Sieg nach 0:2-Rückstand - Werder Bremen furios gegen FC Augsburg
Stand: 19.09.2026 19:06 Uhr
Niclas Füllkrug und Mitchell Weiser sorgten am Samstag mit ihren späten Toren für einen kaum noch für möglich gehaltenen Heimsieg für Fußball-Bundesligist Werder Bremen gegen den FC Augsburg. Nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand hieß es am Ende 3:2 (0:1).
von Christian Görtzen
Die Begeisterung im Weserstadion war grenzenlos. Zunächst beim 2:2-Ausgleich durch Füllkrug (86.), dann beim 3:2-Siegtreffer von Weiser (90.+3) und schließlich kurz darauf beim Abpfiff. Bremen hatte den FCA niedergerungen. Der SVW geht so mit einem extrem erfreulichen Erlebnis in die dreiwöchige Spielpause in der Bundesliga. Nach den Länderspielansetzungen geht es für Werder erst am Freitag, 9. Oktober, mit einem Flutlichtspiel bei Borussia Dortmund weiter.
Wir haben nach dem 0:2 noch dran geglaubt - ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Mitchell Weiser
"'Fülle' natürlich mit dem geilen Tor zum 2:2, und da wusste ich, wir kriegen jetzt noch einen, egal wer. Und als der Ball kam, war klar für mich, dass ich ihn treffe", sagte Weiser im Interview mit dem NDR. "Wir haben nach dem 0:2 noch dran geglaubt - ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Und dann ist etwas passiert, das Werder und das Weserstadion beschreibt. Für mich war das ein Riesenmoment", so der lange Zeit verletzte Routinier.
Thioune war voll des Lobes für Weiser und das gesamte Team: "Wenn man 16 Monate hier nicht gespielt hat, lässt man alle Energie, die man in sich hat, auf dem Platz. Ein sensationelles Tor! Die Freude für Mitchell ist riesengroß, und ein großes Kompliment für alle. Die Mannschaft entwickelt sich gerade."
Werder kassiert aus Überlegenheit heraus das 0:1
Die erste gute Offensivaktion der Partie ging auf das Konto der Grün-Weißen - sie resultierte aus einer Standardsituation. Linksfuß Chuki schoss flach um die Mauer herum, doch FCA-Keeper Finn Dahmen und der Pfosten verhinderten eine frühe Führung der Gastgeber (7.). Werder bestimmte gegen die überraschend stark in die Saison gestarteten Schwaben (sieben Punkte aus den ersten drei Partien) zwar eindeutig die Anfangsphase, doch nach 18 Minuten hieß es plötzlich 0:1.
Nach einem Einwurf tief in der Augsburger Hälfte war Ludovit Reis der Volley-Absatzkick gründlich missraten. Und dann machte es der FCA stark. Nach einem hervorragenden Pass von Fabian Rieder in die Tiefe zog Robin Fellhauer durch geschicktes Kreuzen seinen Gegenspielern Marco Friedl und Olivier Deman davon und schoss an Werder-Torwart Karl Hein vorbei zur Führung ein.
Die Bremer brauchten etwas, um sich zu sammeln. In der Schlussphase der ersten Hälfte spielten sie zwar wieder mutiger, trotzdem ging es mit dem 0:1 in die Pause.
Bremen muss weiteres Gegentor hinnehmen
Werder startete mit viel Schwung in den zweiten Durchgang. Nach Ablage von Marco Grüll agierte Chuki aber zu zaghaft. Der Spanier nahm den Ball noch mal an und scheiterte dann an Dahmen (46.). Es folgte eine Analogie zur ersten Hälfte: Bremen drängte auf das gegnerische Tor, Augsburg traf. Nach einer Ecke von Alexis Claude-Maurice stieg der gebürtige Lüneburger Calvin Brackelmann am vorderen Pfosten hoch und ließ die Kugel über den Kopf rutschen. Reis versuchte noch auf der Torlinie zu retten, dies aber misslang - und so hieß es aus Bremer Sicht 0:2 (58.).
Grüll macht Werder neue Hoffnung
Doch diesmal glückte eine schnelle Antwort. Nach einem schönen Diagonalpass von Chuki versetzte Grüll noch seinen Gegenspieler Noahkai Banks, bevor er schön in den oberen linken Torwinkel traf - nur noch 1:2 (66.). Und dann gab es schnell Top-Chancen in Reihe zum Ausgleich: Füllkrug (67.) sowie Weiser und Chuki (beide 68.), die beide an Dahmen scheiterten, ließen diese aber aus.
Füllkrug und Weiser drehen die Partie
Als der Druck schon geringer zu werden schien, trumpften die Bremer gewaltig auf. Nach etwas unfreiwilliger Ablage von Grüll nahm Füllkrug Maß und jagte die Kugel zum 2:2 in den oberen rechten Torwinkel (86.). Für den Rückkehrer war es der dritte Saisontreffer, für Werder das Signal, dass noch mehr geht.
Und es ging noch mehr! Grüll legte in der dritten Minute der Nachspielzeit für Weiser auf, und der machte es dann ganz stark. Er schlenzte die Kugel zum 3:2 in den rechten oberen Torwinkel. Das Weserstadion war längst ein Tollhaus. Kurz darauf war Schluss. "Oh, wie ist das schön"-Gesänge schallten durch das Stadion.