe keinen akuten Grund zur Sorge. Die Universität Hamburg gehe dennoch auf Nummer sicher und gehe deshalb erstmal vom Netz. "Um zu gucken, ob da noch Schwachstellen vorhanden sind", so Fuchs.

Bisher keine Ausnutzung der Sicherheitslücken bekannt

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schätzt die Lage als kritisch ein. Betroffen sein könnten Millionen Seiten weltweit - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. Ob Schäden entstanden sind, ist aktuell unklar. Das BSI konnte eigenen Angaben zufolge bisher keine Fälle feststellen, bei denen die Hacker durch die Sicherheitslücken geschlüpft seien. Das Nachrichtenportal heise online teilte heute dem NDR Niedersachsen ebenfalls mit, dass es bisher keine Hinweise gebe, dass die Sicherheitslücken ausgenutzt wurde und ein Schaden entstanden sei.

Sicherheitslücken sind seit zwei Jahren bekannt

Die beiden Schwachstellen sind laut dem IT-Magazin "Golem" seit zwei Jahren bekannt. Sie blieben unter Verschluss, während Experten an einer Lösung arbeiteten. Im August 2026 stießen dann unabhängig voneinander drei IT-Unternehmen auf die Sicherheitslücken und meldeten sie der "PHP Foundation". Die Schwachstellen waren laut der Nachrichtenagentur AFP von der Sicherheitsfirma Calif und dem ChatGPT-Entwickler OpenAI am selben Tag entdeckt worden. Die Google-Tochter Wiz meldete später weitere Möglichkeiten, sie auszunutzen. Wie heise online schreibt, war die Veröffentlichung der Sicherheitslücken eigentlich für den 22. Oktober geplant, wurde aber wegen eines Leaks um einen Tag auf Mittwoch vorverlegt.

Bundesländer schalten Seiten in Wartungsmodus

Sämtliche Seiten des Landes Niedersachsen wurden am Mittwoch vorsorglich in den Wartungsmodus genommen, teilte das Innen- und Digitalministerium mit. Damit sollte verhindert werden, dass potenzielle Angreifer die Schwachstelle ausnutzen. In Mecklenburg-Vorpommern wurden das Regierungsportal sowie die Seiten des Landes "vorübergehend vom Internet isoliert", wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte.

NDR.de wie gewohnt erreichbar

Die Online-Seiten des Norddeutschen Rundfunks sind wie gewohnt zu erreichen und online. Der NDR verwendet die Programmiersprache PHP für seine Webseiten nicht. Lediglich Newsletter-Angebote funktionierten am Mittwoch vorübergehend nicht wie gewohnt.

Für normale Nutzer keine Gefahr

Nach Einschätzung von Experten besteht für normale Internetnutzer beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC kein direkter Handlungsbedarf. Die Sicherheitslücke befindet sich nicht auf den Geräten selbst, sondern auf den Servern, die im Hintergrund laufen. Verbraucher könnten aber indirekt betroffen sein - etwa durch vorübergehende Ausfälle von Online-Diensten oder möglichen Datenabflüssen von nicht rechtzeitig geschützten Webseiten.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | NDR Info | 22.10.2026 | 15:00 Uhr

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