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Sind Sie hilfsbereit oder spenden Sie "nur" Geld?

Wissenschaft

Eine Frage des Einkommens?

Welche Menschen sind besonders hilfsbereit?

Stand: 22.08.2026 12:35 Uhr

Wer hilft eher: der, der viel hat und leicht etwas entbehren kann? Oder die, die selbst erlebt, was es bedeutet, wenn andere einem helfen? Eine Metastudie hat nach Antworten gesucht.

von MDR WISSEN / cd

Es gibt zwei Theorien zum Thema Hilfe. Und beide klingen logisch. These 1: Wenn es ums Helfen geht, sind die Reichen die, die ganz vorn mit dabei sind. Die haben ja schließlich mehr Geld, und da macht es nichts, wenn die Hilfe auch mal größer ausfällt. These 2: Die, die wenig haben, wissen, wie es ist, auf Hilfe angewiesen zu sein. Und helfen deshalb sie auch selbst eher.

Studie von 2010 gab den Anstoß

Seit im Jahr 2010 eine Studie erschienen war, bei der diese Frage diskutiert und am Ende These 2 favorisiert wurde, gab es immer wieder Ansätze, diesem Diskurs neue Aspekte hinzuzufügen. Grund für ein Forschungsteam der Kühne Logistics University (KLU), sich in einer Metastudie mit insgesamt 680.000 Menschen zu beschäftigen, die in rund 190 Studien befragt worden waren.

Beide Erklärungen gelten

Das Ergebnis ist kein "entweder – oder", sondern ein "sowohl – als auch". Wenn es um konkrete Spenden geht, also um die Aufwendung von Geld, haben die, die mehr haben, in der Tat einen leichten Vorsprung vor denen mit wenig Mitteln. Aber Geld ist nicht alles. Wenn es darum geht, jemandem persönlich zu helfen, mit dem ein persönlicher Kontakt besteht, gibt es diesen Vorsprung nicht mehr. Es bestätigen sich also sowohl These 1 als auch These 2 – mit dem Unterschied allerdings, dass beide Hilfsmodelle nebeneinander bestehen. Und mit ihnen auch die bereits erwähnten Motive.

Nicht nur auf bestimmte Zielgruppen setzen

"Beide Lager hatten recht – nur eben in unterschiedlichen Situationen. Wer im Alltag auf andere angewiesen ist, hilft eher, wenn jemand direkt vor ihm steht. Wer Geld übrig hat, gibt eher, wenn Hilfe Geld kostet", sagt Christian Tröster, Experte für Leadership und Organizational Behavior, der die Forschungsarbeit des Teams um Doktorand und Erstautor Johannes Stark betreute. Wer Hilfsbereitschaft fördern wolle – ob in Nachbarschaften, Unternehmen oder beim Spendensammeln – solle daher die Situation gestalten, statt auf bestimmte Zielgruppen zu setzen, so die Forschenden. Engagement ließe sich breiter aktivieren, wenn neben finanzieller Unterstützung auch Zeit und persönlicher Einsatz gefördert werde – durch persönliche Begegnungen, freiwillige Mitarbeit und niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten.

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