Smart Meter Light: Branche hat Plan, Regierung prüft noch Optionen
Der aktuelle Stand
Smart Meter Light: Branche drängt auf Entscheidung
Von Jennifer Buchholz
26.08.2026 - 16:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Aus der Energiewirtschaft kommen klare Vorschläge für den Smart Meter Light. Die Technik sei weitgehend vorhanden. Im Ministerium werden indes noch Optionen geprüft.
Die aktuelle Regierung hatte Anfang Juli die Einführung eines neuen Smart Meter Light angekündigt. Dieser intelligente Stromzähler soll eine abgespeckte Version des bereits etablierten Smart Meters sein. Allerdings soll die Light-Version im Gegensatz zur Vollversion lediglich den Stromverbrauch messen und die gesammelten Informationen unter anderem an den Energieversorger weiterleiten können. Eine Fernsteuerung durch den Netzbetreiber, wie es bei der Vollversion der Fall ist, ist bislang nicht vorgesehen. Was der Smart Meter Light darüber hinaus noch können soll oder muss, steht noch immer nicht fest.
Das zeigt eine aktuelle Anfrage der Grünen-Bundesfraktion an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE), die dem "Tagesspiegel Background" vorliegt. Das BMWE verweist in seiner Antwort auf die Energiewirtschaft. Dort fehle es an einem einheitlichen Verständnis darüber, welche Funktionen ein Smart Meter Light haben solle und welche nicht. Es werden "verschiedene Optionen geprüft", zitiert der "Tagesspiegel Background" aus der Rückmeldung.
Bestehende Hardware reicht aus
Dass es bisher noch keine konkreten Pläne seitens der Regierung gibt, stößt bei der Smart-Meter-Initiative (SMI), gegründet von den vier Energieanbietern Tibber, Octopus Energy, Rabot Energy und Ostrom, auf Unverständnis: "In der Branche kristallisiert sich gerade ein gemeinsames Verständnis heraus", erklärt die SMI t-online. "Ein Smart Meter Light besteht im Kern aus einem herkömmlichen Basiszähler, ergänzt um ein Kommunikationsmodul und eine geeichte Uhr – alles Komponenten, die es heute schon am Markt gibt." Aus diesem Grund könne ein Smart Meter Light zu großen Teilen auf bereits existierender Hardware-, Kommunikations- und Prozessinfrastruktur aufbauen. "Aus unserer Sicht ist die technische Umsetzung damit einfach", so die klare Stellungnahme.
Experten warnen vor Smart-Meter-Problemen
Kurz nachdem bekannt wurde, dass ein Smart Meter Light eingeführt werden soll, hatten sich bereits zahlreiche Experten und Verbände dazu geäußert. Unter anderem haben sie erklärt, welche Anforderungen ein Smart Meter Light erfüllen und welche Funktionen er haben muss. In diesem Kontext zeigten sie auch die Probleme auf, die mit einem Smart-Meter-Light-Rollout einhergehen könnten.
Das sind die Top-Fragen des Tages:
Auch die SMI hatte ein Konzept vorgestellt, in dem sie darlegt, welche technischen Anforderungen bei der Umsetzung ihrer Einschätzung nach dringend beachtet werden sollten. Damit der Smart Meter Light wirtschaftlich ist, sollte die Messstellengebühr für ihn maximal 40 Euro im Jahr betragen. Um das zu erreichen, könne etwa die Datensicherheit abgeschwächt werden. Dies könne laut SMI gelingen, wenn die Geräte nicht mehr durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werden müssen. Stattdessen könne es ein abgestuftes Schutzniveau geben. Ein weiterer Vorschlag der Initiative lautet, dass ein Smart Meter Light nachträglich mit einem Smart Meter Gateway ausgestattet werden kann, also mit einer Kommunikationseinheit, über die der Netzbetreiber den Stromzähler fernsteuern kann.
Statt der Einführung einer neuen, abgespeckten Version des Smart Meters könnte man laut der Initiative auch die bestehenden digitalen Stromzähler mit einem zusätzlichen Ablesegerät ergänzen, das die Datenübertragung übernimmt.