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Smartphone eines Fuldaers „überlebt“ Absturz aus 1500 Metern

Technologie

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„Hat der sich ausgedacht“: Smartphone eines Fuldaers übersteht Absturz aus 1500 Metern

Von: Max Wenisch

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Aus dem Flugzeug gefallen und trotzdem wieder im Briefkasten gelandet: Das iPhone des Fuldaers Markus Kreß hat eine außergewöhnliche Reise hinter sich. Dass er es völlig unversehrt zurückbekam, verdankt er einer hartnäckigen Suche.

Fulda/Millstatt – „Es gibt Geschichten, bei denen jeder, der sie hört, denkt: ‚Das hat der sich bestimmt ausgedacht‘“, schickt Markus Kreß (56) aus Fulda voraus, bevor er anfängt, zu erzählen, was er selbst erlebt hat. Wie in jedem Sommer unternahm Hobby-Flieger Kreß mit seinen Vereinskameraden vom Aero-Club Bad Nauheim einen einwöchigen Fliegerausflug, der sie mit kleinen Sportflugzeugen über Deutschland und Österreich bis ins slowenische Bled führte.

„Auf dem Rückweg nach Deutschland sind wir über den Bleder See und die Karavanken nach Kärnten geflogen“, erinnert sich Kreß, der aus dem Fuldaer Stadtteil Zirkenbach kommt und im Verkauf beim Autohaus Kunzmann arbeitet.

Smartphone eines Fuldaers „überlebt“ Absturz aus 1500 Metern

Da er und ein Vereinskollege in einer moderneren Maschine unterwegs waren, starteten die beiden einige Zeit nach den anderen Vereinsmitgliedern. Am Millstätter See hatten die beiden das vorausfliegende Duo in einem alten Doppeldecker – Baujahr 1937 – eingeholt. „Wir haben dann die Geschwindigkeit gedrosselt, weil wir ein paar Fotos und Videos vom Doppeldecker in der Luft machen wollten“, erläutert Kreß.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die beiden Maschinen 1500 Meter über dem Millstätter See. „Durch die Plexiglashaube über dem Cockpit gab es auf den Videos einige Spiegelungen. Um die Bilder zu optimieren, habe ich also die Lüftungsscheibe in der Haube aufgemacht und weitergefilmt. Bei 250 Kilometern pro Stunde hat die Zugluft dann das Handy erfasst und mit sich aus dem Fenster gezogen“, beschreibt der 56-Jährige seinen Faux-Pas.

Er sieht noch, wie das iPhone 16 Pro durch die Luft wirbelt und aus dem Blickfeld verschwindet. „Mein erster Gedanke war: ‚Das Ding siehst du nie wieder‘. Ich dachte, entweder ist es in den See gefallen oder irgendwo auf den Boden gekracht“, blickt Kreß zurück. Besonders ärgerlich für den 56-Jährigen war in diesem Moment, dass auf dem Smartphone sämtliche Bankkarten und Passwörter abgelegt sind, die nun alle gesperrt werden müssten.

Smartphone landet in Gebüsch – Ortungsfunktion hilft bei der Suche

„Außerdem bin ich Diabetiker und habe einen Chip im Arm, über den ich mit dem Handy meinen Blutzuckerspiegel überwache“, ergänzte der Fuldaer. Erschwerend kam hinzu, dass sich in unmittelbarer Nähe keine Landemöglichkeit ergeben hätte. „Als nächsten Stopp hatten wir Zell am See geplant, mit dem Flugzeug locker zu erreichen, mit dem Auto leider dreieinhalb Stunden einfache Fahrt entfernt“, erklärt Kreß.

Besonders dankbar ist der Hobby-Pilot bis heute seinem Mitflieger, der sich mit dem Verlust des Handys nicht abfinden wollte. „Mit nahezu kriminalistischer Akribie wollte er jede Möglichkeit ausschöpfen, bis bewiesen ist, dass das Gerät tatsächlich kaputt ist“, erinnert sich der Zirkenbacher. Auf Drängen seines Kumpels loggte sich Kreß also in die iCloud ein – mit dem dritten und letzten Versuch, erzählt Kreß: „Ich weiß nicht wie, aber plötzlich habe ich mich an das ältestmögliche Passwort erinnert. Die iCloud habe ich schon seit 20 Jahren, habe sie aber nie benutzt.“

Zunächst tauchten bei der Such-Funktion „Wo ist?“ zwei Geräte auf, das Dienst-iPhone und das Dienst-iPad – beide im sicheren Fulda liegend. „Ein oder zwei Minuten später tauchte dann ein drittes Signal auf, sogar mit einer Adresse: ‚Obermillstatt 129‘. Das war knapp daneben. Am Ende war es ‚Obermillstatt 130‘“, erinnert sich Kreß.

In Zell am See angekommen, schilderten Kreß und sein Kumpel den Fluglotsen die Situation, die die Angelegenheit so kurios fanden, dass sie ihre Hilfe anboten. Anhand der Karte in „Wo ist?“ und unter Mithilfe von Google Maps und einiger alter Telefonbücher fanden die Fluglotsen tatsächlich die Telefonnummer der Anwohnerin.

Verlorenes iPhone kommt mit 47 Prozent Restakku bei Besitzer an

„Ans Telefon ging eine alte Dame. Ich werde nie den ersten Satz vergessen, den ich zu ihr gesagt habe: ‚Mein Name ist Markus Kreß, legen Sie bitte nicht auf. Mir ist mein Handy aus dem Flugzeug gefallen und auf ihrem Grundstück gelandet‘“, berichtet der 56‑Jährige. Glücklicherweise hatte die Seniorin am Vormittag, die über ihr fliegenden Maschinen gehört und glaubte dem Zirkenbacher.

„Eineinhalb Stunden später kam dann das Foto auf dem Handy meines Kumpels an, auf dem mein Handy mitten auf einer Wiese zu sehen war. Wir konnten es alle nicht fassen. Bis heute ist ‚unglaublich‘ das Wort, das am häufigsten fällt, wenn ich jemandem von dem Vorfall erzähle“, berichtet Kreß. Das Gerät war völlig unversehrt und lag unter einem Baum im hohen Gras. Inzwischen hat der Fuldaer sein Smartphone zurück. „Die Anwohnerin hat das Gerät per Post zurückgeschickt, es aber nicht ausgeschaltet. So konnte ich das Handy bis in meinen Briefkasten verfolgen. Es hatte schließlich noch 47 Prozent Akkuladung“, endet Kreß.

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