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So steht es um den Standort Karlsruhe

Wirtschaft

Wie geht es weiter mit der insolventen Warenhauskette Galeria? Nach der vierten Insolvenz binnen sechs Jahren stellen sich diese Frage vor allem die rund 12.000 Mitarbeitenden deutschlandweit.

Im Karlsruher Galeria-Warenhaus in der Kaiserstraße, das nach wie vor unter dem Namen Karstadt firmiert, arbeiten laut aktuellen Zahlen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi noch knapp über 200 Mitarbeiter. Dabei handelt es sich um eine „nach und nach kleiner gewordene Stammbelegschaft, welche durch immer mehr Aushilfen aufgestockt wird“, wie Tudor Costin, Gewerkschaftssekretär von Verdi Mittelbaden-Nordschwarzwald, sagt.

Verzicht auf Lohnerhöhung zum Wohle des Konzerns

„Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren immer zu ihrem Unternehmen gehalten. Sie erbrachten jeden Tag ihre Leistung und nahmen zudem über Jahre hinweg massive Einschnitte bei ihren Entgelten hin“, sagt auch Wolfgang Krüger, Landesfachbereichsleiter Handel bei Verdi Baden-Württemberg.

Das kann auch Costin nur unterstreichen. In den vergangenen sechs Jahren hätten die Beschäftigten immer wieder auf Tariferhöhungen verzichtet, um ihre Arbeitsplätze zu sichern.

Bei jeder Insolvenz wurde die Personaldecke weiter reduziert.

Tudor Costin

Verdi

„Und bei jeder Insolvenz wurde die Personaldecke weiter reduziert“, so Costin.

Wie es zur vierten Insolvenz binnen sechs Jahren kommen konnte, ist für die Gewerkschaft indes klar. „Haarsträubende Managementfehler haben zu dieser Entwicklung geführt. In den letzten Jahren sind durch die Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen“, sagt Silke Zimmer, Verdi-Vorstandsmitglied.

Es sei zu wenig in die Häuser und in ein attraktives Sortiment investiert und zu wenig auf die Beschäftigten gehört worden. Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) hatte im Zuge der Insolvenz dem Management von Galeria große Versäumnisse vorgeworfen.

Dass Warenhäuser wie Galeria eine wichtige Bedeutung für Innenstädte haben, ist für Verdi klar. Auch Mentrup hat in der Vergangenheit immer wieder betont, wie wichtig so ein „Anker“ in der Innenstadt ist.

Die Situation in Karlsruhe ist vergleichsweise weniger schlecht als bei anderen Standorte.

Tudor Costin

Verdi

„Die Situation in Karlsruhe ist vergleichsweise weniger schlecht als bei anderen Standorten“, sagt Gewerkschaftssekretär Costin. „Aber hier kann man Managementfehler auf Konzernebene nicht ausgleichen. Und die Beschäftigten sollen mal wieder ausbaden, was die Managementriege verbockt hat.“

Galeria braucht aus Sicht von Verdi einen Eigentümer, der langfristig an das Geschäftsmodell Kaufhaus glaube. „Die Beschäftigten brauchen jetzt einen Plan für die Zukunft und keine Nebelkerzen“, so Silke Zimmer.

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