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Solarbesitzer müssen vom Netz: Sri Lanka kämpft gegen Blackouts

Technologie

Solaranlagen müssen vom Netz

Solar legt Stromnetz in Inselstaat lahm

Von t-online, wal

21.10.2026 - 15:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Sri Lanka hat diese Woche erneut einen stundenlangen Blackout erlebt. Hintergrund ist mutmaßlich die hohe Solarerzeugung – ein Thema, das auch deutsche Netzbetreiber umtreibt.

Am Wochenende ist es im südasiatischen Inselstaat Sri Lanka zu einem stundenlangen Ausfall der Stromversorgung gekommen, nachdem überschüssiger Solarstrom die Netze geflutet hatte. Nach Angaben der "Strait Times" fiel der Strom in dem Land mit 22 Millionen Einwohnern sechs Stunden lang aus. Das System konnte erst wieder stabilisiert werden, nachdem Eigentümer privater Solaranlagen ihre Systeme vom Netz genommen hatten. Nach Angaben von "PV Magazine" sollen Solarbesitzer ihre Anlagen bis auf Weiteres nicht wieder anschließen.

Einen ähnlichen Blackout erlitt Sri Lanka im Februar 2025. Hintergrund war auch damals die hohe Erzeugungsleistung aus Solarenergie, die an einem Wochenende nicht verbraucht werden konnte. Zum Zeitpunkt des Blackouts stammten 50 Prozent des Stroms in Sri Lanka aus Solarenergie. Die dortige Regierung versucht, den Solarboom anzukurbeln, unter anderem, um von fossilen Importen unabhängig zu werden. Der Inselstaat war bisher vor allem von Kohle und Öl abhängig. Allein zwischen 2024 und 2025 war die Zahl der installierten Solarkapazität im Land um 93 Prozent gestiegen.

Zu viel Solar: Auch in Deutschland warnen Experten

Das Problem mit instabilen Stromnetzen beschäftigt auch deutsche und europäische Netzbetreiber. Der große Stromausfall auf der iberischen Halbinsel im Frühjahr 2025 ging zum Teil auch auf die sehr hohe Erzeugung aus erneuerbaren Energien, vor allem Solar, zurück. So wurden einige Anlagen aufgrund der hohen Erzeugung vom Netz getrennt – das geschah aber zu plötzlich, weshalb das gesamte Stromnetz in Spanien und Portugal zusammenbrach.

Im Mai 2026 warnten auch in Deutschland Experten vor einer Überlastung des Stromnetzes durch eine besonders hohe Solarerzeugung an sonnigen Feiertagen. Am 1. Mai fielen die Strompreise an der Strompreisbörse auf –500 Euro pro Megawattstunde – ein Rekordwert, den viele als deutliches Warnsignal interpretierten.

Dass es in Deutschland nicht, wie in Sri Lanka, zu einem Blackout gekommen ist, liegt teilweise daran, dass Deutschland den überschüssigen Strom exportieren kann. So gibt es insbesondere in den Nachbarländern Schweiz und Österreich große Pumpspeicher, die große Mengen Überschussstrom aufnehmen und speichern können.

Um in Zukunft besser für diese sogenannten Solarspitzen gewappnet zu sein, sollen in Deutschland vor allem Großbatteriespeicher ans Netz gebracht werden. Zudem plant die Bundesregierung eine Abschaffung der Einspeisevergütung für private Solaranlagen, um mehr Menschen zum Eigenverbrauch zu animieren – und so die Netze nicht weiter zu belasten.

Einen ähnlichen Plan will nun auch die Regierung in Sri Lanka vorantreiben, berichtet das Lokalmedium "The Daily News". Nur mithilfe von Batterien könne das Land das Ziel erreichen, bis 2030 mindestens 70 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Das meiste davon soll aus der Solarkraft kommen – die in dem Inselstaat ganzjährig zur Verfügung steht.

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