Sie zeigte sich selbst an: Berliner Polizei ermittelt gegen Lehrerin wegen Verdachts einer Sexualstraftat
Die Berliner Polizei ermittelt gegen eine Lehrerin wegen des Verdachts einer Sexualstraftat im Zusammenhang mit einem 15 Jahre alten Schüler. Das sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag. Zuvor berichtete die „Bild“-Zeitung.
Die 39 Jahre alte Lehrerin, die an einer Schule in Lichtenberg unterrichtete, habe sich über eine Anwältin selbst schriftlich angezeigt, sagte der Polizeisprecher. „Sie hat einen Fall zur Selbstanzeige gebracht.“ Dies sei am 1. September erfolgt, teilte die Polizei dem Tagesspiegel auf Nachfrage mit. Weitere Details, etwa, ob in der Schule ermittelt wurde oder ob noch weitere Schüler betroffen sein könnten, wurden nicht genannt. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes stehen laut Polizei am Anfang. Alle Beteiligten müssten noch vernommen werden.
Die Schulaufsicht teilte dem Tagesspiegel auf Anfrage mit: „Es handelt sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns vor diesem Hintergrund nicht zum Stand des Verfahrens einlassen können.“
Grundsätzlich gebe es für Verdachtsfälle sexualisierter Gewalt und sexueller Übergriffe durch Schulpersonal verbindliche Verfahrensregelungen. Nach den Vorgaben des Notfallplans für Berliner Schulen werde auch in dem vorliegenden Fall gehandelt. „Die erforderlichen Schutzmaßnahmen wurden veranlasst“, teilte ein Sprecher mit. Im Bezirksamt Lichtenberg war der Fall bis zur Tagesspiegel-Anfrage noch nicht bekannt.
Auch schulintern scheinen sich bisher kaum Informationen verbreitet zu haben. Zwei Neuntklässlerinnen und ein Dreizehntklässler sagten dem Tagesspiegel am Donnerstagmittag vor dem Schultor, sie hätten von dem Fall aus den Medien erfahren und wüssten nicht, um wen es gehe. Eine Mitteilung der Schule habe es bisher nicht gegeben. Auch dem Vorsitzenden des Lichtenberger Bezirkselternausschusses, in dem Elternvertreter der Schule Mitglied sind, war nichts Näheres bekannt.
Laut „Bild“-Bericht soll die Lehrerin den jugendlichen Schüler nach Angaben von Eltern zunächst zu Treffen außerhalb der Schule überredet haben. Dazu äußerte sich die Berliner Polizei nicht. (mit jpd und dpa)