So teuer ist Tanken aktuell
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2,82 Euro für Diesel: So groß ist die Preisspanne im Ostalbkreis
Von: Florian Wagner
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Die Preise ziehen nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten erneut an. Der regionale Vergleich zeigt jedoch große Unterschiede – und eine besonders teure Stelle.
Aalen/Schwäbisch Gmünd. Meldungen über einen weiteren kräftigen Anstieg der Spritpreise sorgen bei Autofahrern für Verunsicherung. Nach den jüngsten militärischen Entwicklungen im Jemen und der Sorge vor neuen Störungen wichtiger Schifffahrtswege stieg der Preis für Rohöl der Sorte Brent auf mehr als 100 Dollar je Barrel.
Doch sind Diesel und Benzin deshalb auch im Ostalbkreis innerhalb kurzer Zeit um 20 Cent teurer geworden? Eine Auswertung aktueller Tankstellendaten zeigt: Einen einheitlichen Preissprung dieser Größenordnung gibt es in der Region nicht. Teuer ist das Tanken dennoch – und der Standort entscheidet über mehrere Euro.
Diesel kostet in Aalen rund 2,40 Euro
In Aalen lag der durchschnittliche Dieselpreis am Samstagnachmittag bei rund 2,40 Euro pro Liter. Die zwölf erfassten Tankstellen verlangten zwischen 2,359 und 2,449 Euro. Gegenüber dem Vortag hatte sich der Durchschnitt laut der Auswertung lediglich um etwa einen Cent verändert. Die aktuellen Werte für Aalen beruhen auf Meldungen an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe.
In Schwäbisch Gmünd wurden am Nachmittag durchschnittlich rund 2,48 Euro verlangt. Der günstigste gemeldete Preis lag bei 2,439 Euro, der höchste bei 2,539 Euro. Am Freitagnachmittag hatte derselbe Dienst noch einen Durchschnitt von rund 2,43 Euro ausgewiesen. Das entspricht einem Anstieg um etwa fünf Cent.
Deutlicher fiel die Entwicklung in Ellwangen aus. Dort lag der Durchschnitt bei einer Erhebung gegen 12.55 Uhr bei rund 2,54 Euro. Der günstigste erfasste Preis betrug 2,489 Euro, der höchste innerstädtische Preis 2,589 Euro. Laut der Auswertung hatte sich Diesel dort seit dem Vortag um etwa 13 Cent verteuert. Die Preise in Ellwangen stiegen damit stärker als in Aalen und Schwäbisch Gmünd – blieben im Durchschnitt aber unter dem bundesweit diskutierten Sprung von 20 Cent.
Bis zu 55 Cent Unterschied im Ostalbkreis
Noch auffälliger ist die Spanne innerhalb des gesamten Ostalbkreises. Unter 74 erfassten Tankstellen reichten die gemeldeten Dieselpreise am Samstag von rund 2,27 bis 2,82 Euro pro Liter. Als mittlerer Wert wurden etwa 2,36 Euro ausgewiesen.
Besonders teuer war Diesel an den Autobahntankstellen Ellwanger Berge an der A7. Dort wurden zeitweise rund 2,82 Euro pro Liter verlangt. Damit kostete eine Tankfüllung mit 40 Litern rund 22 Euro mehr als an der günstigsten erfassten Tankstelle im Landkreis. Bei 50 Litern wächst der Unterschied auf 27,50 Euro. Die aktuellen Preise im gesamten Ostalbkreis stammen aus Meldungen an die Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts.
Kein einheitlicher Preissprung um 20 Cent
Die Behauptung, Diesel sei überall innerhalb kurzer Zeit um 20 Cent teurer geworden, lässt sich für den Ostalbkreis damit nicht bestätigen. Die Entwicklung fällt je nach Stadt, Tankstelle und Zeitpunkt unterschiedlich aus. Während der durchschnittliche Preis in Aalen kaum zulegte, waren es in Schwäbisch Gmünd rund fünf und in Ellwangen etwa 13 Cent.
Auch bundesweit ergibt sich kein einheitliches Bild: Der Tagesdurchschnitt lag am Freitag bei rund 2,37 Euro für Diesel und 2,31 Euro für Super. Gegenüber der Vorwoche hatte sich der Dieselpreis nur wenig verändert. Einzelne Tankstellen oder kürzere Vergleichszeiträume können allerdings deutlich stärkere Sprünge zeigen.
Die Spritpreise im Ostalbkreis hatten bereits im März infolge der geopolitischen Spannungen kräftig angezogen. Im Mai sollte ein zeitlich begrenzter Tankrabatt für Entlastung sorgen. Seit dessen Auslaufen sind die Kosten wieder gestiegen.
Warum Diesel besonders empfindlich reagiert
Die Preise an den Zapfsäulen hängen unter anderem vom Rohölpreis, dem Wechselkurs, den Kosten der Raffinerien sowie von Transport und Nachfrage ab. Diesel gilt dabei als besonders krisenanfällig: Deutschland ist bei diesem Kraftstoff stärker von Importen abhängig, zudem wird er in Industrie und Transportwirtschaft benötigt.
Seit April gilt außerdem die neue Zwölf-Uhr-Regel. Tankstellen dürfen ihre Preise grundsätzlich nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen, anschließend aber jederzeit senken. Wie Autofahrer und Betreiber in Schwäbisch Gmünd auf die neue Tankstellenregel reagiert haben, hatte die Gmünder Tagespost bereits im Frühjahr untersucht.