Siemens: So könnte die Machtverteilung im Vorstand künftig aussehen
München. In einer digitalen Townhall präsentierten sich Siemens-Chef Roland Busch und Personalvorständin Judith Wiese in der vergangenen Woche demonstrativ gut gelaunt. In internen Chats machten manche Mitarbeiter darüber ihrem Ärger Luft. Es sei respektlos und demotivierend, wenn gleichzeitig so viele immer noch nicht wüssten, was ab dem 1. Oktober ihre Aufgabe und Position seien, lauteten laut anderen Teilnehmern einige der Klagen. Am 1. Oktober soll die neue Struktur im Rahmen der „One Tech Company“ starten. Ziel des Programms ist ein integrierter Technologiekonzern, ausgerichtet auf Künstliche Intelligenz und digitale Dienstleistungen. Viele Prozesse werden dafür geändert, allein in Deutschland könnten laut Schätzungen in Industriekreisen bis zu 20.000 Beschäftigte eine neue Funktion oder einen neuen Titel bekommen. Auch die Aufgaben im Vorstand werden teilweise neu sortiert. Dabei zeichnet sich nach Informationen des Handelsblatts aus Industriekreisen jetzt ab, wie die Zuständigkeiten zwischen Industrievorstand Cedrik Neike und Technologie- und Strategiechef Peter Körte verteilt werden könnten, die hinter den Kulissen auch um die langfristige Nachfolge von Vorstandschef Busch konkurrieren.