Smart Meter: Bundesnetzagentur fordert mehr Tempo beim Zählerwechsel
Behörde fordert Tempo
Fast ganz Europa hat ihn längst – nur Deutschland nicht
Von Jennifer Buchholz
22.09.2026 - 11:01 UhrLesedauer: 1 Min.
Deutschland tauscht seine alten Stromzähler nur in schleppendem Tempo gegen Smart Meter aus. Im EU-Vergleich liegt die Bundesrepublik damit weit zurück.
In vielen Bereichen hinkt Deutschland hinterher. So auch beim Austausch alter Stromzähler gegen intelligente Stromzähler (Smart Meter). Laut der Bundesnetzagentur (BNetzA) sind erst 5,9 Prozent der insgesamt 54,1 Millionen Messstellen mit einem Smart Meter ausgestattet. In anderen EU-Ländern ist die allgemeine Einbauquote deutlich höher. Unter anderem in Dänemark, Finnland, Italien, Luxemburg, Portugal, Schweden, Estland, Lettland, Slowenien und Spanien liegt sie sogar bei 99 Prozent.
Was ist ein Smart Meter?
Ein Smart Meter ist eine digitale Messeinrichtung, die den Stromverbrauch ermittelt und die Daten an den Netzbetreiber sendet. Manuelles Ablesen wird damit unnötig.
Smart-Meter-Rollout: Das plant Deutschland
Unterschied zwischen intelligenten Stromzählern und modernen Messeinrichtungen
Im Gegensatz zu modernen Messeinrichtungen sind Smart Meter mit einer kommunikativen Anbindung ausgestattet. Dadurch können sie die gesammelten Daten direkt an den Messstellenbetreiber senden.
Die 5,9-Prozent-Quote bezieht sich jedoch auf alle Messstellen/Messlokationen und somit nicht nur auf die Pflichtfälle. Diese erreichen eine Einbauquote von 26,1 Prozent. Pflichtfälle sind Kunden mit einem besonders hohen Stromverbrauch, einer Wärmepumpe oder einer Wallbox. Bei ihnen sind die Messstellenbetreiber dazu verpflichtet, ihren Stromzähler gegen einen Smart Meter mit Steuerbox auszutauschen. Bis 2032 soll bei diesen Messstellen eine Einbauquote von 90 Prozent erreicht werden. Auf alle Messstellen in Deutschland umgerechnet entspricht das einer Gesamteinbauquote von 40 bis 44 Prozent.
"Nach Eröffnung von Aufsichtsverfahren sehen wir nun, dass es bundesweit mit dem Rollout vorangeht", kommentiert Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Er betont jedoch, dass der Rollout an Fahrt aufnehmen muss. Zum einen, damit die intelligenten Messsysteme ihre Funktion erfüllen – Daten erfassen und übermitteln –, zum anderen, um die Energiewende unterstützen können.
Verwendete Quellen
bundesnetzagentur.de: "Roll-out intelligenter Messsysteme"
bundesnetzagentur.de: "Bundesnetzagentur veröffentlicht halbjährliche Erhebung im Messwesen"
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