Softwarefehler bei Landeanflug entdeckt
Startseite
Wirtschaft
Softwarefehler bei Boeing 737 Max: Airlines fordern Auslieferungsstopp
Von: Fabian Hartmann
Uns auf Google folgen
Boeing räumt einen Defekt bei der 737 Max ein: Das Problem tritt nach abgebrochenen Landeanflügen auf – Airlines fordern bereits Konsequenzen.
Arlington – Immer wieder werden Schlagzeilen zu technischen Problemen des US-Flugzeugbauers Boeing laut. So führten etwa Flugzeugabstürze von Boeing 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 dazu, dass jene Maschinen des Unternehmens unter strenge Beobachtung der US-Aufsichtsbehörden gerieten.
Nun sieht sich Boeing mit einem weiteren Vorfall ähnlicher Art konfrontiert. Aus dem Umfeld des US-Unternehmens wurde ein Problem bekannt, das nach einem abgebrochenen Landeanflug auftreten kann.
Softwarefehler bei Boeings Problem-Modell 737 Max entdeckt
Boeing hat es erneut mit einem technischen Defekt bei seinem Flugzeugmodell 737 Max zu tun. Dieses betrifft einen Software-Fehler bei der automatischen Lande-Navigation des betreffenden Flugzeugmodells, was Boeing unter Berufung auf einen Bericht des Wall Street Journals einräumte.
Demzufolge kann der Defekt nach einem Software-Update auftreten, wenn die Besatzung nach einem abgebrochenen Landeanflug die geplante Flugroute ändert. Der US-Flugzeugbauer teilte daraufhin mit, man habe alle Betreiber der 737 im vergangenen Monat informiert. Dem Bericht des Wall Street Journals zufolge sei auf bestehende Handlungsanweisungen verwiesen worden, mit denen Piloten solche Situationen bewältigen können.
Unklar bleibt, wie viele Boeing 737 mit fehlerhafter Software aktuell im Einsatz sind
Dem Bericht des Wall Street Journals zufolge sei auf bestehende Handlungsanweisungen verwiesen worden, mit denen Piloten solche Situationen bewältigen können. Ingenieure arbeiteten an einer dauerhaften Lösung. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erklärte, sie arbeite eng mit Boeing und den Fluggesellschaften zusammen. Bei Sicherheitsbedenken werde man sofortige Maßnahmen ergreifen.
Dem Zeitungsbericht zufolge haben Southwest Airlines und United Airlines Boeing gebeten, vorerst keine neuen Maschinen mit der betroffenen Software auszuliefern und stattdessen eine frühere Version gefordert. Wie viele Flugzeuge derzeit mit dem fehlerhaften Programm im Einsatz sind, ist bisher unbekannt.
In den Jahren 2018 und 2019 stürzten innerhalb weniger Monate zwei Passagiermaschinen des Typs Boeing 737 Max in Indonesien und Äthiopien ab. Insgesamt 346 Menschen Passagiere kamen dabei ums Leben. Als Hauptursache wurde ein fehlerhaftes, im Hintergrund agierendes Steuerungssystem namens MCAS identifiziert, welches die Flugzeugnase aufgrund falscher Sensorendaten unkontrolliert Richtung Boden drückte. Die Katastrophen enthüllten schwere Konstruktionsmängel sowie Versäumnisse bei der Zulassung und führten zu einem fast zweijährigen, weltweiten Flugverbot für die Boeing 737 Max. Zuletzt hatte das Herausbrechen eines Rumpfteils während des Fluges bei einer fast neuen Maschine von Alaska Airlines für erneute Sicherheitsbedenken gesorgt. (Verwendete Quellen: dpa, Wall Street Journal) (fh)