DAX +2,93 % 25.489,05 Pkt 16:05:24 MDAX +1,94 % 32.289,07 Pkt 16:05:23 Euro Stoxx 50 +0,71 % 6.325,47 Pkt 16:05:15 Dow Jones +1,25 % 52.359,56 Pkt 16:20:22 S&P 500 +0,31 % 7.431,32 Pkt 16:20:23 Nasdaq -0,46 % 25.022,27 Pkt 16:20:19 Nikkei +0,50 % 64.931,19 Pkt 08:45:03 Gold +0,19 % 4.078,50 USD 16:10:14 Silber +0,02 % 58,92 USD 16:10:23 Brent -6,73 % 90,27 USD 16:10:03 WTI -6,23 % 83,75 USD 16:10:22 Bitcoin -0,33 % 65.125,14 USD 16:20:11 EUR/USD +0,01 % 1,13780 USD 16:20:20 EUR/GBP -0,04 % 0,85430 GBP 16:20:23 EUR/CHF +0,14 % 0,93060 CHF 16:20:23 EUR/JPY -0,08 % 186,232 JPY 16:20:24

So gut ist die Neue Klasse im ADAC Autotest

Wirtschaft

Im ADAC Test kann der hochgelobte BMW iX3 die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Das hat vor allem mit dem Premium-Anspruch und mit seinem Preis zu tun. Alle Stärken und alle Schwächen der Neuen Klasse. Im Test: BMW iX3 50 xDrive mit 345 kW/469 PS Neue Generation des E-Antriebs und der Software-Architektur Basismodell ab 63.400 Euro Jetzt also endlich auch BMW. Nach Porsche, Audi und Mercedes bietet nun der letzte deutsche Premiumhersteller eine elektrische Fahrzeugplattform mit 800-Volt-Technik an. Der erste Münchner, der auf dieser neuen Bodengruppe stehen darf, ist der BMW iX3 (interne Bezeichnung: NA5). Das SUV läutet damit eine neue Ära ein. BMW verabschiedet sich nämlich nicht nur von vergleichsweise durchschnittlichen Ladezeiten auf Langstrecke, sondern zentralisiert auch die Steuerung des Fahrzeugs. Weil die neue Fahrzeugarchitektur so anders ist, holen die Münchner sogar einen Begriff aus dem Archiv, der bereits Anfang der 1960er-Jahre für Umbruch im Unternehmen stand: "Neue Klasse". Und das offenbar nicht leichtfertig. Künftig soll die Technik mit dem nächsten BMW 3er nämlich auch den tiefsten Markenkern in die elektrische Zukunft tragen. Allein daran ist schon zu erkennen, wie wichtig der iX3 und mit ihm auch die Plattform darunter für die Zukunft des Herstellers sind. Als Konkurrenz für den BMW iX3 zählt neben dem Mercedes GLC mit EQ-Technologie unter anderem der Audi Q6 e-tron, auch wenn dieser knapp eine Fahrzeugklasse höher spielt. BMW iX3: Neue Klasse bringt frisches Design Passend zum Umbruch ging die Designabteilung beim iX3 andere Wege. Riesige Doppelniere? Geschichte! Schon die Studie zur Neuen Klasse hat die Mini-Nieren angedeutet, beim Serienfahrzeug sind sie Wirklichkeit geworden. Eingerahmt werden die Nierchen durch ein schwarzes Paneel, das die beiden LED-Scheinwerfer miteinander verbindet. Die Front steht sehr aufrecht im Raum. Im Profil erinnern die Proportionen an den aktuellen X3. Serienmäßig steht das SUV auf 20-Zoll-Rädern, optional gibt es bis zu 22 Zoll. Das Heck ist ebenfalls nah an der Studie geblieben. Zwei breite Rückleuchten markieren das Ende des Fahrzeugs, es ist in vertikale LED-Segmente aufgeteilt. BMW iX3 50 xDrive: Leistung im Überfluss Hat sich all der Aufwand gelohnt? Klares Ja. Der getestete BMW iX3 50 xDrive verbindet dynamische Fahrleistungen mit noch passablem Alltagskomfort. Das passive Stahlfahrwerk des SUVs bietet eine gute Spreizung. Zwar sprechen die Dämpfer auf Querfugen und andere kleinteilige Hindernisse recht harsch an, bei den großen 21-Zoll-Rädern verwundert dies aber keineswegs. Auf der Landstraße oder der Autobahn federt der BMW dafür ordentlich und bietet auf den ersten Blick einen vernünftigen Langstreckenkomfort. Adaptive Dämpfer als Option würden trotz allem noch besser zum Fahrzeugkonzept passen. Ein weiterer Wermutstropfen ist das beim Testfahrzeug festgestellte Fahrwerkspoltern auf schlechtem Straßenbelag. Im Urteil der ADAC Testingenieure wird der Federungskomfort daher nur mit "zufriedenstellend" (Note 2,9) bewertet. Fahrdynamik und Lenkung bekommen ein glattes "gut" (Note 2,0). Man sieht also: Der BMW iX3 legt den Fokus eindeutig auf das sportliche Fahren. Überholen im neuen BMW-SUV? Kein Problem! Der Antritt des gefahrenen Allrad-Modells ist dank der 345 kW (469 PS) Leistung zackig. Die Beschleunigungswerte sind hervorragend, selbst bei höherem Tempo auf der Autobahn. Wenn man den Sportmodus wählt und das elektrische Fahrgeräusch aktiviert, untermalt der Münchner schnelle Fahrpedal-Eingaben mit einem zoomenden Geräusch. Geschmackssache, aber so behält man ein Gefühl für die Beschleunigung. Auch in den anderen Fahrmodi gibt es eine Geräuschkulisse. Diese hält sich aber angenehm zurück und lässt sich ebenfalls deaktivieren. Der iX3 bietet zudem eine neu abgestimmte dynamische Rekuperation, die den Straßenverlauf, die erlaubten Geschwindigkeiten und das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer einbezieht. Auf rote Ampeln oder vorausfahrende Fahrzeuge bremst der Elektro-BMW automatisch bis zum Stillstand ab und bleibt eigenständig stehen. Der Einsatz der Radbremsen soll kaum noch erforderlich sein und die Rückgewinnung der Energie dadurch möglichst optimal verlaufen. Mit Heart of Joy immer auf Kurs Trotz sportlicher Fahrleistungen fährt sich der iX3 angenehm neutral. Schnelle Kurven nimmt der BMW mit Leichtigkeit, dabei neigt der Wagen im Komfort-Modus eher zum Untersteuern, was ihm eine gewisse Gutmütigkeit verleiht. Das sanft eingreifende ESP leistet hier seinen Beitrag. Im Sportmodus tritt das SUV heckbetonter auf, was es besser ums Eck gehen lässt. Den ADAC Ausweichtest absolviert der iX3 absolut sicher. Verantwortlich für das sportliche Fahrverhalten ist einer der vier Supercomputer, die im neuen BMW alle anfallenden Aufgaben übernehmen. Das sogenannte Heart of Joy ist in der Lage, die Fahreigenschaften des gesamten Fahrzeugs vom Stillstand bis in den fahrdynamischen Grenzbereich zu steuern. Dazu gehören auch das Bremsen, die Rekuperation sowie Funktionen der Lenkung. Der optionale Autobahn-&-City-Assistent verfügt über die Level-2+-Funktion des automatisierten Fahrens. Das heißt, man kann dauerhaft die Hände vom Lenkrad nehmen, solange das Kontrollsystem die Aufmerksamkeit der am Steuer sitzenden Person erkennt. Auf der Autobahn genügt ein Blick in den Seitenspiegel, um einen möglichen Spurwechsel zu bestätigen. Ob sich ein anderes Auto von hinten nähert oder sich zu nah auf der linken Spur befindet, weiß der iX3 durch seine Rundumsensorik. Die Konnektivitäts- und Multimediaausstattung im iX3 ist serienmäßig umfangreich. Um das volle Potenzial nutzen zu können, muss man jedoch digitale Bezahl-Abos abschließen. Aus Kostengründen nutzt man lieber Apple CarPlay und Android Auto, deren Anbindung dauerhaft unterstützt wird. Reichweite und Verbrauch top Wie gewohnt kommen auch bei der sechsten Generation E-Antrieb von BMW elektrisch erregte Synchronmotoren (ESM) zum Einsatz – wenn auch nur an der Hinterachse. XDrive-Modelle wie das Testfahrzeug haben zusätzlich einen neu entwickelten Asynchronmotor (ASM) verbaut. Der Akku des xDrive 50 bietet 108,7 kWh an nutzbarer Kapazität. Damit sollen nach gesetzlichem WLTP-Zyklus bis zu 794 Kilometer Reichweite möglich sein. Im realitätsnäheren ADAC Messzyklus kommt der BMW iX3 50 xDrive auf eine durchschnittliche Reichweite von 669 Kilometer. Das dürften wohl auch die größten E-Auto-Skeptiker als alltagstauglich bezeichnen. Der Verbrauch beträgt nach ADAC Messung im Mittel 18,3 kWh pro 100 Kilometer inklusive der Ladeverluste. Für ein SUV mit 4,78 Meter Länge und einem Leergewicht von 2,3 Tonnen ein mehr als respektabler Wert, der sicher auch durch den niedrigen cw-Wert von 0,24 zustande kommt. Die versenkten elektrischen Türgriffe haben eher optische Gründe, für die Aerodynamik spielen sie nur eine minimale Rolle. Dafür sind sie in bestimmten Situationen unpraktisch, im Notfall können sie die Türöffnung erschweren. DC-Schnellladen mit bis zu 400 kW Dank 800-Volt-Technik kann der iX3 an der Schnellladesäule mit bis zu 400 kW aufladen. Der Ladehub von 10 auf 80 Prozent dauert laut BMW dann nur 21 Minuten. Allerdings stellen die meisten Ladesäulen in Deutschland derzeit nur bis zu 300 oder 350 kW zur Verfügung. Die Test-Ladesäule des ADAC ist ebenfalls auf maximal 300 kW limitiert. Die 300-kW-Ladesäule sorgte beim iX3 – genau wie beim Smart #5, der ebenfalls mit bis zu 400 kW laden kann – für eine maximale Ladeleistung von 296 kW. Der Hub von 10 auf 80 Prozent SoC dauerte 25 Minuten. Innerhalb von nur 20 Minuten war genug Strom für eine zusätzliche Strecke von 457 Kilometer nachgeladen. Damit katapultiert sich der BMW iX3 nach weit oben im Ranking der besten Schnelllader. An der AC-Ladesäule lädt der iX3 serienmäßig mit 11 kW, gegen Aufpreis ist ein 22-kW-Ladegerät erhältlich. Auch bidirektionales Laden, durch das der Wagen zum Stromspeicher für Einfamilienhäuser wird, ist möglich. Die Ladeplanung durch das Navigationssystem funktioniert sehr gut. Viel Platz im BMW iX3 Platz ist selbst für sehr groß gewachsene Menschen sowohl in der ersten Reihe als auch auf der Rückbank genügend vorhanden. Der Kofferraum nimmt normal bis zur Abdeckung Gepäck im Volumen von 440 Liter auf, nach Ausnutzen der variablen Sitzlehnen und gepackt bis zum Dach gehen 1570 Liter hinein. Hinter den aufgestellten Rücksitzen passen bis unters Dach 12 Getränkekisten. Immer noch mehr Platzbedarf? Nun denn: Unter dem Kofferraumboden findet sich zusätzlich ein Fach mit 70 Liter Stauraum, und unter der Fronthaube ist ein 35-Liter-Frunk verbaut, in dem zumindest das Ladekabel verschwinden kann. Kurzum: Mit dem Platzangebot des iX3 sollte jeder gut zurechtkommen. Bedienung und Panoramic iDrive Die Steuerung des Wagens geschieht via Sprache oder über den 17,9 Zoll großen Touchscreen auf dem Armaturenbrett. Bis auf die Mittelkonsole und die dort verbauten Schalter verzichtet BMW im Grunde auf Bedieninseln oder sonstige Knöpfe. Der Touchscreen steuert auch das Highlight des iX3-Cockpits, das Panoramic-iDrive-Display. Es erstreckt sich über die gesamte Fahrzeugbreite und wird in einen schmalen Bereich am unteren Ende der Windschutzscheibe projiziert. Bis auf den Bereich für das Kombiinstrument lässt es sich vollständig individualisieren. Das System arbeitet flüssig und schnell. Selbst der Wechsel der Systemsprache geschieht annähernd sofort, ein Stresstest, für den andere Infotainmentsysteme etwas Zeit benötigen. Die in die Scheibe projizierten Infos sind selbst bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Ein Head-up-Display, das BMW gegen Aufpreis anbietet, liefert daher nur noch einen geringen Mehrwert und ist fast verzichtbar. Das neue Lenkrad besitzt je nach Ausstattung zwei Lenkradspangen und könnte auch das Steuerhorn eines Raumschiffs sein. Die Tasten am Lenkrad sind gewöhnungsbedürftig, die Abgrenzung der Funktionsflächen unterscheidet sich immerhin haptisch durch Ecken und Kanten. Etwas problematisch ist die Tatsache, dass Funktionen nur dann über das Lenkrad auswählbar sind, wenn sie vom Fahrzeug auch gerade ausgeführt werden können. "Shy Tech" nennt sich dieser Ansatz, der die Person am Steuer entlasten soll. Gleichzeitig nötigt es aber auch dazu, den Blick auf das Lenkrad und weg von der Straße zu lenken. Fazit zur Bedienbarkeit: Hat man sich in den Menüs erst mal alles so wie gewünscht eingestellt, kann man getrost viele Funktionen den automatischen Regelungen überlassen. Ja, man muss sich intensiv mit den Bedienmenüs beschäftigen, danach aber weiß man die durchdachten Details zu schätzen. Qualitätseindruck mit Mängeln Das Testfahrzeug ist ordentlich verarbeitet. Viele Flächen sind aufgeschäumt oder mit weichen Materialien überzogen. Allerdings lässt die Begeisterung nach, wenn man sich die Einrichtung genau ansieht. Liebe zum Detail und praktische Finessen wie bei früheren Modellen von BMW sollte man jedenfalls besser nicht erwarten. Zu einem Stoffbezug für die Dachsäulen konnten sich die Münchner nur an den A-Säulen durchringen. Im Fußbereich des Innenraums gibt es lediglich harten Kunststoff. Auch die Kofferraumauskleidung ist billigste Machart: Wo früher mal "Teppich" verlegt war, gibt es nur Filzmatten, die in Windeseile verschleißen und an den Rücksitzlehnen noch nicht einmal passgenau ausgeführt sind. Fazit: Beim iX3 der Neuen Klasse ist noch Luft nach oben BMW zeigt mit dem iX3, dass die Neuaufstellung der Bordelektronik in Fahrspaß enden kann. Das SUV ist fahrdynamisch agil ausgelegt, und das trotz seines Gewichts und seiner Größe. Das neue Bedienkonzept funktioniert in der Praxis gut, die Platzierung relevanter Infos im Sichtfeld der Person am Steuer scheint ein gangbarer Weg zu einem modernen Cockpit zu sein. Die Antriebseffizienz ist gut. Was die Qualität und die Ausstattung angeht, ist jedoch noch viel Luft nach oben. Frühere Modelle von BMW boten sowohl mehr Liebe zum Detail als auch mehr pfiffige Ausstattungsdetails. So schneidet der BMW iX3 mit der Gesamtnote 1,9 zwar hervorragend in der technischen Bewertung ab. Andererseits hinterlässt der iX3 den Eindruck, dass BMW aus Kostengründen vieles einfach mal weggelassen hat. Das ist angesichts des Premiumanspruchs und des Testwagenpreises von fast 80.000 Euro (inklusive einiger Extras) doch ein wenig enttäuschend. Das hat uns gefallen: hervorragende Fahrleistungen, effizienter Antrieb, gutes Platzangebot, hohe Reichweite, sehr gute Ladeleistung, sportliches Fahrverhalten, hohe Anhängelast von 2 Tonnen Das hat uns nicht gefallen: hoher Anschaffungspreis, teils billige Materialqualität, keine adaptiven Dämpfer, Heckscheibe nicht separat zu öffnen, keine Scheinwerferreinigungs-Anlage, elektrisch ausfahrende Türgriffe, Rückbank nicht verschiebbar, Handschuhfach weder abschließbar noch klimatisiert ADAC Messwerte ADAC Testergebnis

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