Smart Glasses von Samsung und Google starten zunächst außerhalb der EU
Auf der Galaxy Unpacked in London präsentiert Samsung zwei neue Designs seiner kommenden Smart Glasses und bestätigt technische Details zu den Geräten. Ein konkretes Startdatum sowie Preise nennen Samsung und Google weiterhin nicht, Samsung sagt jedoch, dass die USA und Großbritannien im Herbst zu den Startregionen gehören, während die EU zunächst außen vor bleibt. Das Unternehmen äußert sich nicht zu den Gründen. Denkbar ist, dass die Datenschutz- und KI-Vorgaben der Europäischen Union eine Rolle spielen. Weiterlesen nach der Anzeige Die beiden neuen Designs entstanden in Zusammenarbeit mit den offiziellen Brillenpartnern Gentle Monster und Warby Parker und ergänzen jene beiden, die Google bereits im Mai präsentierte. Damit sind bislang vier unterschiedliche Designs bekannt, die bis im Herbst zu „vollständigen Kollektionen“ anwachsen sollen. An der Auswahl soll es nicht mangeln: Samsung bestätigt auf der Galaxy Unpacked, dass die Smart Glasses in verschiedenen Stilen, Farben und Glasvarianten erhältlich sein werden, um unterschiedliche Vorlieben und Lifestyles abzudecken. Technik: Alter Chipsatz, lange Akkulaufzeit Bei der Technik gibt es keine großen Unterschiede zu Metas KI-Brillen: Beide Produkte verfügen über eine Kamera, Lautsprecher und Mikrofone. Samsung bestätigte auf der Galaxy Unpacked erstmals, dass der Snapdragon AR1 Gen 1 zum Einsatz kommt, also derselbe knapp drei Jahre alte Chipsatz, der auch in allen Meta-Brillen steckt. Technische Sprünge sind daher nicht zu erwarten. Auch zur Akkulaufzeit gibt es erstmals offizielle Angaben: Sie soll bei gemischter Nutzung neun Stunden betragen, während das Ladecase Energie für bis zu sieben weitere vollständige Ladungen bietet. Damit liegt Samsung nur geringfügig über der Akkuleistung der aktuellen Ray-Ban-Meta-Brillen. Neu ist auch die Information, dass sich die Smart Glasses per Gestensteuerung bedienen lassen. Dafür benötigen Nutzer allerdings eine Samsung Galaxy Watch 9. Neben Bedienung und Akkulaufzeit kam Samsung auch auf das sensible Thema des Datenschutz zu sprechen. Wie bei Metas Smart Glasses signalisiert eine LED der Umgebung, dass die Kamera aufnimmt. Ein zusätzlicher Sensor soll zudem sicherstellen, dass Aufnahmen nur möglich sind, solange die Brille im Gesicht getragen wird. Samsungs Trumpf: Integration ins Galaxy-Ökosystem Weiterlesen nach der Anzeige In einem wichtigen Punkt dürften sich die Smart Glasses von den Produkten des Marktführers Meta unterscheiden: Mit Unterstützung von Samsung und Google werden sie wohl deutlich tiefer und besser in das Android-Ökosystem und in Galaxy-Produkte integriert und damit bequemer zu nutzen sein. „Wir sind die erste globale Smartphone-Marke, die Smart Glasses auf den Markt bringt. Diesen Vorteil sollten wir natürlich nutzen“, sagte Samsung bei einer Presseveranstaltung, wohl auch mit Blick auf Apple, dessen Smart Glasses aktuellen Berichten zufolge frühestens Ende 2027 erscheinen werden. Samsungs Smart Glasses sollen grundsätzlich auch mit iOS funktionieren, sind jedoch für kompatible Galaxy-Smartphones optimiert. Dort sollen sie zusätzliche oder erweiterte Funktionen bieten und dank „Split Computing“ bestimmte Speicher- sowie Rechenaufgaben auf das Smartphone auslagern können. Zu den KI-Funktionen, die Besitzern eines Galaxy-Smartphones vorbehalten sein werden, gehören das Zusammenfassen langer Textnachrichten, das Vorlesen wichtiger Informationen und Live-Übersetzungen. Daneben unterstützen die Smart Glasses weitere Funktionen: Sie können auf Aufforderung erfassen, was Nutzer sehen und relevante Informationen in Samsung Notes speichern. Zudem sollen sie bei Navigation und Orientierung helfen, Informationen über mehrere Aufgaben hinweg verknüpfen und während eines Anrufs das aktuelle Sichtfeld live übertragen oder aufzeichnen können. Für Samsung bleibt das Smartphone jedoch das Herzstück des Galaxy-Ökosystems. „Unser Ziel ist es nicht, das Smartphone zu ersetzen. Vielmehr wollen wir KI-Brillen entwickeln, die den Menschen helfen, ihr Smartphone seltener zu nutzen und zugleich mehr aus ihm herauszuholen“, sagt das Unternehmen. Zu Smart-Glasses-Modellen mit integrierten Displays gibt es keine Neuigkeiten. Im Mai hieß es, dass diese erst nächstes Jahr kommen.