DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,60 % 53.407,54 Pkt 18:26:45 S&P 500 -1,02 % 7.706,00 Pkt 18:26:45 Nasdaq -1,39 % 26.357,10 Pkt 18:26:44 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,10 % 4.422,00 USD 18:16:44 Silber -3,09 % 64,08 USD 18:16:44 Brent +0,72 % 91,52 USD 18:16:37 WTI -0,04 % 84,47 USD 18:16:39 Bitcoin +0,27 % 64.683,39 USD 18:26:37 EUR/USD +0,11 % 1,15870 USD 18:25:55 EUR/GBP +0,08 % 0,85510 GBP 18:26:44 EUR/CHF -0,06 % 0,93990 CHF 18:26:42 EUR/JPY +0,30 % 184,834 JPY 18:26:44

Smartwatch-Fehlalarm löst große Suchaktion nach Flugzeug aus

Technologie

Anfang der Woche, gegen 11 Uhr: Über den Allgäuer Bergen kreisen vier Hubschrauber. Im Trettachtal, südlich von Oberstdorf, suchen Einsatzkräfte nach einem möglichen Flugzeugwrack. Die Vermutung: Im steilen, felsdurchsetzten Sperrbachtobel unterhalb der Kemptener Hütte könnte ein Kleinflugzeug abgestürzt sein. Es soll Verletzte geben, möglicherweise sind Menschen eingeklemmt. Polizei, Feuerwehr, THW und Bergwacht rücken aus. Einsatzkräfte besprechen die Lage, Hubschrauber fliegen das unwegsame Gelände ab. Es regnet immer wieder. Doch von einem Flugzeug fehlt jede Spur. Nach mehreren Stunden ist klar: Es gibt kein abgestürztes Flugzeug. Der Notruf war ein Fehlalarm – ausgelöst offenbar von der Smartwatch eines Wanderers. Smarte Uhr löst Alarm nach Sturz automatisch aus Die Uhr verfügt über eine automatische Sturzerkennung. Registriert sie einen möglichen Sturz, fragt sie den Träger, ob er einen Notruf absetzen möchte. Reagiert er nicht innerhalb weniger Sekunden, kann die Uhr den Notruf selbstständig auslösen und die Standortdaten übermitteln. Genau das scheint in diesem Fall passiert zu sein. Der Wanderer selbst bekommt davon nichts mit. Sein Handy ist zunächst nicht erreichbar. Über Umwege finden die Einsatzkräfte heraus, dass der Mann auf dem Weg zur Kemptener Hütte ist. Dort erreicht ihn schließlich die Alpinpolizei. "Wir haben mit ihm telefoniert. Er hat gar nicht mitbekommen, dass er einen Notruf über seine Smartwatch abgesetzt hat", sagt Florian Veit von der Alpinpolizei Sonthofen. Dem Wanderer geht es gut. Warum gehen die Rettungskräfte von einem Flugzeugabsturz aus? Doch wie wird aus einer automatischen Sturzmeldung die Information über ein abgestürztes Kleinflugzeug? Das ist bislang nicht abschließend geklärt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ging die Meldung offenbar zunächst bei einer Notrufzentrale in Wien ein. Möglicherweise war die Uhr wegen der Grenznähe im österreichischen Handynetz eingebucht. Eine Smartwatch übermittelt allerdings keine Unfallursache. Experten gehen deshalb davon aus, dass irgendwo in der Kette ein Mensch Daten fehlinterpretiert hat. Wanderer muss wahrscheinlich nicht für den Einsatz zahlen Für den Wanderer könnte der Einsatz ohne Rechnung bleiben. "Das bleibt halt an den Organisationen hängen, weil bewusst hat das keiner gemacht", sagt Polizist Florian Veit. Ob und in welcher Form Kosten geltend gemacht werden, werde noch geprüft. Wenn keine böswillige Absicht nachweisbar ist, müssen automatisch abgesetzte Fehlalarme in der Regel nicht vom Verursacher bezahlt werden. Automatische Alarme trotzdem sinnvoll Trotz solcher Fehlalarme sehen die Einsatzkräfte einen klaren Nutzen in automatisierten Notrufen. Das Bayerische Rote Kreuz spricht insbesondere bei den sogenannten eCalls in Fahrzeugen von einem wichtigen Instrument, das Leben retten kann. Wie häufig es zu Fehlalarmen kommt, zeigt beispielhaft ein Blick auf die Zahlen der Integrierten Leitstelle Hochfranken: Dort wurden im vergangenen Jahr rund 135.000 Einsätze registriert, darunter 338 eCall-Fehlalarme. Das entspricht rund 0,25 Prozent. "Solche Fehlalarme passieren äußerst selten und deshalb wollen wir auch nicht, dass solche Einsätze in Rechnung gestellt werden", sagt BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi. Der Nutzen der automatisierten Systeme überwiege deutlich die Zahl der Fehlalarme. Im Fall der Fälle Irrtum aufklären Viel häufiger sind dem BRK zufolge versehentlich ausgelöste Notrufe – etwa aus der Hosentasche oder durch Kinder, die mit einem Smartphone spielen. Für alle Fehlalarme gelte deshalb: Nicht einfach auflegen, sondern mit der Leitstelle sprechen und den Irrtum aufklären. Denn bleibt ein Rückruf der Leitstelle unbeantwortet, müssen die Einsatzkräfte im Zweifel davon ausgehen, dass tatsächlich ein Notfall vorliegt – und Retter losschicken.

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