Sogar tief im Atlantik finden Forscher nun menschliches CO2
Der Einfluss des Menschen lässt sich inzwischen bis in tiefe Wasserschichten des Meeres verfolgen. Forschende haben Hinweise darauf gefunden, dass Kohlenstoff aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe bereits weit in den Atlantischen Ozean gelangt ist. Besonders interessant ist dabei die Frage, wie weit sich dieses Signal unterhalb der Meeresoberfläche ausgebreitet hat.
Klimasignal in 2000 Metern Tiefe überrascht Forscher
Eine aktuelle Studie, über die das Zentrum für Meeresumweltwissenschaften berichtet, hat genau das untersucht. Das Forschungsteam wertete dafür Wasserproben aus dem Atlantischen Ozean aus, die 2017 und 2018 während zweier Expeditionen mit dem Forschungsschiff MARIA S. MERIAN gesammelt wurden.
Um den menschlichen Einfluss zu erkennen, konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die Kohlenstoffisotope C-12 und C-13. Fossile Brennstoffe stammen größtenteils aus früherem Pflanzenmaterial und enthalten deshalb besonders wenig C-13. Durch ihre Verbrennung verändert sich das Verhältnis der beiden Isotope in der Atmosphäre und anschließend auch im Oberflächenwasser.
Über die Bildung und Vermischung von Tiefenwasser kann dieses veränderte Signal schließlich in größere Meerestiefen gelangen. „Wir waren überrascht, wie bedeutend der Suess-Effekt bereits in den Tiefwassermassen des Nordatlantiks ist“, berichtete das Team.
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Was der CO2-Fund für den Ozean bedeutet
Wie deutlich der sogenannte Suess-Effekt ausfällt, unterscheidet sich allerdings je nach Wassermasse.
Besonders junge Wasserschichten, die erst vor vergleichsweise kurzer Zeit Kontakt zur Atmosphäre hatten, zeigen ein starkes Signal.
In alten Tiefenwassermassen, die vermutlich seit mehreren Jahrhunderten von der Atmosphäre getrennt sind, war der Effekt dagegen kaum oder gar nicht festzustellen.
Im westlichen Atlantischen Ozean konnten die Forschenden hingegen Veränderungen von etwa 0,3 bis 0,6 Promille seit der vorindustriellen Zeit nachweisen.
Besonders deutlich wurde das Signal im Labradormeer, wo ein großer Meereswirbel den Kohlenstoff bis in rund 2.000 Meter Tiefe transportiert.
Hinweise auf den menschlichen Einfluss finden sich außerdem bereits in den Schalen von Mikrofossilien, deren Überreste sich auf dem Meeresboden ablagern. Damit können menschliche Veränderungen des Kohlenstoffkreislaufs sogar in geologischen Archiven erhalten bleiben.
Quellen: Zentrum für Meeresumweltwissenschaften; „Anthropogenic Carbon Isotope Signals in North Atlantic Water Masses at 48°N“ (Geophysical Research Letters, 2026)
Von Sophia Amalia Zaimis