Smartwatches beim Sport: Kalorienverbrauch liegt oft 15 bis 25 Prozent daneben
Smartwatches verschätzen sich beim Kalorienverbrauch um 15 bis 25 Prozent
Je nach Smartwatch lagen die Fehler beim Kalorienverbrauch typischerweise in einer Größenordnung von 15 bis 25 Prozent. Einzelne Messungen wichen noch deutlich stärker vom tatsächlichen Energieverbrauch ab. Zeigt eine Fitnessuhr beispielsweise 500 verbrannte Kilokalorien an, sollte man diesen Wert deshalb nicht als exakte Angabe verstehen.
Bei einer Uhr kam es wiederholt zu technischen Problemen. Teilweise zeigte das Gerät für ein gesamtes Training nur eine Kilokalorie an oder lieferte gar keinen Wert. Die fehlerhaften Daten wurden deshalb aus der Auswertung entfernt.
So wurde die Genauigkeit der Smartwatches getestet
Forschende der Florida International University testeten vier verschiedene Smartwatches bei 58 Erwachsenen. Die Teilnehmer absolvierten auf einem Liegefahrrad ein kontrolliertes Training mit abwechselnd mittlerer und hoher Intensität. Gleichzeitig ermittelte ein medizinisches Messgerät ihren tatsächlichen Energieverbrauch.
Mehr Körperfett, ungenauere Kalorienwerte
Mit zunehmendem Körperfettanteil wurden die Kalorienschätzungen ungenauer. Warum das so ist, können die Forscher bislang nicht erklären. Studienleiter Jason Kostrna vermutet, dass die Algorithmen eine Rolle spielen könnten, mit denen die Geräte den Energieverbrauch berechnen.
Gerade beim Abnehmen können solche Abweichungen relevant sein. „Man kann die angezeigte Zahl der verbrannten Kalorien nicht als genauen Wert betrachten, denn das ist sie nicht“, erklärte Kostrna. Wer einen zu hoch angegebenen Kalorienverbrauch beim Essen wieder einplant, kann dadurch mehr Energie aufnehmen als gedacht.
Auf diese Smartwatch-Werte ist eher Verlass
Die Forscher empfehlen, den angezeigten Kalorienverbrauch vorsichtig zu interpretieren und im Zweifel niedriger anzusetzen. Als Orientierung beim Training eignen sich Angaben zur Herzfrequenz und zur Trainingszeit in verschiedenen Pulsbereichen besser. Sinnvoller als einzelne Tageswerte ist es zudem, die persönliche Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu beobachten.