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Söhne Mannheims: Rapper Marlon B. offenbar in Jamaika erschossen

Unterhaltung

Robin's Bay liegt ziemlich abgelegen an der Nordküste von Jamaika, in der Region Saint Mary. Dort kam es am Mittwochnachmittag (Ortszeit) zu einem Gewaltverbrechen. Wie unter anderem der »Jamaica Observer « unter Bezug auf die jamaikanische Polizei berichtet, fuhr ein Toyota vor einer örtlichen Bar vor, der Täter stieg aus, schoss auf drei dort befindliche Männer und flüchtete.

Die regionale »North Coast Times « und der Radiosender Irie FM nennen Informationen über die Opfer. Demnach wurde neben einem 42-jährigen Maurer und einem 22-Jährigen auch der 60 Jahre alte Marlon James erschossen, der in den Meldungen als »recording artist and businessman« bezeichnet wird und der auch als »Marlon B.« bekannt sei.

Der Pressesprecher der deutschen Musikgruppe Söhne Mannheims sagte, aufgrund dieser Informationen müsse man davon ausgehen, dass es sich bei dem ältesten Todesopfer um das ehemalige Bandmitglied der Söhne Mannheims, Marlon B., handele. Alter und vollständiger Name passten. Marlon B. sei 2017 aus der Gruppe ausgestiegen. Am Abend postete die Gruppe auf Instagram eine RIP-Botschaft (Ruhe in Frieden) mit Marlons Foto.

Zuerst hatte der Journalist Tobias Huch in Deutschland von dem mutmaßlichen Todesfall berichtet. In einem X-Post bezog er sich auf eine Nachricht der jamaikanischen Zeitung »The Gleaner«, in der Marlon James als der Besitzer der Bar bezeichnet wurde. Eine Information, die der Söhne-Mannheims-Sprecher zunächst nicht bestätigen konnte.

Der Frankfurter Rapper D-Flame hatte 2001 in einem Song namens »Sie macht mich glücklich« von einer Jamaikareise 1994 gerappt, bei der er von »Marlon B. und der Family« am Flughafen Kingston empfangen worden sei. Später habe man sich »durch die Hauptstadt in Richtung Robin's Bay« aufgemacht. Ein Indiz dafür, dass eine Beziehung zwischen Marlon B. und dem Ort Robin's Bay bestand.

Marlon B. war bereits Anfang der Neunzigerjahre in Frankfurt am Main musikalisch aktiv. 1991 wurde auf dem Plattenlabel Hansa seine Single »Da La De La (Africa Center of the World«) veröffentlicht, produziert von Kerim Saka und Mike Wonder in Frank Farians Tonstudio in Rosbach. Es blieb zumindest in der Internet-Datenbank Discogs die einzige Soloveröffentlichung von Marlon B.

In den folgenden Jahren tauchte Marlon B. dann auf Tracks auf dem Frankfurter Hip-Hop-Label Ruff-N-Raw auf, bevor er mit der Szene um Moses Pelhams 3P-Label in Kontakt kam. Unter anderem ist seine Stimme auf dem Erfolgsalbum »Aus der Sicht und mit den Worten von« Sabrina Setlur zu hören. Auch zu Xavier Naidoo besteht Nähe.

Als dieser das lose Musikerkollektiv Söhne Mannheims gründet, ist auch Marlon B. bald Teil davon: Schon auf dem Debütalbum »Zion« ist er auf drei Songs vertreten. »Die jamaikanische Toaster-Fraktion um Jah Meek und Marlon B. malt Toleranz ins Gruppenbild: Sie lockern den Lokalpatriotismus durch Internationalität auf«, urteilte die »taz« seinerzeit. Später bekommt er auch Songwritingcredits, unter anderem für einen der populärsten Titel der Söhne Mannheims, »Das hat die Welt noch nicht gesehen«.

Auch bei der MTV-Unplugged-Version des Songs, 2008 in Schwetzingen aufgenommen, ist Marlon B. zu sehen und zu hören. Auf Tourneen brachte er »Jamaika-Vibes zu den Söhnen« (»Süddeutsche Zeitung«). Als es 2018 zu einer größeren Umbesetzung der Söhne Mannheims – ohne Xavier Naidoo und Michael Herberger – kam, war auch Marlon B. nicht mehr mit von der Partie.

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