So sieht man die Sonnenfinsternis von Wuppertal aus
In den kommenden Tagen wird sich ein anhaltender Blick in den Himmel lohnen, denn am Abend des 12. August wird sich eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland zeigen. Die in Wuppertal sichtbare Verfinsterung wird 88 Prozent betragen. Dies allein ist bereits ein sehenswertes Himmelsereignis, doch zwischen Mitternacht und Morgenstunden folgen noch die „Perseiden“, die zu den eindrucksvollsten Meteorschauern des Jahres zählen. In vollem Umfang wird sich allein die Sonnenfinsternis in Wuppertal nur schwierig verfolgen lassen. Woran das liegt und wie man sich auf das Event vorbereiten kann, erklärt Michael Winkhaus, Lehrer für Mathematik und Physik am Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) sowie Leiter der schuleigenen Sternwarte, im Gespräch mit der WZ. Die totale Sonnenfinsternis vom 12. August spielt sich größtenteils über Grönland, Island und Spanien sowie dem Nordpolarmeer und dem nördlichen Atlantik ab. In Deutschland und weiteren Teilen Europas wird sich eine partielle Sonnenfinsternis am Himmel zeigen. Das Maximum der Finsternis liegt westlich von Island im Atlantik und die Dauer der totalen Phase liegt dort bei zwei Minuten und 18 Sekunden. Wie Winkhaus zur Sonnenfinsternis in Wuppertal erklärt, beginnt der Mond gegen 19.20 Uhr, sich vor die Sonne zu schieben. Der Höhepunkt wird gegen 20.10 Uhr erreicht, wenn eine Bedeckung von knapp 88 Prozent erreicht ist. Ab 20.50 Uhr wird die noch zu 15 Prozent verfinsterte Sonne zwischen Westen und Nordwesten untergehen. Nur diese letzte Phase kann auch mit ungeschützten Augen beobachtet werden. Entsprechende Brillen zur Beobachtung können über das Internet bezogen werden. Von Eigenbauten und Basteleien mit getöntem Glas oder gar Butterbrotpapier wird dringend abgeraten, da sie von UV-Strahlungen durchdrungen werden können. Dass Sonnenstrahlen bei einer Finsternis besonders intensiv sind, bleibt jedoch ein Aberglaube, wie Winkhaus ausführt. Sonstigen Interessierten wird öffentlich angeboten, sich gegen 19 Uhr am Schulzentrum Süd am Jung-Stilling-Weg 45 einzufinden. Dort werden sie empfangen und zur Sternwarte geleitet, um das Himmelsspektakel unter besten Voraussetzungen beobachten zu können. Das Dach der Schule auf den Südhöhen ist in diesem Fall ideal. Hinzu stehen dort sechs Beobachtungsinseln und genügend Brillen für alle zur Verfügung. Alle Ferngläser und Teleskope sind hinzu mit speziellen Filtern versehen, damit die Augen geschützt bleiben. Im Verlauf der Nacht, zwischen 24 und 4 Uhr, folgen die Perseiden mit besonders guten Beobachtungsbedingungen, denn sie fallen mit dem Neumond zusammen, sodass kein störendes Mondlicht den Blick auf die Sternschnuppen beeinträchtigt. „Ein Event für geduldige Himmelsbetrachter“, wie Winkhaus sagt. Im Normalfall lassen sich zwei Sternschnuppen pro Stunden sichten, wenn aktiv in den Nachthimmel geschaut wird. In besagtem Zeitraum können es dann zwischen 80 und 200 sein. Für Winkhaus jetzt keine astronomische Achterbahnfahrt, aber dennoch sehenswert. Dies lässt sich in einem Liegestuhl und unter freiem Himmel überall genießen. Durch die Sternschnuppen lasse sich genau erkennen, in welche Richtung die Erde sich bewegt, denn die Schnuppen entstehen, weil die Erde durch „zerbröselte“ Kometenteile fliegt, die dann beim Eintritt in die Erdatmosphäre zerpulvern. Die nächste totale Sonnenfinsternis wird es am 2. August 2027 geben. Diese wird sich am besten in Ägypten beobachten lassen und sie währt ganze sieben Minuten, also so lange, wie es theoretisch überhaupt möglich ist. Michael Winkhaus wird da sein!