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Sohn aus Katar am Flughafen München festgenommen – ihm drohen 14,5 Jahre Haft

Allgemein

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Die Polizei hat am Flughafen München einen Spross der weitverzweigten Herrscherfamilie von Katar festgenommen: Rakan Al Thani, Sohn von Scheich Abdullah bin Hamad Al Thani. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft München auf WELT‑Anfrage. Zuerst hatten spanische Medien berichtet. Rakan Al Thani soll versucht haben, einen Flug nach Doha zu besteigen.

Gegen den jungen Mann liegt auf Antrag spanischer Behörden ein europäischer und ein internationaler Haftbefehl vor. Grund sind Vorgänge um den spanischen Fußballklub FC Málaga. Rakan Al Thani befindet sich derzeit in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt. Nun läuft ein Auslieferungsverfahren nach Spanien. Genaue Angaben zu den Vorwürfen und der Festnahme machte die Staatsanwaltschaft nicht.

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Scheich Abdullah bin Hamad Al Thani und seine drei Söhne Nasser, Nayef und der nun verhaftete Rakan sollen zwischen 2012 und 2019 Vereinsgelder in Millionenhöhe veruntreut und den FC Málaga wirtschaftlich ruiniert haben. Im Juni erließ ein Gericht in Málaga einen Haftbefehl gegen die vier Katarer sowie fünf weitere ehemalige Vereinsmitarbeiter.

Wie WELT aus Ermittlerkreisen erfuhr, werden in dem Haftbefehl gegen Rakan Al Thani, der dem Verwaltungsrat des FC Málaga angehörte, unrechtmäßige Aneignung, Untreue, Dokumentenfälschung und Betrug genannt. Die Staatsanwaltschaft fordert jeweils 14,5 Jahre Haft für die Al Thanis.

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Málaga stürzte von der Champions League in die dritte Liga ab

Der Aufstieg und Fall des FC Málaga ist beispiellos in der europäischen Fußballgeschichte. Scheich Abdullah Al Thani kaufte den Klub 2010 für 36 Millionen Euro über eine Holding-Struktur. Zunächst entwickelte sich der Verein mit Stars wie Ruud van Nistelrooy und Isco und der Teilnahme an der Champions League – darunter das legendäre Viertelfinale 2013 gegen den BVB – erfolgreich.

Dann aber stellte der Scheich seine Zahlungen ein. Es folgte ein Ausverkauf der Spieler und Talente sowie der sportliche Abstieg bis in die dritte Liga. 2020 entzog ein spanisches Gericht Al Thani schließlich die Kontrolle über den Klub und setzte einen Insolvenzverwalter ein. Weil die Al Thanis in dem Prozess nicht kooperierten und auch keinen Rechtsbeistand in Spanien bestellten, setzte eine Richterin in Málaga im Juli einen europäischen und internationalen Haftbefehl durch.

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Scheich Abdullah bin Hamad Al Thani ist ein entfernter Verwandter von Emir Tamim bin Hamad Al Thani, dem Herrscher Katars. Anders als die Kernfamilienmitglieder, die Katars Staatsfonds kontrollieren, operierte der in Málaga aktive Al Thani unabhängig von Staatsinteressen – ein entscheidender Unterschied zu den großen katarischen Sportinvestitionen wie die in Paris Saint-Germain.

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