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Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6: Extreme ist bei Qualcomm die Steigerung von Elite

Technologie

Qualcomm startet mit einer Doppelspitze in die neue Smartphone-Saison. Der Snapdragon 8 Elite Gen 6 ist der Nachfolger des letztjährigen Gen 5, während der Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 darüber hinaus gehen soll. Er erweitert die KI-Fähigkeiten, die Grafikleistung und die Videosektion. Beide werden in 2 nm gefertigt.

Nach Elite kommt Extreme

Was ist in der IT-Welt die Steigerungsform von Elite? Richtig: Extreme. Analog zum Snapdragon X2 Elite Extreme für PC-Systeme legt Qualcomm jetzt auch für das Smartphone-Segment einen Chip noch oberhalb des Elite auf. Das Unternehmen versichert aber: Der Snapdragon 8 Elite Gen 6 sei der Nachfolger des Snapdragon 8 Elite Gen 5, mit dem Extreme wolle man aber zeigen, dass noch mehr geht und den OEMs eine größere Auswahl geben. Ein High-End-Chip war deshalb dieses Jahr nicht ausreichend.

As the agentic AI age evolves, our multi-flagship strategy allows us to push the boundaries of what's possible for mobile while bringing our latest AI innovations to a broader range of premium devices. By designing two innovative platforms, we're giving OEMs greater choice as we collectively shape the capabilities of the next generation of intelligent, personalized, mobile experiences.

Chris Patrick, SVP and GM of Mobile Handsets, Qualcomm Technologies, Inc.

Dass damit aber durchaus eine Art von Upselling betrieben wird, wenn man als Smartphone-Anbieter wirklich alle Features haben möchte, und die Chips damit am oberen Ende der Leistungsskala abermals teurer werden dürften, steht hingegen kaum zur Debatte. Unlängst ist bekannt, dass im Markt eine „Premiumisierung“ stattfindet, um stetig noch höher ausgestattete Ultra-Flaggschiffe zu ermöglichen. Über dem Flaggschiff gibt es bei Qualcomm jetzt eben noch das wahre Extreme-Flaggschiff.

Das dritte SoC mit Oryon-CPU-Architektur

Der Snapdragon 8 Elite (Extreme) Gen 6 ist das bereits sechste „Gen“-Modell unter den Smartphone-Prozessoren von Qualcomm. Er folgt im Doppelpack auf die letztjährige Wiedereinführung der Gen-Bezeichnung, nachdem es einen Gen 4 nie gegeben hatte. Der Gen 4 war stattdessen einfach nur der Snapdragon 8 Elite, mit dem die von Qualcomm und dem zugekauften Nuvia-Team entwickelten Oryon-Kerne erstmals auch bei den Smartphone-SoCs zum Einsatz kamen. Das Nuvia-Team ist zwischenzeitlich weitergezogen, die Custom-Arm-Kerne sind aber in jetzt vierter Generation geblieben.

Honor, Motorola, Oppo, Vivo, Xiaomi und mehr sind dabei

Zusagen für beide Ankündigungen hat Qualcomm direkt zum Snapdragon Summit 2026 vorliegen. Auf den Snapdragon 8 Elite (Extreme) Gen 6 wollen demnach Honor, iQOO, Motorola, Nubia, OnePlus, Oppo, Redmi, RedMagic, Vivo, Xiaomi und ZTE setzen. Wer fehlt in erster Linie? Richtig: Samsung. Der größten Qualcomm-Abnehmer lässt entsprechende Ankündigungen üblicherweise näher zum Launch über die eigenen Kanäle folgen. Beide Varianten des Chips sieht Qualcomm als Antwort auf die Anforderungen im agentischen KI-Zeitalter, wie es das Unternehmen ausdrückt.

Fertigung in „advanced 2nm process node“

Doch bevor es um die Unterschiede geht, gibt es auch sehr viele Bereiche, in denen sich die Chips gleich sind. Das fängt bei der Fertigung an, wo es entgegen erster Gerüchte keine Unterscheidung in 2 nm für den Extreme und 3 nm für den Elite gibt. Beide Gen 6 setzen auf einen „advanced 2nm process node“, was für N2P von TSMC spricht. Auf N2P setzt auch MediaTek, während zum Beispiel Apple auf den früher fertig gewordenen N2-Prozess vertraut. N2P nutzt dieselben Designregeln, liefert aber bis zu 5 Prozent mehr Leistung oder eine entsprechend höhere Energieeffizienz bei gleicher Leistung.

Offset Package-on-Package

Mit einem versetzten (Offset) Packaging-Verfahren will Qualcomm die Temperaturen besser unter Kontrolle halten, indem der DRAM zur Seite geschoben und somit nicht mehr direkt auf dem Compute-Die sitzt. Der Arbeitsspeicher soll damit vor allem von Bereichen wie CPU und GPU, die am heißesten werden, fern gehalten werden.

Snapdragon 8 Elite (Extreme) Gen 6 geht auf 5 GHz

Mit dem neuen Prozess gehen neuen Optionen der Leistungs­steigerung mittels Takt einher. Qualcomm hatte schon im Vorfeld des Summits angekündigt, beim Snapdragon 8 Elite (Extreme) Gen 6 für die zwei Prime-Kerne erstmals auf 5,0 GHz zu gehen. Heute ist darüber hinaus bekannt, dass die sechs weiteren Performance-Kerne mit bis zu 4,0 GHz laufen. Beide Eigenschaften gelten sowohl für den Extreme als auch für den Elite.

Liste der am höchsten getakteten Smartphone-Chips

IPC tritt auf der Stelle

Der Spitzentakt der beiden Prime-Cores fällt demnach rund 8,5 Prozent höher als beim letztjährigen Snapdragon 8 Elite Gen 5 aus. Qualcomm beziffert das CPU-Leistungsplus des Snapdragon 8 Elite Gen 6 mit 10 Prozent und das des Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 mit 13 Prozent – obwohl dieselben Taktraten anliegen und zum Summit bislang keine anderweitigen CPU-Unterschiede erkennbar sind. Dessen ungeachtet fallen auch bei Qualcomm die IPC-Zugewinne eher kleiner aus, nachdem sich zuletzt schon der Apple A20 Pro über seinen sehr hohen Takt von 4,93 GHz und weniger die Mikroarchitektur auszeichnete. Die neue Oryon-CPU sei anwendungsspezifisch zudem bis zu 37 Prozent effizienter, sagt Qualcomm.

Oryon FlexCache für alle CPU-Kerne

Für die CPU hat Qualcomm bei den zwei Neuzugängen ein alternatives Cache-Konzept gewählt. Das Unternehmen beschreibt es als „Oryon FlexCache“ und beziffert diesen Cache mit 16 MB. Nachdem bei den vorherigen Generationen noch 12 MB L2-Cache exklusiv für die zwei Prime- und weitere 12 MB L2-Cache exklusiv für die sechs Performance-Kerne zum Einsatz kamen, steht nun ein Pool von 16 MB allen Kernen zur Verfügung, sodass ein einzelner Core dieses Mal auf mehr als 12 MB zugreifen kann, auch wenn die Größe insgesamt reduziert wurde. Das soll das Überlaufen in den weniger effizienten DRAM reduzieren. Darüber hinaus steht erstmals ein gemeinsamer Pool für unterschiedliche Arten von Kernen zur Verfügung.

Qualcomm verfolgt mit den neuen Chips die Strategie, möglichst viele Daten nahe des SoCs und der CPU zu halten, um DRAM-Zugriffe und generell den DRAM-Bedarf in Zeiten des RAMageddon zu reduzieren. Flaggschiff-Smartphones sind ungeachtet dessen aber auch im nächsten Jahr weiterhin mit mindestens 12 GB oder gar 16 GB RAM zu erwarten.

LPDDR6 und UFS 5.0

Beide SoCs unterstützen weiterhin LPDDR5X-10600, können aber auch bereits mit LPDDR6-10600 umgehen. Darüber hinaus hält Support für neuen Universal Flash Storage 5.0 (UFS 5.0), der die NAND-Bruttodatenrate im Smartphone abermals verdoppelt. Gegenüber UFS 4.0 liegt die maximale sequenzielle Übertragungsrate pro Lane bei 46,4 statt 23,2 Gbit/s.

Hexagon-NPU mit Element-Beschleuniger

„Agentic AI lebe auf der mobilen CPU“, erklärte Qualcomm außerdem. Das entspricht vom Ansatz her der aktuellen Vorgehensweise von Arm, die agentische KI auch zuerst auf der CPU und den dedizierten SME2-Einheiten im CPU-Cluster sehen, bevor IP-Blöcke wie NPU und GPU aktiviert werden. Auch Qualcomm setzt auf SME-Einheiten, wie dem Hinweis auf „Oryon CPU with hardware-based AI acceleration“ im Datenblatt der neuen Chipsätze zu entnehmen ist.

KI findet aber nicht nur auf der CPU statt, vor allem nicht bei Qualcomm, die mit der Hexagon-NPU seit vielen Jahren einen immer leistungsfähigeren dedizierten Beschleuniger entwickeln. Für den Snapdragon 8 Elite Gen 6 und Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 ist die Neuerung dieses Jahr ein sogenannter „Element Accelerator“, mit dem das Unternehmen diejenigen Workloads beschleunigen will, die heutzutage und künftig bei großen Sprachmodellen anfallen, um KI-Agenten das schnellere Antworten und – wichtig auf einem Smartphone – das effizientere Reasoning zu ermöglichen.

Recheneinheit für elementweise Operationen

Bei dem Element-Beschleuniger handelt es sich um eine spezialisierte Recheneinheit für sogenannte elementweise Operationen, bei denen einzelne Werte eines Tensors unabhängig voneinander verarbeitet werden. Er ergänzt die Scalar- und Vector-Einheiten: Während Scalar-Einheiten einzelne Werte und Steuerungs­aufgaben bearbeiten und Vector-Einheiten viele Werte parallel verarbeiten, ist der Element Accelerator darauf ausgelegt, häufige Operationen wie Addition, Multiplikation, Vergleiche oder Aktivierungs­funktionen deutlich effizienter auszuführen. Dadurch müssen solche Arbeits­schritte nicht über die allgemeinen Recheneinheiten laufen und die NPU kann neuronale Netze insgesamt effizienter verarbeiten.

50 Prozent mehr NPU-Speicher für den Extreme

Darüber hinaus stattet Qualcomm die NPU des Extreme mit einem 50 Prozent größeren dedizierten Speicher aus – die exakte Größe legt Qualcomm nicht offen. Diese Maßnahme soll dafür sorgen, dass wichtige Daten eines KI-Modells – etwa der aktuelle Modell­zustand, der Gesprächs­kontext und der KV-Cache – möglichst nah an den Recheneinheiten der NPU vorgehalten werden. Dadurch muss die NPU seltener auf den langsameren und weniger effizienten DRAM zugreifen und kann Daten schneller verarbeiten.

Das ist besonders für KI-Agenten wichtig, die zwischen verschie­denen Aufgaben und Werkzeugen wechseln, Informationen zwischen­speichern, ihre Antworten überarbeiten oder mehrstufige Pläne ausführen. Ein größerer eigener Speicher ermöglicht größere Kontextfenster, eine schnellere Generierung von Tokens und geringere Wartezeiten bei komplexen Agenten-Aufgaben.

Qualcomm hält mit der nächsten NPU an der breiten Abdeckung unterschiedlicher Präzision fest. Die NPU kann erneut mit INT2, INT4, INT8, INT16, FP8 und FP16 umgehen. Speziell für INT4-Modelle hebt Qualcomm den um 50 Prozent gesteigerten Prefill hervor. Prefill ist bei einem KI-Modell die erste Verarbeitungs­phase, in der die bereits vorhandene Eingabe – zum Beispiel eine gesamte Frage oder ein Gesprächs­kontext – auf einmal verarbeitet wird, bevor das Modell mit der Antwort­generierung beginnt.

Vorbereitet für Mixture-of-Experts-Modelle

Vorbereitet auf eine neue Generation von KI-Modellen sieht Qualcomm aufgrund des größeren Speichers aber nur das Extreme-Modell. Die Rede ist von den sogenannten Mixture-of-Experts-Modelle (MoE). Bei diesen muss nicht das gesamte Modell mit allen Parametern bei jeder Anfrage aktiv sein. So kann beispielsweise ein Modell mit 30 Milliarden Parametern insgesamt zwar über diese 30 Milliarden Parameter verfügen, doch bei der Generierung eines einzelnen Tokens sind nur etwa 3 Milliarden gezielt ausgewählte Parameter auf der NPU aktiv.

Adreno-GPU mit neuen Matrix Cores

Deutliche Unterschiede zwischen den Chips gibt es auch beim Blick auf die Adreno-GPU, wo dem Elite die „Adreno Matrix Cores“ und des Extreme und damit auch alle Features der „Adreno Neural Fusion“ fehlen. Die nächste Adreno-Generation führt unter dieser Bezeichnung ausschließlich beim Extreme eine KI-gestützte Rendering-Technologie ein, die für „AI Super Resolution“ und Frame Generation zuständig ist.

Das erinnert stark an die dedizierten Neural-Beschleuniger (NX) der jüngst vorgestellten Mali-G2-GPUs von Arm, die darüber Neural Super Sampling (NSS), Neural Frame Rate Upscaling (NFRU) und Neural Super Sampling and Denoising (NSSD) abwickeln. Bei Qualcomm liegt dafür zum Start Support von Unity und Unreal Engine vor.

Um diese Berechnungen nicht an einen externen Beschleuniger wie die NPU auszulagern zu müssen und für eine zusammenhängende Rendering-Pipeline zu sorgen, führt Qualcomm die neuen „Adreno Matrix Cores“ ein. Dabei handelt es sich um dedizierte GPU-Kerne, die fortschrittliche KI-Modelle direkt in der Grafik-Pipeline ausführen sollen.

Matrix Cores sind spezialisierte Rechen­einheiten innerhalb einer GPU, die auf die schnelle Verarbeitung von Matrix­operationen, insbesondere Matrix­multiplikationen, ausgelegt sind. Diese bilden die Grundlage vieler Berechnungen in künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen, etwa bei neuronalen Netzen und Large Language Models. Im Gegensatz zu klassischen GPU-Rechen­einheiten können Matrix Cores viele Multiplikationen und Additionen gleichzeitig ausführen und dadurch eine höhere Rechenleistung bei KI-Workloads erreichen. Häufig unterstützen sie zudem niedrigere Datenformate wie FP16, BF16, INT8 oder FP8, wodurch sich Rechenleistung und Energieeffizienz weiter steigern lassen. Details zu letzterem Aspekt liegen noch nicht vor.

Slice-Architektur mit höheren Taktraten

Bei der GPU-Architektur vertraut Qualcomm abermals auf 18 MB „Adreno High Performance Memory (HPM)“, auch hier kommt demnach ein dedizierter Speicher zum Einsatz, um DRAM-Zugriffe zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Für diesen dedizierten Speicher habe Qualcomm den Verbrauch um 12 Prozent reduziert.

Qualcomm setzt die Slice-Architektur der letztjährigen Adreno-GPU fort, bei der drei weitgehend eigenständige Rechenblöcke („Slices“) zum Einsatz kommen, die jeweils eigene Shader-/ALU-Ressourcen und weitere für die Grafik­verarbeitung benötigte Einheiten enthalten. Aufgaben können dadurch auf mehrere Slices verteilt und parallel verarbeitet werden, wodurch sich die verfügbare Rechen­leistung skalieren lässt. Gleich­zeitig können einzelne Slices bei geringer Auslastung abgeschaltet oder herunter­getaktet werden, was Energie­verbrauch und Effizienz verbessern soll. Die Slices arbeiten dabei zusammen und greifen auf die gemeinsame Speicherhierarchie der GPU zu.

GPU-Takt steigt auf 1,45 GHz

Bei der nächsten Adreno-GPU werden diese Slices mit 1,45 GHz betrieben, das sind somit 225 MHz mehr als bei der 1,2 GHz schnellen Adreno 840 des Snapdragon 8 Elite Gen 5. Qualcomm gibt das Leistungsplus mit 35 Prozent (Elite) und 44 Prozent (Extreme) gegenüber dem letzten Jahr an, die Effizienzsteigerung erreiche beim Elite und Extreme bis zu 40 Prozent.

Bildprozessor geht auf 4K240 und 8K60

Hand angelegt hat Qualcomm auch wieder beim Bildprozessor (ISP), dem das Unternehmen einen bis zu vierfachen Datendurchsatz attestiert. Dieser manifestiert sich exklusiv für den Extreme vor allem in den erweiterten Videofähigkeiten wie 4K240 und 8K60. Zuvor war beim Spectra-ISP von Qualcomm stets bei 4K120 oder 8K30 Schluss, was auch weiterhin für den neuen Elite gilt. Ob ein Smartphone mit Snapdragon 8 Elite (Extreme) Gen 6 beide Fähigkeiten letztlich auch nutzen wird, bleibt aber weiterhin dem Smartphone-Hersteller überlassen.

Qualcomm unterstützt H.266/VVC

Erstmals zieht beim Extreme darüber hinaus Support für den Codec H.266 ein. H.266/VVC (Versatile Video Coding) ist ein Videocodec, der auf eine höhere Kompressionseffizienz als die Vorgänger HEVC (H.265) und AVC (H.264) ausgelegt ist. Bei vergleichbarer Bildqualität benötigt H.266 rund 30 bis 50 Prozent weniger Datenrate als H.265, wodurch sich hochauflösende Inhalte wie 4K und 8K effizienter übertragen und speichern lassen.

Integriertes Qualcomm-X105-Modem

Einzug hält mit dem Qualcomm X105 auch wieder ein neues Mobilfunkmodem, das direkt in das SoC integriert, also nicht über einen zusätzlichen externen Chip realisiert wird.

Das X105 ist ein kleines Performance-Upgrade des X85. Qualcomm geht im Downlink von maximal 12,5 auf 14,8 Gbit/s und im Uplink von bislang maximal 3,7 auf 4,2 Gbit/s. Beides ist nur dann möglich, wenn viele Sub-6-GHz- und mmWave-Frequenz­blöcke zusammen­gelegt werden und Kapazitäten in der Zelle bestehen.

KI-Prozessor der 5. Generation

Die größeren Veränderungen für das X105 sind in anderen Bereichen zu finden. Abermals hat Qualcomm den KI-Prozessor überarbeitet und wirbt jetzt mit einer „Agentic AI“, die die Leistung in multiplen Szenarien verbessern soll. Der KI-Prozessor analysiert Funksignale in Echtzeit und optimiert mithilfe von künstlicher Intelligenz die Verbindung, indem er zum Beispiel Signalstörungen erkennt, Antennen dynamisch anpasst, die beste Frequenz auswählt und den Energieverbrauch steuert. Dadurch soll er Geschwindigkeit, Stabilität und Effizienz der Mobilfunkverbindung verbessern, besonders in schwierigen Empfangssituationen oder bei hoher Netzauslastung. Im X105 handelt es sich um die 5. Generation seit der Einführung mit dem Snapdragon X70.

Optimierungen des RF-Transceivers

Weitere Optimierungen betreffen den RF-Transceiver, der 15 Prozent kleiner baue und 30 Prozent weniger verbrauche. Qualcomm erweitert außerdem die Satelliten-Unterstützung von NB-NTN zu NR-NTN, also von Narrowband Non-Terrestrial Networks zu New Radio Non-Terrestrial Networks. Waren bislang nur schmalbandige Applikationen via Satellit möglich, bringt das New Radio, das in der Mobilfunkbranche für 5G steht, genügend Bandbreite auch für Datendienste aus dem All mit.

Standortbestimmung mit vier Frequenzen

Die Standortbestimmung via GNSS (Global Navigation Satellite System) wird für das X105 auf die vier Frequenzen L1, L2, L5 und L6 erweitert. Durch die Verwendung von mehreren Frequenzen lassen sich Störungen in der Ionosphäre besser korrigieren, Mehrwege-Effekte reduzieren und die Positionsgenauigkeit verbessern. Die GNSS-Erweiterung des X105 soll mit einem um 25 Prozent reduzierten Verbrauch einhergehen.

RF-Front-End mit LPAMIDs

Ein neues RF-Front-End geht mit dem X105 ebenfalls einher. In diesem Bereich verbaut Qualcomm unter anderem neue Power-Amplifier-Module, die das schwache Sendesignal aus dem Modem stark genug verstärken, damit es über die Antenne an die Mobilfunk­basis­station gesendet werden kann. Zum Einsatz kommen jetzt sogenannte LPAMIDs (Low Power Amplifier Module with integrated Duplexer) der Power Class 2 für Mobilfunkgeräte mit nur einer Sende-/Empfangskette im Frequency-Division-Duplex-Betrieb. Dabei darf das Gerät mit einer maximalen Ausgangsleistung von etwa 26 dBm (ca. 400 mW) senden – also stärker als Geräte der üblichen Power Class 3 (23 dBm). Das erhöht die Reichweite und verbessert die Versorgung am Rand einer Funkzelle.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Qualcomm im Vorfeld und im Rahmen einer Veranstaltung des Herstellers auf Maui unter NDA erhalten. Die Kosten für Anreise, Abreise und vier Hotelübernachtungen wurden von dem Unternehmen getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers auf die oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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