DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,01 % 53.463,05 Pkt 22:38:37 S&P 500 -0,48 % 7.707,98 Pkt 22:38:31 Nasdaq -1,18 % 26.331,09 Pkt 23:07:33 Nikkei -3,16 % 65.326,42 Pkt 08:45:03 Gold +4,93 % 4.581,20 USD 22:57:31 Silber +4,95 % 67,11 USD 22:57:22 Brent +0,48 % 91,46 USD 22:57:20 WTI -0,77 % 84,29 USD 22:57:11 Bitcoin +7,96 % 69.830,23 USD 23:07:31 EUR/USD +0,85 % 1,16810 USD 23:06:55 EUR/GBP +0,35 % 0,85780 GBP 23:07:30 EUR/CHF -0,86 % 0,93080 CHF 23:07:21 EUR/JPY +0,05 % 184,615 JPY 23:07:04

Sikawild-Haltung: Was das EU-Verbot für Wildtierhalter bedeutet

Wirtschaft

Wer bestimmt, welche Arten als invasiv gelten? Die Europäische Union führt eine Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Das ist die sogenannte IAS-­Unionsliste. Die Einstufung einer Art erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bewertet gebietsfremde ­Arten für Deutschland und erstellt nationale Fachgrundlagen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist unter anderem für Quarantäneschädlinge zuständig, die vor allem die Land- und Forstwirtschaft betreffen. Diese unterschiedlichen Listen und Zuständigkeiten spiegeln ­wider, dass invasive Arten je nach Zusammenhang unterschiedliche Risiken darstellen, beispielsweise für die Artenvielfalt, Wirtschaft oder Gesundheit. „Wer bereits Sikawild nicht gewerblich besitzt, darf die Tiere bis zu deren natürlichem Lebensende behalten. Voraussetzung ist, dass die Halter die Tiere sicher unter Verschluss halten, sodass sie sich nicht fortpflanzen oder entkommen können. Transporte sind laut EU-Recht grundsätzlich verboten. Um jedoch nicht in Konflikt mit dem Tierschutz zu geraten, sind notwendige Fahrten – etwa zum Tierarzt – weiterhin möglich. Diese bedürfen einer Einzelfallentscheidung durch die zuständige Behörde und müssen einen konkreten tierschutzfachlichen Zweck erfüllen. Ansprechpartner hierfür sind die Unteren Naturschutzbehörden in den Kreisen und kreisfreien Städten“, erklärt das Umweltministerium dem Wochenblatt. Die EU-weite Einstufung des Sikawilds als invasive Art bedeutet aus Sicht des NRW-Landwirtschaftsministeriums, dass es in seinem Bestand reguliert werden soll, da es als potenziell schädlich für die heimische Flora und Fauna angesehen wird. In einem nächsten Schritt müssen innerhalb von 18 Monaten nach der Aufnahme in die Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten wirksame Managementmaßnahmen entwickelt werden. Das Bundesamt für Naturschutz erarbeitet demnach gemeinsam mit den Bundesländern Maßnahmenblätter, die als einheitliche Richtlinie und Grundlage für das Management dieser Arten dienen. Auf dieser Grundlage wird in Nordrhein-Westfalen dann über mögliche Maßnahmen beraten, heißt es aus Düsseldorf. Rotwild: Der Genpool ist leer Forscher der Universität Göttingen haben 2022 die genetische Vielfalt von 34 Rothirschvorkommen in Deutschland untersucht. Das Ergebnis: Nur zwei davon erreichten eine genetisch effektive Populationsgröße von mehr als 500 Tieren, die langfristig vor Inzucht schützt. Fast alle untersuchten Vorkommen sind voneinander isoliert und der genetische Austausch untereinander sehr gering. Dementsprechend ist der ermittelte Inzuchtwert ­innerhalb der Vorkommen oftmals so hoch wie bei Verpaarungen ­zwischen Halbgeschwistern oder Eltern-Kind-Verpaarungen, teilt der Deutsche Jagdverband mit. Die Folge ist eine geringe genetische Vielfalt, die gravierende Auswirkungen auf die Fitness einzelner Tiere und somit auf die gesamte Popula­tion hat. Konkret sind das Unterkieferverkürzungen, die bereits heute aus Schleswig-Holstein und Hessen bekannt sind. Der Deutsche Jagdverband kritisiert die rotwildfreien Gebiete in Deutschland. „Diese behördlich festgelegten Areale sind laut Studien ein doppelt so hohes Hindernis für den Genfluss, wie Flächen, in denen sich Rotwild frei bewegen darf“, schreibt der Verband. Insgesamt ist der mittlere Inzuchtwert für das Rotwild in Deutschland laut den Wissenschaftlern der Uni Göttingen derzeit schlechter als auf der Insel Rum in Schottland. Von Kreuzungen mit Sikahirschen als Grund der genetischen Verarmung schreibt die Studie nicht. Untersuchungen belegen, dass ein verschobenes Verhältnis zugunsten weiblicher Tiere in benachbarten Populationen von Sika- und Rothirsch eine genetische Vermischung der Arten begünstigen. Auch der Mangel an älteren Hirschen in der Sikapopulation erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Rothirsche sich mit Sikakühen verpaaren. Um einer Hybridisierung vorzubeugen ist in Gebieten, die von beiden Hirscharten besiedelt werden, ein regelmäßiges Monitoring und wenn möglich eine räumliche Trennung durchzuführen. Dies kann durch genetische Untersuchungen unterstützt werden, erklärt der Deutsche Jagdverband.

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