So viel Geld verlieren Renovierer ab 2027
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Koalition will Handwerkerbonus kürzen: Millionen Haushalte verlieren bis zu 300 Euro Förderung im Jahr
Von: Julia Hanigk
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Der Staat kürzt den Handwerkerbonus. Statt 1200 sind künftig nur noch 900 Euro drin. Was sich ändert – und warum Experten vor mehr Schwarzarbeit warnen.
Berlin – 300 Euro – so viel Förderung drohen Millionen Haushalten künftig zu entgehen. Die Koalition plant, den Handwerkerbonus zu kürzen: von 20 auf 15 Prozent. Wer renoviert, saniert oder repariert, bekommt vom Fiskus künftig dann weniger zurück.
Am 2. Juli 2026 verständigten sich CDU, CSU und SPD im Koalitionsausschuss auf ein Paket mit 34 Reformvorhaben – darunter Maßnahmen zur Rente, zum Bürokratieabbau und zu Steuern. Eine der geplanten Änderungen betrifft den Handwerkerbonus, also die steuerliche Förderung von Handwerkerleistungen nach § 35a Einkommensteuergesetz. Die Förderquote soll demnach von 20 auf 15 Prozent fallen. Konkret hieße das: Statt bisher maximal 1200 Euro ließen sich künftig nur noch bis zu 900 Euro im Jahr von der Steuer abziehen.
Maßnahmenpaket der Merz-Regierung umfasst auch Handwerkerbonus
Allerdings ist die Sache noch nicht beschlossen: Ein ausformulierter Gesetzentwurf fehlt bislang, und sowohl Bundestag als auch Bundesrat müssen noch zustimmen. Ebenfalls umstritten im Paket: die Absicht, Krankmeldungen vom ersten Krankheitstag an verpflichtend zu machen und die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung zu streichen.
An den grundsätzlichen Spielregeln würde sich bei einer Umsetzung aber nichts ändern. Steuerlich geltend gemacht werden könnten nach wie vor nur die Lohnkosten, nicht aber das verwendete Material. Der Bonus kann außerdem nur geltend gemacht werden, wenn per Banküberweisung gezahlt wird. Eine Barzahlung schließt den Bonus aus. Die Obergrenze der anrechenbaren Arbeitskosten bliebe unverändert bei 6000 Euro jährlich – auf diese Summe kämen dann aber nur noch 15 statt 20 Prozent zur Anrechnung.
Wer derzeit eine Renovierung plant, sollte einen steuerlichen Kniff kennen: Nach Angaben von steuerscan.de zählt beim Handwerkerbonus das sogenannte Abflussprinzip – entscheidend ist, wann die Zahlung erfolgt, nicht wann der Auftrag erteilt oder die Arbeit abgeschlossen wurde. Wer eine größere Rechnung also noch in diesem Jahr begleicht, kann nach derzeitigem Stand noch die volle Förderung von 20 Prozent nutzen – und so bis zu 1200 Euro sparen. Frühestens ab dem 1. Januar 2027 würde die Kürzung wirksam – vorausgesetzt, Bundestag und Bundesrat stimmen zu.
Handwerksbranche sieht bei Bonus wichtigen Anreiz zur „Vermeidung von Schwarzarbeit“
Dass die Förderung grundsätzlich bestehen bleibt, war aus Sicht der Branche keine Selbstverständlichkeit. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hatte monatelang für den Fortbestand des Bonus gekämpft. ZDH-Präsident Jörg Dittrich sieht darin laut Handwerksblatt einen Teilerfolg: Der Bonus setze weiter „einen wichtigen Anreiz für legale Beschäftigung, energetische Sanierungen und die Vermeidung von Schwarzarbeit“, und der grundsätzliche Erhalt sei „Teil eines vertretbaren Kompromisses“, so Dittrich im Handwerksblatt.
Deutlich skeptischer äußert sich Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Er nennt die mögliche Kürzung des Handwerkerbonuses einen „Wermutstropfen“, zitiert ihn die Deutsche Handwerks Zeitung. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) meldet Bedenken an: Die Kürzung könnte dazu führen, dass mehr Aufträge schwarz vergeben werden – also genau das, was der Bonus eigentlich verhindern soll. (Quellen: Handwerksblatt, Deutsche Handwerks Zeitung, Beschlusspapier der Bundesregierung/Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung, IW, steuerscan.de) (jh)