Software: Praxisnäher als ChatGPT - Autodesk-KI soll Bauen effizienter machen
San Francisco. Noch funktioniert sie nicht perfekt, die neue Künstliche Intelligenz (KI), die beim US-Softwareunternehmen Autodesk die Zukunft einläuten soll. „Wir müssen neu starten“, sagt Mike Haley, als er dem Handelsblatt das Programm vorführen will. Nach kurzer Pause klappt es dann. „Das war der Vorführeffekt“, sagt der Forschungschef zerknirscht.
Haley weiß, dass er nicht irgendeine Innovation vorstellt – sondern die wichtigste Neuentwicklung der vergangenen Jahre. Autodesk ist eines der führenden Unternehmen für computergestützte Konstruktionen (CAD) und Weltmarktführer bei Software für Architekten und Ingenieure. Turbinen, Maschinen, Autos, Häuser und ganze Fabrikanlagen werden in den Programmen des Unternehmens aus San Francisco geplant, und das seit 44 Jahren. Ein einträgliches Geschäft mit hohen Margen, und doch bewegt sich die Aktie seit fünf Jahren seitwärts. Die neue Lösung soll das ändern.
„Autodesk Assistant“ heißt sie und wird in diesen Tagen vorgestellt. Dahinter steckt eine KI, mit der die Nutzer sprechen, und die, so die Hoffnung, Bau- und Designvorhaben deutlich beschleunigen kann. „Unser neuer Assistent ist eine Antwort auf ein Problem, das ich seit Jahrzehnten beobachte“, erklärt Haley. Architekten und Ingenieure hätten eigentlich genug damit zu tun, schwierige Probleme zu lösen, verbrächten aber zunehmend Zeit mit Routineaufgaben.