Solar bricht neuen Rekord: PV war im Juni die wichtigste Energiequelle
Boom bei PV geht weiter Solar bricht neue Rekorde – Deutschland ist Vorzeigeland Von dpa, wal Aktualisiert am 14.07.2026 - 21:09 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Die Solarenergie boomt in Europa, im Juni fuhr sie erneut einen Rekord ein. Auch in Deutschland geht der Ausbau voran. Doch das könnte sich bald ändern. Noch ein Rekord für die Solarenergie in Europa: Im Juni 2026 kamen 25 Prozent des erzeugten Stroms direkt von der Sonne. Damit war Solar in dem Monat die wichtigste Energiequelle der EU, gefolgt von der Atomkraft (21 Prozent), Gas (15 Prozent), Wind (14 Prozent) und Wasserkraft (12 Prozent). Die Kohle hat nur acht Prozent des Stroms erzeugt, der Rest ging vor allem auf Bioenergie zurück. Die Zahlen stammen von der Energiedenkfabrik Ember. Damit war der Juni 2026 der dritte Monat jemals, in dem Solar die Hauptenergiequelle der EU war. Zuvor war dies noch im Mai 2026 und im Juni 2025 der Fall. Wie schnell die Solarenergie gewachsen ist, zeigen auch folgende Zahlen eindrücklich: Vor sechs Jahren, im Juni 2020, stammten gerade einmal acht Prozent des europäischen Stroms aus der Sonnenenergie. Vor zehn Jahren betrug der Anteil sechs Prozent. Solar boomt wegen Iran-Krieg Das Wachstum der Branche ist auch innerhalb der einzelnen EU-Länder konstant. Nach Daten von Ember hat Solar bisher in 18 von 27 EU-Ländern in diesem Jahr Rekorde aufgestellt. In Spanien machte sie im Juni 34 Prozent der Gesamtstromerzeugung aus – in Deutschland waren es sogar 36 Prozent. Damit gehört Deutschland zu den Vorzeigeländern der Energiewende – zumindest hinsichtlich der reinen Ausbauzahlen. Hierzulande ist auch der Ausbau von Solar weiter vorangegangen, getrieben vor allem durch den Iran-Krieg. Nach vorläufigen Zahlen gingen von Anfang Januar bis Ende Juni neue Solaranlagen mit einer addierten Leistung von insgesamt knapp 7,4 Gigawatt-Peak ans Netz. Das waren neun Prozent mehr als in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres, wie der Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin mitteilte. Quelle der Auswertung sind die Daten der Bundesnetzagentur. Demnach sind in Deutschland mittlerweile mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Eigentlich hatte sich die Nachfrage der privaten Hausbesitzer im vergangenen Jahr abgekühlt. Neues EEG: Reiche will feste Einspeisevergütung beenden Der Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und das von der Bundesregierung geplante Ende der Förderung für private Solaranlagen haben jedoch das Interesse nach Einschätzung des Verbands wieder steigen lassen. Folge der angekündigten Einstellung der Solarzuschüsse ist laut BSW Solar ein Vorzieheffekt. Der Verband geht davon aus, dass die Zahlen für das erste Halbjahr wegen der erwarteten Nachmeldungen noch nach oben korrigiert werden. Nach den Erfahrungen der Vorjahre könnten demnach im ersten Halbjahr sogar bis zu 8,3 Gigawatt-Peak Solarleistung neu installiert worden sein. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig appellierte an die Bundesregierung, beim Ausbau der Solarenergie nicht auf die Bremse zu treten. "An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei", sagte Körnig. Die Bundesregierung verhandelt gerade noch über eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte angekündigt, die feste Einspeisevergütung für private Solaranlagen zu streichen. Die SPD stellte sich dagegen, seitdem wird hinter den Kulissen an einer Einigung getüftelt. Diese steht offenbar kurz bevor, in der kommenden Woche steht das EEG auf der Kabinettsplanung.