Soest: Eine Frau soll in einem Haus über Monate hinweg gequält worden sein
In diesem Haus soll eine Frau im vergangenen Jahr mehrere Monate festgehalten, gequält, erniedrigt, misshandelt und vergewaltigt worden sein. Lokale Medien berichten, sie sei wie eine Sklavin gehalten worden. Gegen vier Tatverdächtige im Alter von 16, 17, 25 und 29 Jahren ist Anklage unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung erhoben worden, bestätigt eine Sprecherin des Landgerichts Arnsberg am Telefon. Von Juli bis November 2025 soll die eigentlich obdachlose Frau, 33 Jahre alt, in dem Haus gelebt haben. Aus Angst, sie könnte den bevorstehenden Winter nicht überleben, sei sie dort geblieben. Unter anderem soll einer der Angeklagten die Frau an ein Heizungsrohr gefesselt haben. Zwei der Angeklagten sollen die Frau gemeinsam vergewaltigt haben. Von den mutmaßlichen Taten sollen Videos existieren, es könnte mehr mögliche Täter geben Wie der Soester Anzeiger und der WDR berichteten, soll ein Nachbar am späten Abend des 3. November die Frau halb nackt und gefesselt auf der Terrasse des benachbarten Reihenhauses entdeckt haben. Die Hände der Frau seien mit Handschellen fixiert und über dem Kopf an einem Balken befestigt gewesen, heißt es in dem Bericht des Soester Anzeigers. Sie habe den Boden nur gerade so mit den Zehenspitzen berühren können. Der Mann alarmierte die Polizei. Die Frau soll zu dem Zeitpunkt nicht mehr bei Bewusstsein gewesen sein. Mehrere Monate lang musste sie im Krankenhaus behandelt werden. Wie der Zustand der Frau aktuell ist, ist unklar. Von den Taten, die die Frau mutmaßlich über Monate über sich ergehen lassen musste, sollen Videos existieren, vielleicht gibt es sogar mehr mögliche Täter als die jetzt vier Angeklagten, von denen zwei in Untersuchungshaft sitzen. Das wird voraussichtlich der Prozess klären, der am 12. Oktober vor der Jugendkammer des Landgerichts Arnsberg beginnt. Nicht angeklagt ist übrigens die Partnerin des 29 Jahre alten Hauptverdächtigen. Dem Bericht zufolge soll sie während der mutmaßlichen Taten mit ihm und den gemeinsamen Kindern in dem Haus gelebt haben. Die misshandelte, obdachlose Frau soll eine Freundin von ihr gewesen sein. Der Fall erinnert an einen anderen, der sich vor zehn Jahren zugetragen hat und als „Horrorhaus von Höxter“ bekannt wurde. Auf einem Hof in Ostwestfalen hatten Wilfried und Angelika W. mehrere Frauen mit Zeitungsanzeigen angelockt und dort grausam gequält. Zwei von ihnen waren an den Folgen der Misshandlungen gestorben. Wilfried W. war 2018 wegen Mordes durch Unterlassen zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Später wurde noch eine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Angelika W. war zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.