Sitzposition: Was sie wirklich über Ihre Wirkung verrät
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Im Bewerbungsgespräch sitzen Sie kerzengerade, im Zug eher breitbeinig und beim Treffen mit Freunden schlagen Sie entspannt die Beine übereinander. Solche Haltungen fallen anderen auf. Selbst wenn der Mund schweigt, sagt der Körper manchmal mehr als gedacht. Körpersprache-Expertin Monika Matschnig erklärt, was bestimmte Körperhaltungen über die Persönlichkeit aussagen und welche Eigenschaften sich dahinter verbergen können. Körperhaltung beeinflusst Ihre Wirkung Natürlich kann die Sitzposition und Körperhaltung keinen eindeutigen Hinweis auf Ihre Persönlichkeit geben. Ganz bedeutungslos ist sie allerdings auch nicht: Menschen ziehen aus Körpersprache schnelle Schlüsse. Und besonders spannend: Nicht nur andere Menschen werden durch bestimmte Körperhaltungen anders wahrgenommen, sondern auch Sie selbst können davon beeinflusst werden. Eine große Analyse der Ohio State University von Körperhaltungsstudien hat ergeben, dass sich Teilnehmer in einer aufrechten Position selbstbewusster fühlten als in gebeugter Position. Parallele Knie wirken geordnet Körpersprache-Expertin Monika Matschnig erklärt: „Eine aufrechte, parallel ausgerichtete Sitzhaltung signalisiert innere Ordnung und Selbststeuerung. Die Person ist ‚geerdet‘, mit beiden Beinen. Sie wirkt präsent, konzentriert und respektvoll – ohne Dominanz zu inszenieren. Wer den eigenen Körper ausbalanciert hält, vermittelt innere Stabilität und wirkt verlässlicher.“ Breite Knie können dominant wirken In der Bahn oder an anderen öffentlichen Orten sieht man immer wieder Menschen, die mit breit gespreizten Knien sitzen und dafür genervte Blicke ernten. Eine raumgreifende Sitzposition kann Stärke, Dominanz oder Selbstsicherheit vermitteln. In Bus und Bahn wirkt sie allerdings schnell rücksichtslos, wenn dadurch Plätze anderer eingeschränkt werden. Laut Expertin wird die sogenannte „Manspreading-Haltung“ seit einigen Jahren zunehmend kritisch diskutiert. „Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass eine etwas breitere Sitzposition bei Männern nicht zwangsläufig Ausdruck von Dominanz oder Respektlosigkeit ist, sondern auch anatomische und physiologische Ursachen haben kann.“ So wirken überschlagene Beine und gekreuzte Knöchel Überschlagene Beine seien zunächst einmal eine bequeme und völlig normale Sitzhaltung – insbesondere bei Frauen. Ihnen werde häufig eine größere Bedeutung zugeschrieben, als sie tatsächlich haben, so die Körpersprache-Expertin. Aussagekräftiger als das Überschlagen der Beine selbst sei die Richtung der Fußspitze: Zeigt sie zum Gesprächspartner, signalisiert dies häufig Interesse und Zugewandtheit. Zeigt sie deutlich von der Person weg oder wird das überschlagene Bein wie eine Barriere angehoben, kann dies auf Distanz, Ablehnung oder den Wunsch nach Abgrenzung hindeuten. Wie immer gilt: Erst der Gesamtkontext der Körpersprache erlaubt eine belastbare Interpretation. Ein zugewandter Oberkörper, Blickkontakt und eine entspannte Mimik können Offenheit vermitteln. Ein abgewandter Körper oder angespannte Schultern verändern den Eindruck. Ob jemand empathisch, verträumt, ehrgeizig oder treu ist, lässt sich daraus nicht erkennen. Die Viererfigur wirkt raumgreifend Liegt ein Knöchel auf dem gegenüberliegenden Knie, entsteht die sogenannte Viererfigur. Sie nimmt vergleichsweise viel Raum ein und kann dadurch locker, selbstbewusst oder dominant wirken. In einer formellen Situation kann dieselbe Haltung aber auch lässig oder unangebracht erscheinen. Auf das Gesamtbild achten