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Sicherheitssysteme im Atommüll-Lager ausgefallen

Technologie

Wannsee – Der schwerste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte traf offenbar auch eine sicherheitsrelevante Anlage für radioaktive Abfälle. Das zeigen interne Behördendokumente, die B.Z. vorliegen.

Ausgelöst wurde der Blackout am 3. Januar 2026 durch einen Brandanschlag auf Hochspannungskabel am Kraftwerk Lichterfelde. Mehr als 100.000 Berliner waren ohne Strom, rund 2200 Betriebe betroffen.

Besonders brisant: In der Berliner Zentralstelle für radioaktive Abfälle in Wannsee (liegt auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums Berlin) sprang die Notstromversorgung zunächst zwar an. Doch am Abend fiel das Dieselaggregat plötzlich aus. Mehr als zwei Stunden lang lief die Anlage ohne Notstrom.

Während dieser Zeit versagte auch die Lüftungsanlage. Zudem waren Messstellen, die die Strahlenbelastung überwachen, zeitweise außer Betrieb. In der Einrichtung werden radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung gelagert.

Die Ursache für den Ausfall lag laut Senatsverwaltung nicht am Anschlag selbst. Demnach legten schmutziger Diesel, verdreckte Sensoren und eine kaputte Füllstandsanzeige die automatische Kraftstoffversorgung lahm.

Schutzmechanismen verhinderten Austritt von Strahlung

Radioaktive Stoffe seien dabei nicht ausgetreten, betonen die Behörden. Eine Gefahr für Mitarbeiter, Anwohner oder die Umwelt habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Mehrere Schutzmechanismen hätten verhindert, dass Strahlung austreten konnte.

Trotzdem wurde der Vorfall als meldepflichtiges Ereignis eingestuft. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) spricht von einem „Ausfall sicherheitstechnisch wichtiger Systeme“. Es handelt sich hierbei um die zuständige Bundesbehörde für Atommüll. Weil ähnliche Probleme auch andere Anlagen betreffen könnten, läuft inzwischen eine Untersuchung auf Bundesebene.

Der Vorfall wirft zudem erneut Fragen zur Krisenvorsorge in Berlin auf. Bereits der Rechnungshof hatte der Hauptstadt mangelnde Vorbereitung auf größere Katastrophenlagen vorgeworfen.

Inzwischen wurden die betroffenen Sensoren ausgetauscht, die Kraftstoffversorgung angepasst und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Die Bundesbehörden prüfen weiterhin, ob auch andere Anlagen ähnliche Schwachstellen aufweisen.

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